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Full text of "Der Kinematograph (August 1909)"

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BsHags m Wo. 1278 dsr Fachnifa c hrttt Pf „Artist“. 

9er Xinematograph 

Organ für die gesamte Projektionskunst. 

No. 13«. Düsseldorf. 4. August 1909. 



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Stiergefecht« in Oran (interessant).130 r 


Die fünf Ehescheidungen (komisch) .... 139 r. 
Der Instinkt des Blinden (rührend) . - . • 17® n 
Die Mietequittung (ultra-komisch).94 e 


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No. 136. 


Der Kinematograpfa — Düsseldorf. 




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Ä Der blinde Klavierstimmer 


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». «13» Länge 164 n 


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§ 























Der Kinematograph — Düsseldorf. No. 136. 


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dem Reiche derTöne^ 

Fachzeltuns für Kinematographie, Phonojrnphle und Huslk-Automaten. 

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Schluss der Redaktion und Anzeigen-Annahme: Montag Abend. 

ZusdiHttM sind an dan „Varlag das Klnamaloaraph", P0ssaldo»i. Posltadi 71, tu rieht« 


No. 136. 


Düsseldorf, 4. August 1909. 


Erscheint jeden Mittwoch. 


Nachdruck des Inhalts, auch auszugsweise, verboten. 


Begleitende Musik im Kinotheater. 

Von O. Melcher. 

Pie Wege, die zur Lösung der dem Pianisten ««der gar 
dem Orehester im Kinotheater gestellten Aufgaben führen, 
-md zahlreich, aber «*s werden auch andere befangen, «lie 
nicht nach Rom oder zu einem ausverkauften Hause und 
zum besseren Renommee des Theaters führen. Pie noch 
frisene Operettenmelodi«*. die klassische Sonate, hülxtehe 
I ingeltangelpotpourri und Improvisationen von musikali¬ 
schem Wert. Volksweisen und kühn erdichtete Tonsemälde 
S| nfonien und musikalische Scherze, alles das hat im 
gegebenen Augenblick seine Berechtigung und vermag 
die Wirkung der Vorführung in h«>hem und höchstem 
Brade zu verstärken. 

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Die Musik 
kann au~h abschwachend auf die Vorführung wirken. 
Pass ein tragischer Vorgang auf der weissen Wand durch 
«••gleitend«“ Melodien aus der walzerfreudigen lustigen 
” itwe nicht an ergreifender Tiefe gewinnt, weiss i«*d«*r 
un«l dieser häufig zu beobachtende musikalische Fehltritt 
,s t in dieser Zeitschrift schon des öfteren gerügt worden. 
j*' r Ruf der Kinotheater leidet s«*hr untei solchen Vor¬ 
kommnissen. besonders, da diese Theater nicht mit Unrecht 
als .-üe geeignetsten Bildungsstätten beachtet zu sein 
"'insehen. Tst zufällig ein Lehrer, eine Gouvernante 
«d«T irgend ein gebildeter Mensch von einigem Einfluss 
zugegen, wenn der Vorführung ein solcher, jedem Kinde 
erkennbarer Lansus unterläuft, so wird man in der mehr 
«d«-r weniger öffentlichen Meinung des Städtchens bald 
hören können, dass die Kinotlieater das Gegenteil von 
’ldungsinstituten sind. Wie der Wirt die Pflege seines 
N'er«-s, so sollte auch der Kinobesitzer die Art seiner Vor- 
'‘hrnng schon aus geschäftlichen Gründen ständig lieaohten. 
uaniit auch das Kino-Gewerbt* zu künstlerischen und 
musikalischen Traditionen gelangt, wie di«* anderen, weit 
alteren Gewerbe aus solchen Traditionen die grössten Vor- 
.. e ziehen. Es macht häufig den Eindruck, als sei das 
• rständnis der vorgeführten Bilder sowohl für die Theater¬ 


leitung als auch für «len Pianisten eine langw«*iligi- Sache, 
mit der sich das Publikum beschäftigen kann. 

Andererseits hals* ich gefun«l«*n. dass tlurch ein Zuviel 
an Aufmerksamkeit und durch die Sucht. all«*s und j«*«les 
hegl«*iten zu wollen, «li«* Wirk ng cin«»s Bildes elM*nfalls 
gest«'»rt werden bann. Entwed«-i «ler Musiker missversteht 
den Gharakter einer Szene öderer Iwtont in seiner B«*gl«*itiing 
zuviel nebensächliche Dinge. Nehmen wir einmal an. 
es handle sich um «lie Vorführung d«*s bekannten Film 
Sehi«*nenzieherei in einem Stahlwerk. Per Pianist im 
Kinoth«*ater wird sieh vielleicht frag«*n: was soll ich dabei 
tun ? Von Begl«*itung kann doch nicht d»e R«*d«> sein 
hei der völligen Troc-kenheit des Gegenstandes, von ..Ver¬ 
hütung“ d«*r sichtbaren Vorgänge durch Tmnrovisationen 
noch weniger. Trotzdem habe ich einmal eine solche 
Vertonung geh«'»rt. Mit der Entwi«-k**lumr de« glühenden 
Kisenhloeks zur imm«*r länger, dünner und kält«*r werdend«*n 
Eis«*nbahnschiene hielt die Musik. «l«>r «*in zuerst glühende« 
Motiv zugrund«* lag. in harmnnisoh«*r Fo’ge Schritt Kam 
di** Schiene länger und dünner aus «l«*r Walze, so ksnt das 
glühende Motiv auch länger und diinn«*r ans dem Klavier. 
Pi«* Sache war äusserst spasshaft und «»rgötzUeh. das Ganze 
aber war ein 11k. der mir wenig geeignet schien, die beleb- 
renden Eigenschaften des Film in das r«»chtc Lieht zu 
rücken. 

Gerade «lie frei«*, den Vorgängen im Bilde naehgph«*n«le 
Vertonung kann leicht in groben Unfug ausarten, so s«*hr 
sie manchmal bei humoristischer. Film angebracht zu sein 
scheint. 

Es kommt sehr häufig vor. dass Dramen in zu peinlich 
kleinlicher Weis«* begleitet w«*rfl»*n. Kaum zeigt sich auf 
dem Film ein Mann mit einem Schwert, so Tuirt man au«-h 
««•hon zart«* Anklänge an das bekannte Schwert an meint*r 
linken. Nimmt der Sohn Abschied, heisst «*s sofort: 
Muss i denn, muss i denn zum Städle hinaus. Ich hatte 
öfters Gelegenheit einen Pianisten zu hören. «Ter — es muss 
eingestanden werden — zur grössten Freude seines Publi¬ 
kums aus der Begleitung eines Dramas einfach ein Potpourri 
machte. Tch schätze, dass er mit ungefähr zwanzig oder 
«Treissig Piecen s«*inen musikalischen Begleitungslxthirf 
deckte. Dieses Verfahren ist einfach, billig uiul soweit 
«*s sieh um ein Publikum von gleu-h einfachem un«l billigem 
Geschmack handelt, probat. Eine gediegen«* Vorführung 
verlangt jed«x*h etwas mehr. Wenigstens sollte der Haupt- 







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Der Klnematoitrepb — Düsseldorf. 


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Die Herren Diebe! j 

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ori|(indl, s|iauneiid. ergreif vtd uiul vollendet künstlerisch ausgeführt I Tadellose Photographie. 'r 

I.singe i*a. 125 Meter. No. 4445. T.legramm - Wort: VOL.E. 


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Sehr interessant ! Zeigt unter anderm Freiübungen von 18000 Turnern ausgeführt. Turnübungen au. Keck, 
Kamm und Schaukelringen. 

Lanke ca. 146 Meter. No. 2436. Telegramm-Wort SANNE. 


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Komisch! 


Lustig! 


Pechvogel gewinnt endlich! 


Länge oa. 142 Meter. No. 4444. Telegramm-Wort: NICOL. 


Wundervolle Naturaufnahme! Interessantes Sujet! 

Motorboot-Rennen in Monaco. 

Für jeden Liebhaber de* Wassersports von höchstem Interesse! 

Länge ca. 162 Meter. No. 2275- Telegramm-Wort: MONACO. 


Ausserordentliche Schlager: 

ME . N E.D.e I LOUIS XI. 

LEBENDIG EINGEMAUERT 

Länge ca. 250 Meter. II Historischer Kunstfilm. Länge ca. 290 Meter. 


RALEIGH & ROBERT 

für Deutschland: II für äuaeerdeuteche Länder: 

BERLIN W. 66 PARIS 

Mauarttras» 93 (Ecke Friedrichstrasse) Rue Sajnte Cecile 16 

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Fachzeltiins für Kinematographie, Phonosraphle and Musik-Automaten. 

Bezugspreis: vierteljährlich Inland Mk. 2,10 I Anzeigenpreis: Monpareille - Zeile 20 PTg. 
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Schluss der Redaktion und Anzeigen-Annahme: Montag Abend. 


Zuschrift«« riiu! an d«n „Varia« d«s Klaamaleeraph”, POssridori. Postfach fl 


No. 136. 


Düsseldorf, 4. August 1900. 


Erscheint jeden Mittwoch. 


Nachdruck des Inhalts, auch auszugsweise, verboten. 


Begleitende Musik im Kinotheater. 

Von O. Melcher. 

Die Wege, die zur Lösung der dem Pianisten oder gar 
•li ni Orchester im Kinotheater gestellten Aufgal>en führen. 
*ind zahlreich, alter es werden auch andere befangen, die 
nicht nach Rom oder zu einem ausverkauften Hause und 
zum besseren Renommee des Theaters führen. Die noch 
frische Operettenmelodie, die klassische Sonate, hübsche 
I »geltangelpotpourri und Tmnrovisationen von musikali- 
Imin Wert. Volksweisen und kühn erdichtete Tongemiilde. 
Sinfonien und musikalische Scherze, alles das hat im 
"'■'-'"frenen Augenblick seine Berechtigung und vermag 
die Wirkung der Vorführung in hohem und höchstem 
Oade zu verstärken. 

Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Di*» Musik 
kann au-h absch wachend auf die Vorführung wirken. 
Hass ein tragischer Vorgang auf der weissen Wand durch 
^'gleitende Melodien aus der walzerfreudigen lustigen 
W itwe nicht an ergreifender Tiefe gewinnt, weiss jeder 
und dieser häufig zu beobachtende musikalische Fehltritt 
,st in dieser Zeitschrift schon d»*s öfteren gerügt worden. 

Ruf der Kinotheater leidet sehr unter solchen Vor¬ 
kommnissen. besonders, da diese Theater nicht mit Unrecht 
_ die geeignetsten Bildungsstätten beachtet zu sein 
"jinschen Tst zufällig ein Lehrer, eine Gouvernante 
oder irgend ein gebildeter Mensch von einigem Einfluss 
zugegen, wenn der Vorführung ein solcher, jedem Kinde 
erkennbarer Lansus unterläuft, so wird man in der mehr 
uder weniger öffentlichen Meinung des Städtchens bald 
huren können, dass die Kinotheater das Gegenteil von 
' dungsinstituten sind. Wie der Wirt die Pflege seines 
'eres, so sollte auch der Kinobesitzer die Art seiner Vor- 
"hrnng schon aus geschäftlichen Gründen ständig beachten. 
' aniit auch das Kino-Gewerbe zu künstlerischen und 
ujusikalisehen Traditionen gelangt. wie die anderen, weit 
* "®*** Gewerbe aus solchen Traditionen die grössten Vor- 
Pile ziehen. Es macht häufig den Eindruck, als sei das 
' rständnis der vorgeführten Bilder sowohl für die Theater¬ 


leitung als au"h für den Pianist-!, eine langweilige Sache, 
mit der sich das Publikum liesc häftigen kann. 

Andererseits hal>e ich gefunden, dass durch ein Zuviel 
an Aufmerksamkeit und durch die Sucht, alles und jede* 
begleiten zu wollen, die Wirk mg eines Bildes ebenfalls 
gestört werden kann. Entwedtr der Musiker missversteht 
den Charakter einer Szene »derer lietont in seiner Begleitung 
zuviel nebensächliche Dinge. Nehmen wir einmal an. 
es handle sieh um die Vorführung des lx*kannten Film 
Sehienenzi -herei in einem Stahlwerk Der Pianist im 
Kinotheater wird sieh vielleicht fragen: was soll ich dabei 
tun ? Von Begleitung kann doch nicht d'e R*-de sein 
hei der völligen Trockenheit des Gegenstandes, von ..Ver¬ 
tonung“ der sichtbaren Vorgänge durch Tmnrovisationen 
noch weniger. Trotzdem hal»e ich einmal eine solche 
Vertonung gehört. Mit der Entwickelung des glühenden 
Kisenhloeks zur immer länger, dünner und kälter werdenden 
Eisenbahnschiene hielt die Musik, der ein zuerst glühendes 
Motiv zugrunde lag. in harmonischer Fo'ge Schritt. Kam 
die Schiene länger und dünner aus der Walze, so kam das 
glühende Motiv auch länger und dünner ans dem Klavier 
Die Sache war äusserst spasshaft und ergötzlich, das Ganze 
aber war ein Ulk. der mir wenig geeignet schien, die beleh¬ 
renden Eigenschaften des Film in das rechte Licht zu 
rücken. 

Gerade die freie, den Vorgängen im Bilde naehgehende 
Vertonung kann leicht in grölten Unfug ausarten, so sehr 
sie manchmal bei humoristischer. Film angebracht zu sein 
scheint 

Es kommt sehr häufig vor. dass Dramen in zu peinlich 
kleinlicher Weis«* begleitet werden. Kaum zeigt sich auf 
dem Film ein Mann mit einem Schwert, so hört man auch 
schon zarte Anklänge an das bekannte Schwert an meiner 
Linken. Nimmt der Sohn Abschied, heisst cs sofort 
Muss i denn, muss i denn zum Städle hinaus. Ich hatte 
öfters Gelegenheit einen Pianisten zu hören, der - es muss 
eingestanden werden — zur grössten Freude seines Pubii 
kums aus der Begleitung eines Dramas einfach ein Potpourri 
machte. Tch schätze, dass er mit ungefähr zwanzig oder 
dreissig Piecen seinen musikalischen Begleit ungsbedarf 
deckte. Dieses Verfahren ist einfach, billig und soweit 
es sich um ein Publikum von gleich einfachem und billigem 
Geschmack handelt, probat. Eine gediegene Vorführung 
verlangt jedoch etwas mehr. Wenigstens sollte der Haupt- 






No. 134L 


Der Klnemafoeranh — Dfisseldnrf. 


wert auf <len Stimnningsoharakter der Bilder und dessen 
musikalischer H«*rau«arlx*it ung gelegt werden. Das nähere 
Eingehen auf d : e Einzelheiten der Handlung oder sogar 
auf «lie Gegenstände der Darstellung führt allzuleicht 
zu Taktlosigkeiten oder musikalischen Spielereien. 

Andererseits ist es geradezu ein Kunststück, einen 
landschaftlichen oder belehrenden Film durch die .Musik 
in seiner Wirkung auf das Publikum aLzusch wachen. Dass 
es möglich ist. halte ich weiter oben schon gezeigt. Was 
nun die Begleitung solcher musikalisch wenig anregender 
Film anhetrifft. so ist sicher, dass jede melodische, flüssige 
und angenehme Musik einem Publikum c.ie Vorstellung gibt, 
sieh nicht in einem nüchternen Raume «»der vor einem 
nüchternen (Gegenstände zu befinden. D is Sitzen auf harten 
Bänken, selltst »las Stehen wird dem Publikum erleichtert, 
wenn es Musik hört. Kine leichte, fliessende Musik lenkt 
daher die Aufmerksamkeit von einem Itelehrenden Film 
nicht ab. sondern vermehrt die Aufnahmefähigkeit und 
die Geduld des Publikums. 

Die Vorführung eines humoristischen Bildes kann 
durch die Musik ganz ausserordentlich gesteigert. nlx>r auch 
abgeschwacht werden. Das Kino-Publikum hat im all¬ 
gemeinen «‘inen zu gesunden Geschmack, um an der modern 
stell, in Tönen malenden Musik grosses Gefallen finden 
zu können. Wird diese sonderbar«* Kunst aller zur musi¬ 
kalischen Karikatur benutzt, so findet sie «las grösste 
Verständnis. Natürlich ist «las Piano allein für eine dem «»ft 
s«‘hr tollen Humor g«*recht werdende .Vertonung“ im 
allgemeinen wenig g**eignet. Ein«* Automobilhunpe. eine 
S«*hell«* oder «-in ähnliches der Musik ferner stehendes Instru¬ 
ment tut im gegebenen Augenblick Wunder. Di«* meisten 
Kinohumoresken sind ia so harmlos und s*> sehr für gross«* 
un«l kl«*in<* Kinder ges«*hriehen un«l ausgeführt, dass sich 
auch «li«* Vorführung hier einmal einen regelrechten Nnass 
erlauben «larf. Natürlich muss di«*s«* Art Begleitung «len» 
Publikum i»nget»asst sein, aber auch «lern ganzen Programm 
und dem Charakter d«*s Theaters Ein routinierter Pianist 
von musikalischem Ehrgeiz wird aller auch die Lösung 
solcher Probleme im Klaviersoiel suchen, also auf etwas 
musikalischere und geistreichere Art. 


Schwedische Kinokontrolleure in 
Deutschland. 

Die schwedische R«*gierung hat der Dame Marie Louise 
Gagner in Stockholm, die an einem Lehreriimenseminar 
angestellt ist. ein Stipendium von 404» Kronen zu dem 
Zwecke lx*willigt. eine Studienreis«* nach Deutschland zu 
unternehmen. Es sollen neben Berlin auch andere Gross- 
stä«lte Deutsc hl a n ds besucht werden, und der Zweck «1er 
Uebung besteht darin, zu ermitteln, wie in Deutschland die 
Kontrolle über die Kinovorstellungen unter besonderer 
B«*rüeksiehtigung erzieherischer Gesichtspunkte «*rf«»lgt. The 
Dame will als«» fest stellen, wie die Aufsicht iilx*r «lie Zulassung 
von Vorführungen geiiht wird, soweit sie den Kindern 
zugänglich sind, und inwieweit «1er Biograph in den Dienst 
des Unterricht» gestellt worden ist. oder nach der Ansicht 
massgebender Kreis«* gestellt werden kann. Hs ist schade, 
«lass die Dame nicht von Personen begleitet wird, die im 
praktischen Gesehäftslclien des Kinobetriebes stehen, denn 
sonst würde man Gelegenh«*it haben, sieh mit diesen Per¬ 
sonen über allgemeine B«“tri«*hsVerhältnisse zu v«*rständigen 
und die Ansichten auszutauschen. Das k«"»nnte dann viel¬ 
leicht der erste Schritt zu internationalen Uebereinkommen. 
wie sie das Kinnfach betreffen. sein, «lenn über kurz «xler 
lang werden internationale Kinoorganisatinnen «l«x*h sicher 
geschaffen werden müssen. Ueberall, in Deutschland 


sowohl wie in Skandinavien und andern Ländern des 
K«*ntinents wir«! seitens der Kinountemehmer über diese 
«xh*r jene Massregel «Ter v«»rgesetzten Behörden geklagt 
und vielfach sind es Verfügungen, die sehr ins Fleisch dies» > 
B**trielx* schneiden. Bei d«*r Eigeiiart d«*r Kinovorstellungen 
und lx*i d«*r relativen Neuheit tlieses 4Geschäftszweiges ist 
«*s ja im Grun«Te genommen auch nicht zu verwundern 
dass manches geschieht, was Ix-sser unterhleilien könnt« 
Nicht verkennen dürfen wir aber das nationale Interess«- 
das die Rehönien un«l auch wir sellmt daran haben, das- 
«lie Jugend nicht durel unsere Bilder vertl«»rlx*n winl 
Nun sin«! ja an <h*r Verfertigung verwerflicher Bilder nicht 
wir seitist schuld, sondern di«* Fabrikanten, von denen wir 
die Films beziehen : mul sind diese einmal «la. so gebietet 
es die Rücksicht auf «lie K«»nkurrenz. auch s«>l«*he Serien zu 
kaufen, mit deren Tendenz wir im Grunde genommee 
seihst ganz und gar nicht einverstamlen sind. Gar mantTn-i 
v«»n uns mag sieh manchm .! gedacht halten, wie schön wären 
die Serien, wenn «las ni«*ht da wäre und wenn «las nicht fehlt«- 
Aber «1er Einzelne hat selbstverständlich keine Macht 
den mächtigen Filinfabrikationsgesellsehaften Vorschriften 
zu machen, «lenn di«*sc würtlen nur dariilier lächeln. Wie «li« 
«Sache jetzt li«*gt. muss man also nehmen, was einem gelx»t«-i 
wird, und «1er Kinountemehmer hat s«i oder so darunter 
zu leiden, was and-TP einfällt zu konstruieren. Das sollt« 
nicht sosein. Vielmehr sollten wir in der I««g«* sein, unseren 
\\'üns<*hen Gehör zu verschaffen un«l sell»st Einfluss auf 
das Zustandekommen v«»n Bilderserien zu haben! Warum 
soll auch nicht das Gewerbe, von dem die Filmfabrikante- 
leben, eine Stimme haben, und warum sollen und müssen 
wir alles nehmen, was anzufertigen beliebt wird 
Wenn man sieh einen Anzug anfertigen lässt. so 
wählt man den Stoff: wenn «l«*r Fabrikant Maschine« 
kauft, so sucht er sich di«* geeignetst« aus «xler veranlasst 
diese oder jene Aenderung; wenn die Hausfrau heim Fleisch« « 
einkauft. s«i i>fl«*«rt sie auszuwählen. Nur wir. «lie wir moralis«-' 
und finanziell \<*rantwortlieh sind für den Tnhalt der Dar 
hietungen. wir haben kein Wort darüber mitzureden! D»> 
ist drx*h ganz ents«*hieden ni«*ht richtig un«l licdarf ein«*r 
Aenderung! Aller «lazu gehört Zusammenschluss zu einer 
mächtigen, achtumrgebieteeden Organisation auf breitester 
möglichst auf international«*r Basis. Gegenüber solch«*«' 
mächtigen Verein**»» werden die Filmfahrikanteu wohl 
atulere Saiten anfziehen. und während jetzt der Einzeln 
schwach ist. winl er dann in der (Gemeinschaft stark. Auf 
«liese Weise li«*sse sieh «las jetzige Verhältnis uinkehren. und 
anstatt das« wir ges«*hoben wenlen. künnten wir «lie Fabrikat 1 
schieben, «las heisst, einen massg»*hen<len Einfluss auf «las 
Zustan«l«*kommen un«l «lie Zusammenstellung neuer «Serien 
gewinnen. Warum «las n«x*h nicht ges« heben «»der in die Weg«* 
geleitet worden ist ? El»en weil uns«>r (Geschäft in seiner Ges¬ 
amtheit n«»ch zu neu ist und die Zeit zur internationalen. od«*r 
wenigstens zu grossen nationalen Organisationen gefehlt ha' 
Tn den ersten ..fetten“ Jahren <l«*s Kinog«*sehäfts konnte 
man ia auch ganz gut <»hne solche Verbände auskomtnen. 
aber ie mehr sieh das Geschäft v«*rfla«*ht. je mehr sich die 
Verhältnisse für unsem Erwerb verschlechtere, um so 
dri»»«ren<l«*r tritt di«* Notwemligkeit an uns heran, aus «I« r 
Massiven Rolle in die aktiv«* iiherzutreten. Nicht allein den 
Fabrikanten, sondern auch «lern Publikum gegenüber! 
Wir müssen nicht nur »»erstäniieh tadellos erscheinen, sond«*rit 
auch unsere Angestellten sowie unsere Reklamen müssi-it 
si«*h durch resnektables (Gewand atiszei«*hnen. Der Kin«>- 
lietrieb ist ein ebenso ehrlicher Erwerbszweig wie der 
Betrieb von Banken, und «lasselbe Ansehen, das der B»nki«-r 
g**nie»st. können wir auch in Anspruch nehmen, sobaM 
alles das »usgeschieden .'s . was bisher geeignet war. un*‘ r 
(Geschäft in» öffemliehen Ansehen zu reduzieren. D**‘ s 
und noch vieles an«lere kann durch Organisationen erreich* 
werden, aber «iie wichtigste dürfte eben ein internationaler 
Zusammenschluss sein, damit wir erst massgeblichen Ein- 



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No. 136. 


Der Kinematograoh — Dflsseldorl. 


floss auf die Herstellung der Bilderreihen gewinnen. Ist 
erst dies erreicht, dann ist alles andere leicht in die Wege 
gebracht. Von solchen Gesichtspunkten aus soll uns der 
Studienhesuch der schwedischen Dame nicht unlieb sein, 
vielleicht bietet er doch Gelegenheit, Verständigung mit 
schwedischen Fachgenossen, zu erzielen. 


| (aSBgg) | Aus der Praxis | EsSflgg) J 

-s- Die kineniatosraphische Ausstellung im Kristall- 
Palast in London findet nicht statt. Wie wir von gut 

unterrichteter Seite erfahren, wird die inematographische 
Ausstellung, die Herr Bemard Brown für die Zeit vom 9. 
August bis 4. September arrangiert bat. voraussicht¬ 
lich nicht s t a 11 f i n d c n. Das ist um so bedauer¬ 
licher, als die Beteiligung von Firmen der kinematographi- 
schen. optischen und photographischen Industrie eine sehr 
zahlreiche zu werden und man sich einen anregenden 
Einfluss von dieser Ausstellung versprach. Wir haben schon 
vor einigen Woehen darauf hingewiesen, dass sieh der 
Kristall-Palast in Zahlungsschwierigkeiten befindet. Deshalb 
hätte aber die Ausstellung doch stattfi den können, da der 
Veranstalter die Vereinbarungen mit dem von den Gläu¬ 
bigern bestellten Verwalter getroffen hatte. Auf vom 
Kontinent eingezogene Erkundigungen ist einigen Frage¬ 
stellern von sehr massgebender Seite erwidert worden, 
dass von einer derartigen Ausstellung nichts hekannt sei 
und die Sache offenbar auf Schwindel beruhe Später sind 
durch eine Reihe österreichischer, italienischer und deutscher 
Zeitungen Notizen mit der Ueberschrift ..L o n doner 
Ausstellungsschwindel“ gegangen lind diese 
veranlassten mehrere Firmen, die ihre Beteiligung zugesagt 
hatten, ihre Anmeldungen zurückzuziehen Unser Ver¬ 
treter hatte Gelegenheit, die sämtlichen Aktenstücke und 
die geschlosstmen Verträge einzusehen, und er hat dadurch 
den Eindruck gewonnen, dass von einem Schwindel unter 
keinen Umständen die Rede sein kann und die Persönlich¬ 
keit des Veranstalters genügende Garantien für eine reelle 
Durchführung des Projektes geboten hätte. Es ist daher 
zu bedauern, dass die Ausstellung auf den Rat des Rechts- 
heistandes des Herrn Bernard Brown nicht stattfinden soll. 
Gegen die erwähnten Zeitungen sind Schadenersatzan¬ 
sprüche und Beleidigungsklagen anhängig gemacht worden. 

Neue Kino-Theater. G 1 e i w i t z. Ein reues Theater 
leitender Bilder, das Metropol-Kino. wurde hier Ecke 
Wilhelm- und Kreidelstra.'*«- eingerichtet. — Danzig. 
In den Parterre-Räumlichkeiten des Hauses Langenmarkt 
2. die entsprechend eingerichtet sind, ist ein Lichtbild- 
Theater eröffnet worden. 

* Sonnen-Kinematographie. Eine anscheinend sehr 
bedeutsame Erfindung hat ein italienischer Arbeiter namens 
Silvio Doecetti gemacht. Man nennt dieselbe ..La eine- 
matografia solare“, also die Sonnenkinematographie Die 
Erfindung wurde dieser Tage der Assoeiazione artistica 
intem&zion&le von Doecetti selbst vorgeführt, zu welchem 
Zwecke er durch den Professor Sante Bargellini eingeführt 
worden war. Nach italienischen Berichten soll das neue 
Verfahren nun so einfach sein, dass man versucht ist. 
sich zu fragen, weshalb man nicht schon lange selbst darauf 
gekommen ist. Der Aufnahmeapparat bleibt im Prinzip 
derselbe wie bisher und auch die Films sind dieselben 
(wenigstens bis jetzt), nur die Lichtquelle ist vom bisherigen 
Veriahren verschie len. Man braucht von jetzt an keinerlei 
elektrische .Anlage mehr. wi«> überhaupt keine Elektrizität 
konsumiert zu werden braucht, die Sache geht vielmehr 


..von selbst“, das heisst mit dem Licht der Sonne. Die 
vorgeführten Projektionen sollen sich durch hervorragende 
Klarheit und Sehönheit ausgezeichnet halten, doch weiss 
anscheinend noch niemand, wie die Linsen beschaffen 
sind, die Doecetti zur Anwendung bringt. Auf der grossen 
Leinwand, die in dem mächtigen Saale ausgespannt war 
wurden die ruhig-hellen Bilder in einer Reinheit und einer 
ruhigen Belichtung hingezaubert, wie sie das blendend» 
elektrische Licht voraussichtlich niemals ermöglichen wird 
Die Projekt innen gefielen dem zahlreich erschienen erlesenen 
Publikum derart, dass der Redner in seinem Vortrag»- 
mehrfach unterbrochen wurde; als aber der Erfinder 
zu Ende war und Professor Sante Bargel’ini zum Schlus.- 
iiber die Anwendungsmögliohkeiten dieser neuesten Er 
findung spraoh, über die unzähligen Anwendungen dieses 
neuen Verfahrens und über das. wozu die Erfindung Doccettis 
uns vielleicht noch weiter führt, da brach ein langanhaltendi-i 
und warmer Applaus für den glücklichen Erfinder los. De- 
weiteren wird berichtet, dass durch dieses neue Verfahren 
der Kino-Apparat zu einem T asehenapparat wird 
und dass man ihn ebenso wie jetzt den Phonographen 
ins Fenster stellen kann, um ihn ablaufen zu lassen. In 
Wirklichkeit ist der Apparat von der allergrössten Bedeutung 
namentlich für die Schule und verschiedene Unterrichts¬ 
fächer werden dur»'h ihn »'ine vollständige Umbildung 
in der Lehrweise erfahren. Man denke nur an die Geo¬ 
graphie. In diesem Unterrichtsfach wird es in naher Zu 
kunft möglich sein, den Kindern mit Hilfe dieses Apparates 
das graphisch vorzuführen, was gerade den Gegenstan»! 
des Unterrichtes bildet. Wird von den Alpen g»?sproehct 
oder vom Rhein, von Berlin oder von den Marschen, von 
der Ostsee oder vom Ozean, überall wird das lebendige Bi 1» 
der. Vortrag des Lehrers begleiten und durch dasselbe winl 
der Unterricht zu einem wahrhaft anschaulichen, zu einem 
geradezu idealen. Schon allein für die zahllosen Schulen 
Gymnasien. Universitäten und anderen Unterrichtaanstalten 
ganz abgesehen von den Stätten, wo die Kino-Vorführung« 
der Unterhaltung dienen, wird der neue Apparat in M’i 
lionen von Exemplaren erforderlich sein. Speziell auch 
für den Handel ist die Erfindung deshalb wertvoll, w.-il 
der Kaufmann oder Ingenieur es mit seiner Hilfe leicht 
haben wird, die Mechanismen und den Gang von Masehin»-n 
zu erklären. Gerade in dieser Hinsicht füllt das Verfahren 
entschieden eine Lücke aus. denn der Verkäufer kann un 
möglich wirkliche Maschinen mit sich führen und dem 
Interessenten im Gang zeigen. Künftig wird er alsr 
einfach seinen Kino mitnehmen, denselben im Fenst»» 
des Käufers zur Aufstellung bringen und dem Interessenten 
die Vorteile und den Gang der Maschine de facto erklären 
können. Tn ganz Italien feiert man den Frfinder bereit- 
jetzt mit grösstem Enthusiasmus. 

Lieemitz. Den Salon-Kino, Mittelstrasse 14.hat 
die Direktion fies Welt-Reform-Kinns gekauft und ihn am 
1 August d. J. in Betrieb gesetzt. Der Kino ist mit den 
besten Apparaten der Theatertechnik versehen worden. 

-s- London. Es verlautet, dass zwei bedeutend»- 
amerikanische Häuser. Laemmle und die Entre 
prise Optical Manufaeturing Go. in London 
Zweiggeschäfte errichten werden — Die Pre.cision 
Film Co.. Levtonstone und die Clarendon Werk»- 
Croydon sind im Begriff, in London Verkaufsstellen ein- 
zur iehten. 

-gw- Die kinematographisehe Gesetzgebung in England. 

Tn den letzten Monaten w urden in England Schritte unter 
nommen. um die ungeregelten Verhältnisse in der Kine¬ 
matographie zu ordnen und einige Sicherheit wegen de- 
Feuerschutzes zu schaffen. Wir berichteten bereits, dass 
ein Antrag im Parlament eingebracht wurde, der verlangt 
dass neue Vorschriften für Kinematographentheuter erlassen 
werden sollen. Die Sache geht langsam ihren Weg weiter. 




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No. 136. 


Der Kinenmtograph — Düsseldorf. 


Kürzlich •■rstjittctc das parlamentarische Komitee des 
London (öunty Council (der Londoner Verwaltungsbehörde), 
Bericht über die Ratschläge, die als Zusätze zu dem Antrag 
unterbreitet wurden.der im englischen Parlament eingebracht 
wurde. Diese Vorschläge wurden ursprünglich vom Theater- 
und Musiklutlienkomitee erstattet. Dieses wünscht, «lass 
das (Jesetz sich nicht allein auf die kinematographischen 
Vorstellungen erstrecken soll, bei denen auch unbrennbare 
Films verwendet werden, sondern auf alle Schaustellungen 
dieser Art. Ks wurde dabei betont, dass der Film nicht 
allein die Ursache der Gefahr ist. denn auch die Beleuchtung 
schafft mancherlei gefährliche Situationen, so dass es 
zweckmässig ist. dass die Behörden keinen Unterschied 
zwischen Vorstellungen mit gewöhnlichen und unverbrenn- 
baren Films machen sollen. Ueberdies müssten auch die 
Bestimmungen, dass die Vorführung von unverbrennbaren 
Films von diesen gesetzlichen Verfügungen ausgenommen 
s.-i. zu mancherlei administrativen Schwierigkeiten in der 
Ucbcrwuchung führen. Ausserdem verlangt das Komitee, 
«lass eine Strafe dafür eingeführt wird wenn einem vom 
London (öunty Council bestimmten Uelterwachungsorgan 
der Kintritt verweigert wird. Dies wäre schon darum nötig, 
weil manche Inhaber von Unternehmungen, die keine 
Lizenz hul>en. den behördlichen Organen «lie Kontrolle 
unnniglich machen. Das Komitee schlägt vor, dass diese» 
Strafe von 2o Pfd. Sterl. («Ml Mk.) an bestimmt und in das 
Gesetz aufgenommen wird. Als dritter Wunsch wird vor¬ 
geschlagen. dass die (Jebühren für die Ausfertigung von 
Lizenzen nicht mit 1 l*f«l. Sterl. (20 Mk.) begrenzt werden, 
v.ie es im Gesetzentwurf vorge-chlagen ist. Ks ist wahr¬ 
scheinlich. dass alle diese Wünsche in das neue Gesetz 
t ir Grossoritannieti aufgenommen werd«»n dürften, weil 
das parlamentarische Komitee des London County Council 
sich mit der Kinfiihiung solcher Bestimmungen einverstan¬ 
den erklärt«», die wohl in absehbarer Z«-it Gesetzeskraft 
erlangen werden, so dass dann die Kontrolle der Kinemato- 
grapbentheater möglich ist. 

IfÜg^ÜÜ] Zick-ZadT~|li^^^^l 

Riehligstellung. Wir haben vor einiger Zeit in einem 
..Wiener Briefe" einer Ehrenaffäre Erwähnung getan. 

• n welcher es sich um <li<- Bclcüiigungsklage des früheren 
Herausgeliers des Fachbiartcs ..Oesterreit hischer 
Komet" gegen den Kinematographenbesitzer J«isef 
Quester handelte. Unsere Darstellung beruhte insofern 
auf einer unrichtigen Information, als Herr Feigl. der ehe¬ 
malige H rausgeber des ..Oesterreiehischen Koinet". von 
Herrn Quester in ganz unberechtigter Weise beleidigt 
« «mit», dass Quester, um der Strafe zu entgehen, bei Gericht 
Abbitt lösten musste. 

-i ■ Der kinematugraph im Dienste des Bildhauers. 

I nter d« Werken der bildenden Kunst im diesjährigen 
Pariser ..Salon" fand eine Schöpfung des Künstlers Paul 
f’apellani ganz besondere Anerkennung. Der Katah>g 
bezeichnet sie mit d»*n» suggestiven Titel: „Versunken“. 
Das Sujet ist von einem gt >■ »dezu dramatischen Realismus, 
und auf den ersten Blick verständlich: es repräsentiert 
«lii» letzten Minuten «*incs Mensehen, der in der Nähe des 
M«-eresufers im Schlamm versinkt. Der obere Teil seines 
Körpers ragt noch über «las fcuchteGrah empor. das sich bald 
fiir immer über ihn schli säen wird. Mit einer letzten Auf 
raffung all seiner Kraft versucht er sieh an der widerstands¬ 
losen < Iberfläehe festzukr.» 1 « . Di,. Stellung «les gen Himmel 
gerichteten K«»pfes. das krampfhaft verzerrte Antlitz, der 
irre Blick der weit aufgerissenen Augen, der zu einem 
l«*tzten. langen Atemzuge vor dem nahen Erstickungstod«- 
geöffnete Mund, dem noch eben die letzten, verzweifelten, 
leider vergeblichen Hilfeschreie entwichen, all dies ver¬ 


anschaulicht das Furchtbare dieses ohnmächtigen Kampfes 
die Schrecken der Agonie eines in voller Kraft dahin - 
sterbenden Menschen. 

„Das Versinken”, sagte Victor Hugo, „ist eine zur 
Flut gewordene Gruft, die von der Erde zu den Lebenden 
emporsteigt". Der Bildhauer Capellani hätte sich einfach 
durch diese Definition inspirieren und mit den Hilfsmitteln 
seiner Phantasie und des nach seinen Anordnungen stehen 
den lebenden Modelles das Werk ausführei». können. Aber 
der talentierte Künstler, der zugleich ein vorzüglicher 
Schauspieler ist hat die Gewohnheit, sieh mit seinen Rollen 
zu identifizieren, und diese Gewohnheit 1 h- wog ihn, sein 
..Sujet " selbst zu „erlel>en". bevor er an die Bearbeitung <l« s 
Marmors ging So begab er sich denn eines Tages an di« 
Nordküste Frankreichs und mimte in eigener Person in 
der unendlichen Einsamkeit der von der Meeresflut durch 
wühlten Dünen die Szene des Verzinkens, während ein 
kinematographischer Apparat wahrheitsgetreu alk* Phas«-ii 
des simulierten Dramas aufnahm. Trotz aller wohlweislich 
getroffenen Vörsichtsmassrcgeln hätte dieses gefährlich.- 
Experiment beinahe einen tragischen Ausgang gefunden 
denn nicht nur der Hauptdarsteller des Dramas lief Gefahr 
das wirkliche Opfer des allmählich nachgcliendcn Erdreiche 
zu »erden, sondern auch der < tperateur und sein Apparat be¬ 
gannen nach und nach in das schlammige Moor einzusinker. 
als glücklicher Weise noch zu rechter Zeit die Hettungs 
mannschaften herbeieilten. Man wird zweifellos dein 
begabten Bildhauer das Verdienst nicht allerkennen dürfen 
ein seltenes und interessantes Beispiel künstlerischer Ge 
wissen huf tigkeit geliefert zu hallen. Fernerhin aber hat 
er damit einen weiteren Beweis für die Mannigfaltigkeit 
der Nutzanwendung der Kinematographie erbracht. 


|| CsBSQgg) Firmennachrichten fcsSBgg) ij 


Berlin. Deutsche Filmleiher-Vereinigung. Gesellschaft 
mit beschränkter Haftung. Dem Kaufmann Georg Joesteii 
in Berlin ist Kinzelprokura erteilt. Die Vertretung* lief ugm- 
der Geschäftsführer Walter Leibecke und Georg Joesteii 
ist beendet. 

Berlin. Zu der im Handelsregister veröffentlichten 
Notiz, die Kapitalserhöhung der lntt»mati<inalen Kinema 
tographen- und Licht-Effekt-Gesellschaft m. b. H.. Berlin 
von Mk. 120 000auf Mk. 194 0(M>. erfahren wir noch folgend«^ 
Die genannte Gesellschaft hat die Fabrik moderner 
Maschinen, Apparate und Armaturen. Oppen & Prinzk« 
(J. m. h. H. in Spandau, in Form einer Tochter-Gesellschaft 
mit einem Kapital von Mk. 120 000 angeglicdert und ist 
Herr Effing auch Geschäftsführer der neuen Gesellschatt 
geworden. Die .Spandauer Fabrik, welche schon seit vielen 
Jahren besteht und sehr leistungsfähig ist. beschäftigt nahezu 
50 Arbeiter und zählt für die bis jetzt dort fabrizierten 
Apparate und Armaturen viele Behörden und grosse 
Maschinen-Fabriken zu ihren Kunden. Ausserdem will die 
Internationale Kinematographen- und Licht - Effekt - 
Gesellschaft den Bau aller, die Kinematographen-lndustric 
inten»ssier«»nden Maschinen und Bestandteile dort in gross 
zügiger Weise forcieren und sollen bereits binnen kurzem 
neue Fabrikate auf den Markt gebracht werden. 

Elberfeld. Allgemeine Kinematographen-Gesellschaft 

mit beschränkter Haftung, Elberfeld. Die Firma ist ge¬ 
ändert in Kinematographen-Gesellschaft Metropolitan«* mit 
beschränkter Haftung. 

Königshütte (O.-Schl.). In das Handelsregister wurde 
eine Zweigniederlassung der Firma Grand Kincmatograph 
Johann Poralla in Zabrze unter der Firma Grand Kine- 
matograph Johann Poralla und als deren Inhalier der Kauf¬ 
mann Johann Poralla in Zabrze eingetragen. 





















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beul b. Dresden. 9. 6. 09. H. 41 806. 

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Einspruch erhoben werden. 

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No 136 


Der Kinematograph — Piisseldorl. 




Aus dem Reiche der Töne 


Was hat man von einem guten Regisseur 
bei Tonbildaufnahmen zu verlangen ? 

Von Max Olitzki. 

Es ist eine alte Erfahrung, dass die Kritiker von einer 
schlechten Vorstellung sprechen, »t nn hei ihr nicht alles 
„klappte". Kr pflegt sich in solchem Kalle der Redewendung 
au hedienen: die Regie versagt«': das soll dann heissen, 
der Regisseur holt«' aus «lein Stücke nicht alles heraus, 
was tler Dichter ausgesprochen. Al»er uicht nur die Absichten 
des Dichters sind von ihn» zu i'rfüllen. sondern ihm liegt 
noch ob, «lein Darsteller initzuteilen, wie e r sieh «lie Ab¬ 
sichten des Autors zurecht geh'gt hat Kr muss also ver¬ 
stehen, «lein Darsteller jede Nüanc« genau vumumimen, 
die dieser dann nachzuspielen hat. Kr ist mithin nicht nur 
des Minien geistiger Führer, sondern auch des Schauspielers 
Schauspieler. Bei der Oper verlangt man von ihm noch 
gesanglichen Schliff, «len er dem Sänger sehr häufig 1 »eizu¬ 
bringen hat. Ist also weiterhin auch Sangesmeister. Der 
Regisseur muss aber auch malerischen Instinkt. Ver¬ 
ständnis für Farbenkompoaition. dekorativen (Jeschmack 
U'sitzen, um den Zuschauer in die nötige Illusion zu ver¬ 
setzen. Das sind im kurzen die Fundamental-F«>rderungen 
eines Regisseurs bei einem stabilen Theater, das gnissten- 
teils vorübergehende, ich meine kurzlebige Stücke zur 
Vorführung bringt. Kine Tonhildatfnahme, die aller 
eventuell ewig vorgeführt werden kann, die nach vielen, 
vielen Jahren immer wieder aufs Tapet gebracht werden 
darf, muss mit weit grösseivr. erlisteter Aufmerksamkeit 
in Szene gestützt werden, «leim «1er Film, der sie birgt, 
ist nicht zu verbessern, er besteht nun mal und kann daher 
nicht umgeworfen werden. Es ist seitist verständlich, 
dass wir nur an all«*rerste Filmaufnahmen denken, an wich¬ 
tige für das im Rntstehen begriffene Filmarchiv würdige 
Aufnahmen, «lie mich unseren Nachk«»mmen ein klan-s. 
«'«■ht«'8 Bild zeig«‘ii sollen. 

Tonbildaufnahmc ’ Das W«>rt wiegt drei Werte auf 
Man fordert von ihr Musik, gute Musik, «'in anschauliches 
Hil«l untl nicht zu guterlctzt von beitlen eine tadelhise 
Aufnahme Sin«! «liese drei Fakten erfüllt, so ergelien sich 
«1 i e Tonbildaufnahnicn. Wie wird aller gerade die P«Ts«»n 
des Regisseurs von «len Filmfabrikanten unterschätzt ’ 
Einige g Lau Um. sie können nicht vorteilhafter disponieren, 
wenn sie einem Theaterregisseurdie Leitung ihrer Aufnahmen 
anvertrauen. Das ist ein grosser Irrtum, denn du-ser sieht 
aus «1er Theaterperspektive, ist nur R«'gisseur. während 
der Leiter «ier Tonbildaufnahnicn „Mädchen für alhvs" 
sein muss. Kr muss für die Dekorationen s«»rgeii. den < *hor 
zusammenstellen, die Solisten auswählen. Perücken U- 
schaffen, Kostüme kennen, musikalisch sein; er ist mithin 
sein eigener Ka|icllme:ster, Kostiimschneider. Friseur, Re¬ 
quisiteur, (lioidirigent, Dek«irationsmaler. Souffleur und 
Direktor. I-etzten-s, weil er allen na«-hh«'r «lie (Jagen 
auszahlt, wenn auch mit «lern (leide des Fabrikanten, 
«len die Künstler alter niemals kennen lernen. Für sie 
cxistÜTt nur tler Regisseur, der die Vollmacht hat, sie zu 
«mgagieren. von dem sic ihr Htinorar in Empfang nehmen. 

Ein guter T«uthildregisseur sollte es nicht duldt'ii. 
«lass man z. B. eine Arie, von Caruso gesungen, von einem 
lieli«‘bigen Choristen in der Maske des berühmten Italieners 
agieren lässt. I>as Udeutet doch schlankweg eine Vorspie- 
gelung falscher Tatsachen, eine grobe Täuschung für das 
Publikum Unter solchen Bedingungen könnte er «lern 
Zuschauer einen grossen Kater für «len gefürchteten Wüsten- 


h'iwen vorspi«'geln. Oder, wie es gleichfalls häufig geschieht 
mimt eine Choristin oder Statistin eine v«»n einer intern;, 
tionalen Sängerin vorgetragene Szene, und der ahnungslos 
Hörer muss es glaulieti. soeben die und die Grösse gesehen 
untl gehört zu haben. Zu «lerartigen Handlungsweis« >i 
sollte sich ein gewissenhafter Regisseur niemals hergeben 
Ist das zahl«‘iide Publikum erst g«g«'ti s«ilehe Schlich. 
gek«>mm«'n, dann wird «*s sich hüten, das Kinotlieat«'r zu 
hesu«'hen, das Kinotheater, das ihm eine Bildungsstätte 
s«*in soll, von der «'s annimmt, naturgetreue, wahrheitsvoll- 
Bilder zu sehen. 

Ist d«*r Theaterregisseur selten ein guter T«»nbil«l 
regiaseur, so kann ein routinierter Schauspieler ein mise 
rabeler Tonbildsteller sein. So gibt «*s z. B. Komikei 
die niemals einen Bühne betreten haben, für die Kino 
Aufnahmen jedtx-h prädestini«'rt sind untl das Piiblikuu 
durch ihr«* grotesken Bewegungen. «lurch ihren wandlung- 
fähigen Gesichtaausdruck zu hellstem Lachen zw ing«>n. Solch 
Talent«* zu pflegen, ihnen weiter«- Anregungen 
zu gelx'n. für di« Kiimbühne zu sichern. ist Aufgalie «•inn- 
guten Regisseurs. Auch auf dramatischem tJebiete find«”) 
sich solche B«>gal»ungen unter jungen Männlein und Weiblein 
die von dem Tonbildregisseur erkannt werden müssten 
Hat dieser den sicheren Blick — und dit'ser ist ciin 
weiter»- Forderung — so wird er liald in d«-r Lage sein 
sich ein ganzt*s Ensemble zusamm«'nzustellen, das au> 
schliesslich für die Filmaufnahmen festzuhalten ist. In 
Amerika haben sich im Laufe der Zeit - unter verständiger 
Regie „Stars" gebildet, «lie sich durch ihre bewunderungs 
würdige, realistische Darstellung für «lie Tonbildaufnahnn 
gera«iezu unentbehrlich gemacht haben. Wie am Thcat«- 
des Regisseurs höchstes NVrdienst t*s ist, seine Künstler aut 
eine n Ton zu stimmen, dur«-h sichern« lneinandergreif«-n 
der einzelnen Szenen, ein harmonisches Ganz« 
zu schaffen, so s«illte «ler Ehrgeiz des Tonbildregissetii- 
gleichfalls dahin steuern, seine Trup|»en auf «las Genauest« 
zu drillen, zur Disziplin einer peinlichen Verschmelzum. 
zu zwingen. Der gute Tonl»ildregiss«‘ur muss n«K'h ge 
wissen haftere Proben abhalten als sein K«illcg' 
von der anderen Fakultät. Er muss sich immer hewuss* 
sein, dass er Dauerwerte zu schaffen hat. dass sein 
Ensemble nach der Aufnahme nicht mehr verlx-sserung- 
fähig ist. Deshalb tlarf «-r nicht sinnlos, ohne Ueberlegung 
mechanisch arls-iU'ii. sondern soll sich ständig R i «• h a r <1 
Wagners W«»rte Vorhalten: „Das Mechanische unter 
s«'heidet sich vom Künstleris«'hen dadurch, dass es von 
Ableitung zu Ableitung, von Mittel zu Mittel geht, um endlich 
«loch immer wieder nur «'in Mittel, die Maschine. herv*>r 
zubringen: wogegen «las Künstlerische g «• - 
r a «1 «• den entgegengesetzten Weg ein 

schlägt. Mittel auf Mittel hinter s i ch 
weiss, von Ableitung auf Ableitung ab 
sieht, um endlich beim Quell aller Ab¬ 
leitung, alles Mittels, der Natur. mi< 
verständnisvoller Befriedigung seine* 
Bedürfnisses anzukomine n." Befolgt «ler Ton 
bildregiss«'ur diese wenigen Aufmunterungen, so wir«! er 
mit dem liekanntcn Goethe- W«»rt nicht im Dilenini« 
lelien: 

„Die Kunst bleibt Kunst’ wer sie nicht durchdacht. 

Der tlarf sich keinen Künstler nennen." 

. Durchdenkt“ er si*\ st» wird er auch ein „Künstler" sein 
und Künstler bei der Tonbildaufnahmc tun uns n«»t. 




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No. 137. 


Düsseldorf, 11. August 1909. 


Erscheint jeden Mittwoch. 


Nachdruck des Inhalts, auch auszugsweise, verboten. 


Schauspieler im Kinematographen. 

Selten hat eine Erfindung eine so ungeheure Verbreitung, 
gleichzeitig aber such ein so unverdientes .S-hitks.il erlebt. 
«i<- die kinematographisehe Darstellung. Noch bevor 
sic die nötige teehnisc-he Ausgestaltung erfahren hatte, 
wurde sie in grösst-in Umfange ausgenutzt. »iiglcit-h die 
ersten ..lebenden Bilder" durch ihr Flimmern ind ihre 
1 i ruhe den Genuss stark lieeinträchtigten Allmählich 
gelang es dann, den technischen .Mängeln im wesentlichen 
ahztihelfen, aber dafür litt die schöne Krfindung unter 
einem andern Uebelstand: sie wurde zu volkstümlich. 
Bit- Kinematographentheater. die überall in der Welt 
massenhaft erstanden, passten fast ohne Ausnahme ihren 
‘Spielplan dem Geschmack der allerbreitesten Volksschichten 
an. indem sie das Hauptgewicht auf Morddramen, naiv¬ 
sentimentale Idyllen und. wie es öfter in den Ankündigungen 
heisst, ..sehr komisch wirkende“ Darstellungen legten, 
während die stets lehrreichen oder interessanten Bilder 
aus dem wirklichen Leiten. Aufnahmen älter bemerkens¬ 
werte Landschaften ttder über das Volksleben nur sparsam 

Vorkommen. 

Unter diesen Umständen kann es nicht verwundern, 
wenn die Kinematographentheater bei dem Teil des Pu¬ 
blikums. das wederfiirgrausige noch naive Szenen schwärmt. 
1,1 Misskredit gekommen sind. Ein solches Schicksal 
hat indessen die sinnreiche Erfindung der Kinematographie 
wahrlich nicht verdient. Schon jetzt gibt uns der rollende 
in mitunter geradezu prachtvollen Aufnahmen ein 
g' treues Bild vom Lehen und Treiben in fernen Ländern, 
V'ttr. brandenden Meer, von grossen Industriebetrieben 
U8W - **nd erfüllt damit eine lehrreiche Mission. Es kann 
auch kaum ein Zweifel darüber bestehen, dass das Kine- 
ntatographenwesen. eben auf Grund seiner ausserordent- 
hrhen Entwickelungsfähigkcit und Vielseitigkeit, im Laufe 
der Zeit noch seinen Charakter ändern wird. Dies liegt 
l^hon i m Interesse der Filmfabrikation selbst, die zum 
teil in Form von Grossbetrieb arbeitet und bereits jetzt 
zuweilen einen vielgestaltigen und schnell arbeitenden 
-Apparat darstellt, denn ein Tagesereignis, eine Truppen- 
8 °“ au , der Einzug eines Monarchen oder dergleichen kann 


schon am seilten Abend im Kinematographentheater vor¬ 
geführt werden. Eine liekanntc Pariser Filmfabrik unter¬ 
hält für ihre Aufnahmen förmliche Spezialitäten!heatcr. 
in der Itesonders angestelltc Artisten alle die mehr oder 
minder ..humoristischen“ Szenen spielen, die jeder Besucher 
dei Kinematographentheater kennt. Dort wird u. a. das 
idiotische Hennen durch Hecken und Wege mit dem Springen 
in einen Teich als Schlusseffekt ausgeführt. 

Nun machen sich Bestrebungen geltem!. diese «»ft 
recht traurigen Kunstprodukte durch wirkliche schau¬ 
spielerische Vorführungen zu ersetzen. Man meint, es müsse 
ebenst» gut möglich sein, ein Schauspiel auf dem Film 
wiederzugeben, wie ein Sänge- durch das Gsammophon zu 
Gehör kommt, letzteres geschieht zwar auch nicht imitier 
in einer Weise, die den Musikfreund erfreuen kann, und 
ähnliches steht auch bei der kinematographisch vorgeführten 
Schauspielkunst zu erwarten Aber immerhin wäre damit 
ein Schritt vorw-ärts getan, der bei der stetigen technischen 
Entwickelung zu guten Aussichten berechtigt. Vor einiger 
Zeit hat sich eine Anzahl Verfasser und Bühnenkünstler 
in Paris zu dem Zwecke vereinigt, den Kinematographen 
künstlerisch zu heben und gleichzeitig nutzbringend zu 
verwerten. In Paris dürfte auch- der Boden hierzu besonders 
günstig sein, da hierdie Kinematographentheater oft wie wirk 
liehe Theater ausgestattet sind, eigene Orchester hatten und 
ziemlich hohe Eintrittspreise nehmen Hier nehmen auch die 
Blätter im redaktionellen Teil vom Programm der grösseren 
Kinematographentheater ebenso Notiz wie von den wirk 
liehen Theatern, allerdings nach der nieht unvorteilhaften 
französischen Sitte, sich dafür bezahlen zu lassen. Auch 
im Auslande hat man diese kinematttgraphisehe Schauspiel¬ 
kunst eingeführt. St» galten auf diese Art jüngst in der 
schwedischen Stadt Gotenburg Künstler vom Theatre 
Francais und vom Odeon Gastrollen, und besonderen Beifall 
fand Dearlys Iterühmter Apachentanz, der im letzten 
Sommer die grösste Anziehungskraft im Moulin Rouge 
ausübte und auch wirklich eine gediegene Kunstleistung 
bildet, ln Stockholm hatte man übrigens schon vor meh¬ 
reren Jahren ein sog. ..Unsterbliche? Theater" ins Leben 
gerufen, worin kinematographisch Berühmtheiten der Bühne 
vorgeführt wurden und das etliche Ze t hindurch bestand 
Inzwischen hat die Technik weitere Fortschritte gemacht 
und es ist anzunehmen, dass sie sich so weit entwickelt 
um mit Erfolg das Gebiet der Schauspielkunst beackern 






No. 137. 


Der Klnematogranh — Düsseldorf. 


zu können. .Schon in kulturhistorischer Beziehung wäre 
dies von grossem Werl. Welch eigenartiger Genuss müsste 
es sein, wenn es uns vergönnt gewesen wäre, unsere berühm¬ 
testen Schauspieler früherer Zeit, die die gegenwärtige Gene¬ 
ration nur vom Hörensagen kennt, mit Hilfe des Films 
wieder aufleben zu lassen. Künftige Generationen werden 
sicher das Vergnügen haben, jetzig«- .u-rvoiTagende Bühnen¬ 
künstler im lebenden Bilde kennen zu lernen, und namentlich 
für den Schauspieler muss es ja von grossem Interesse 
sein, einen längst verstorbenen Meist«T der Darstellungs¬ 
kunst in seinen Gesten und Zügen studieren zu können. 
Dieselbe Bedeutung wie die Phonographenrollen für die 
Geschichte der Musik hallen, werden sicher auch die Films 
für die Theatergeschichte gewinnen. Was die Kincmato- 
graphentheater betrifft, so können diese mit einer Erwei¬ 
terung und Verl>ess«*rung des Spielplans, wie sie mit den 
erwälinten schauspielerischen Darstellungen angestrebt wird, 
nur gewinnen. Für sie muss es immer mehr ein Haupt- 
strclx-n bilden, Kunst in jeder Form zu bieten. ..nur dass 
die Kunst gefällig sei!“ F. M. 


Akkumulatoren. 

Wenn man sich klar machen wil!, was ein ,,Akkumu¬ 
lator“ ist, so kann man beispielsweise dabei an den mensch¬ 
lichen Körper erinnern. Den ganzen Tag über ist der 
menschliche Körper in Tätigkeit: «*r bewegt sich, spielt, 
arbeitet, kurz er verrichtet tausend Dinge, zu denen eben 
Kraft nötig ist. Und diese Kraft kommt letztlich aus dem 
Magen. Hier ist die Stelle, wo beständig durch die Nahrung, 
die wir zu uns nehmen, Kräfte zugeführt werden. Es ist 
zwar kein schön«*s Bild, aber es trifft den Kern der Sache, 
wenn wir den Magen mit dem K«-ssel «-in«-r Dampfmaschine 
vergleichen, der im vollsten Sinne d«-s Wortes durch die 
Nahrungsmittel ..geheizt“ wird. Wir sind nun, wie schon 
erwähnt, beständig mit unserm Körp«-r tätig. Nun pfl«*gt 
man sich aber bekanntlich rtieht in der Weise zu ernähren, 
dass man den ganzen Tag über isst. Das würde schon 
praktisch sehr unbequem sein, und ausserdem hat die 
ärztliche Wissenschaft nachgewiesen, dass es nicht einmal 
gesund sein würde. Nun muss offenbar die Nahrung, 
die man bei einer Mahlzeit eingenommen hat, solange für 
die Arbeit ausreichen, bis man dem Magen wied«-r neue 
Lebensmittel zuführt. Die Kraft muss also aufgespeichert 
werden, und darum lässt sich der Magen mit einem Apparat 
vergleichen, den man einen Akkumulator nennt. 

Die Technik braucht nun solche Akkumulatoren 
häufig. Da fliesst z. B. bei einem Städtchen ein kleines 
Bächlein, welches Tag und Nacht seine munteren Wellen 
vorbeisendet. Der praktische Sinn Ix-schliesst sofort, «liesem 
unbändigen Wildfang eine nützliche Arbeit zuzuweisen: 
er soll hübsch eine Turbine treiben, und elektrisches Licht 
erzeugen. Nun ist aber, wie wir annehmen, das Bäch¬ 
lein doch etwas schwach, sodass seine Kraft nicht ausreicht. 
Da muss der Akkumulator helfen. Ueber Tag fliesst 
das Wässerlein ja auch, und dann wird kein Licht gebraucht. 
Hier wird es also gelten, die überschüssige Kraft des Tages 
aufzusammeln, und in der Nacht zur Verfügung zu stellen, 
um den Bach zu unterstützen, der mit seiner Nachtarbeit 
allein die Kosten der Beleuchtung nicht zu bestreiten 
vermag. 

Sehen wir uns die elektrischen Akkumulatoren ein 
wenig näher an. Gaston Plant« 4 hat das Verdienst, zuerst 
auf Grund sehr sorgfältiger Arbeiten brauchbare Akkumu¬ 
latoren helgestellt zu haben. Er nahm zunächst zwei Blei¬ 
platten, tauchte dieselben in verdünnte Schwefelsäure, 
und sandte einen ladenden Gleichstrom durch die Platten. 
Der sich entwickelnde chemische Vorgang ist, kurz gesagt. 


dann folgender: An der Bleiplattc. welche am negativen 
Pol der Batterie oder Dynamomaschine liegt, scheidet sich 
freier Wasserstoff ab. während sich an der andern Blei 
Superoxyd bild«-t. Auf diese Weise entsteht gewisser 
«nassen ein galvanisch«*s Element, zusammengesetzt aus 
Bl«*isupt*roxyd, »Schwefelsäure und wasscrst«>ffbeladen«-ii 
Bl«*i. Wenn man jetzt die lad<-ndc Stromquelle abschaltet 
und die beidt-n Bleiplatten neuerdings durch eine Leitung 
verbindet, so fliesst in derselben ein »Strom. dess«-n Richtung 
der vorigen entg«-gengesetzt ist. Die Zelle gibt also di« 
hineingeschickte Elektrizität wieder zurück, ähnlich wi« 
ein in die Höhe geworfener Stein auch schliesslich sein- 
Bewegung umkehrt und — wenigstens theoretisch — mii 
derselben Wucht unten wi«»der ankommt, mit welcher er 
cm fx irgeschleudert wurde Das Flieeeen «l«-s Strom«- 
hört auf, wenn beide Platten an der Oberfläche in Blei 
sulfat verwandelt sind. 

Es genügt nun alx-r nicht, wenn man einfach zwei 
Bleiplatten in vi*rdünnte Schw«-felsäure taucht, und nun 
darauf rechnet, dass sich ein günstiger Effekt einst eilen 
werde. I>er Strom würde dann nur kurz andauern und 
rasch an »Spannung verlieren. Plant«* fand, dass man viel 
mehr ein solches Element l*esond«*rs vorbereiten, „formieren 
müsse. Die eine Bleiplatte soll durch den Sauerstofi 
möglichst vollständig in Bleisujteroxyd verwandelt werden 
Es ist also gewissermassen nötig, das Blei aufzulockern 
Plante erreichte das dadurch, dass er ein Element viele Ma 
lud und wieder entlud. Mit jedem Male vollzogen sich <ü 
Vorgänge gründlicher, bis man endlich eine Zell«- hatt. 
die als fertig und brauchbar angesehen werden könnt«-. 

Die Elemente braucht-n also eine ziemlich lange Vor 
bereitung. Faure suchte diesen i*r«»zess dadurch abzu 
kürzen, dass er die beiden ßleiplatten mit einer Sehicht 
von Mennige umgab, welches ja an sich schon eine Sau<-r 
Stoffverbindung des Blei«« ist. Durch dieses Verfahret 
wurde allerdings die H«*rstellung der Akkumulatoren I» 
deutend abgekürzt. Es zeigte sich alx-r bald, dass die 
Mennigeschichten l«*icht von d«-n Platten abfielen, und da- 
also die Haltbarkeit eines solchen Element«« gering war 
Man hat dann später wieder meist das alte Plante’sclie Wi 
fahren aufgenommen, welches zwar sehr umständlich i.-t. 
aber sichere Resultate erreicht. 

Gegenwärtig pflegt man'die positiven Bleiplatten mit 
horizontalen, s«-hr tiefen Nuten zu versehen, wcidurch mnn 
die wirksame Oberfläche bedeutend vergrössert. Die negn 
tiven Platten werden gitterförmig ausgearbeitet und man 
füllt in die Masche Bleiglätte, dir sich l>ei der Ladung 
vollständig in Blcischwamm verwandelt. Man gi«*sst die 
Bleiplatten gleich in die Form, dass sie rechts und links 
je eine vorspring«*nde Nase haben, mit denen sie dann 
in das Gefäss eingehängt werden. Man verlötet dann ein<- 
Anzahl positiver und negativt-r Platten je miteinander, 
und bringt den »Satz in ein Gefäss mit veniiinnt'-r Scliwef«-!- 
säure. Dabei nimmt man immer von den negativen Platten 
eine mehr, und es hängt also jede positive Platte zwischen 
zwei negativen. 

Der Nutzeffekt guter Akkumulator«-n Ix-trägt bis 
85 %. Das will sagen: von 100 Teilen elektrischer Energie 
die ich hineinsende, kann ich 85 wi«der herausholen. Wenn 
man einen Akkumulator charakterisiert, so sagt man etwa: 
seine Kapazität beträgt 368 Amperestunden Weis bedeutet 
das ? Es heisst, der Akkumulator kann 368 Stunden 
lang einen Strom von einem Ampere herausgeben. Seine 
Leistung kann alx-r auch anders zusammengesetzt sein 
er kann z. B. 184 »Stunden lang zwei Ampere Strom geben. 
Man kann sich das einrichten, wie man es braucht; nur gib* 
es hier praktisch eine gewisse Grenze. Es ist nämlich nicht 
zulässig, die Amperezahl beliebig zu steigern. Jeder 
Akkumulator verträgt nur eine gewisse »Stromstärke, und 
wird innerlich zerstört, wenn dieselbe überschritten wird. 



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No. 137 


Der Klnematograph — Düsseldorf. 


Ein Akkumulator besitzt rund 2 Volt Spannung. Machen 
wir uns daher klar, was er bei einer Kapazität von 3H8 
Amperestunden ausrichtet. Seine Leistung lx*trägt offenbar 
— wir dürfen die folgenden Grössen mu t plizieren — 2 Volt 
mal 3(W Amperestunden, das sind 73t. Wattstunden oder 
eine Pferdestunde. Der Akkumulator arbeitet also eine 
Stunde lang mit einer Pferdekraft. ocier wir kennen ihn 
auch beispielsweise lY) Stunden lang mit dem lehnten 
Teil dieses Betrages wirken lassen. 

Schaltet man zwei Akkumulatort n hintereinander, 
so wird die Spannung verdoppelt, al**r die Kapazität 
nicht verändert. Schaltet man sie dagegen |>arallel. so 
bleibt zwar die N|>aiinung gleich. al>er der dop|>cltc Betrag 
der Kapazität steht zur Verfügung. 

Man baut sehr grosse Akkumulatoren, welche viele 
Stunden lang viele Pferdekräfte entwickeln. Man konstru¬ 
iert sie aber neuerdings auch ganz klein. So fabriziert 
beispielsweise die Auergesellschaft mit Osramlampen ver¬ 
sehene elektrische Handlaternen und explosionssichere 
Grubenlampen für Bergwerke, welche statt mit den sonst 
beliebten Trockenelementen durch Akkumulatoren gespeist 
werden. Auch die«- kleinen Sammler werden ihrer Aufgabe 
gerecht, und sichern eine Brenndauer von mehreren Stunden. 

(Technische Beleuchtungs-Korrespondenz.) 


In einem „trierisdierr Kinematographen. 

Plauderei vor K. Sch. 

Edison hat sich mit seiner grossartigen Freilicht¬ 
aufnahmeerfindung im Kluge die ganze Welt erolx*rt In 
allen Städten, in allen Erdteilen schossen die kinemato- 
graphischen Theater wie Pilz«* aus «lern B«»den. In die 
kleinsten Dörfer auf dem flachen Lande, in den höchsten 
Gebirgen und an den Gestaden der See. auf den Jahrmärkten 
und Kirmessen herrscht er und erobert im Sturm di«- Herzen 
der Jugend, des ...Mittelalters" und des „Altertums“. 
Fast unter jedem Weihnachtsbaume ist „Edison" zu finden 
und die ..armen" besorgten Eltern wissen wenigstens wieder 
einmal, was sie ihren verwöhnten Kleinen und Grösseren 
schenken können. 

Unternehmungstüchtige Geschäftsleute warfen sich 
mit Energie auf den neuen Erwerbszweig und an allen 
Ecken der Strassen in den Grosstädten lockten alsbald die 
verheissungsvollsten Plakate. 

Die Menschen in den Grosstädten sine« im Genüsse 
sehr oft übersättigt. «Schöne Landschaftsbilder. ergreifende 
Familienszenen wurden dem Publikum bald zu dumm 
und fade. Das junge Ladendämchen und ihr grünes Ver¬ 
hältnis (sehr oft ihr s(>äter<*x Verhängnis), die „Höhere" 
Tochter und der frühreife Grosstadt beng«*l wünschten 
sich recht bald „pikantt*r<*" Sächelchen und dem stillge¬ 
hegten Wunsche kamen die Unternehmer gerne nach. 

Kinematographen sind schöne, gute und billige ßiidungs- 
und Erholungsstätten, so lang«* sie in geschmackvoller 
Weise «las Publikum mit den Schönheiten fremder Erdteile 
Ix-kannt machen oder durch ergreifende Familienszenen 
«las Gemüt d«*s Zuschauers bewegen. „Pikante" Sachen 
dagegen oder jene verrückten nervenaufregenden Mord¬ 
geschichten sind ein Verderb für unreife Menschen, deren 
leicht reizbare, empfängliche Phantasie zu gemeinen, un¬ 
fruchtbaren Gedanken aufgewühlt wird, und stiften daher 
nur Unheil. 

Die Besucher eines kinematographischen Theaters 
ergötzen sieh mit grösstem Vergnügen an den Lichtbildern, 
sind aber selten über die Entstehung derselben genauer 
unterrichtet. Die wenigsten Menschen ahnen, welchen 


grossen Gefahren sich die von der kinematographischen 
Gesellschaft für die Aufnahmen engagierten Personen 
beim Stellen all der lustigen und tragischen Bilder aussetzen 
Die Hauptdarsteller sind gewandte Schauspieler und meist 
von der Gesellschaft auf längere Zeit verpflichtet. 

Ein gewaltiger Unterschied lx*steht jed«*nfalls zwischen 
der „Arlieit" einer Heroine des wirklichen Theaters und der. 
die zwar nie in eigen«*r Person vor dem Publikum zu erscheinen 
hat. dafür a!x*r in Iylx*nsgröss«> an vielen Orten die Menge 
ergötzt und di«* Kinder in helle B«*geist«*rung «xler in ti«*f«*s 
Mitleid versetzt. 

Wir wissen recht gut. «lass auf den, die Welt bedeuten¬ 
den Bn*ttem fast alles, «xler sagen wir es nur ruhig. all«*s 
Illusion ist. Es ist uns lx*kannt. mit welchen Mitteln 
«las stürmende Meer „stürmisch" gemacht wird, und wenn 
wir die »Schiffbrüchigen verzweifelt mit den W«»gen kämpfen 
sehen, dann brauchen wir die Armen nicht w«*gen der Be- 
rührung mit dem nassen Element zu bemitleiden Wenn 
irgend <*in Don Juan irgend ein Liebesli«*d mit ein«*r illu¬ 
sorischen I«aute der Herzallerlielxtten singt, die rieh huld- 
vollst von hohem ..Baikone" herab neigt, so müssen wir 
an mancher klein«*n „Schmiere" froh s«*in, wenn d«*r Balkon 
nicht plötzlich „wankelmütig" wird und sich nicht ebenfalls 
huldvoll vor d«*m s«*hmachtenden Jüngling mit verneigt 

D«*r kinematographische Apparat will j«d*x*h nichts 
v«»n derartigen Illusionen wissen. Er fordert Leiten, Tat¬ 
sachen. Die handelnden Personen springen in das nasse 
Element, aus dem brennenden Haus«* auf cias aufgespannte 
Tuch, sie laufen. klett«*rn und wirken in j«*tler Beziehung 
durchaus real. Die Handlungen spielen sich nicht vor 
üherschmierten Leinwandfetzen ab, sondern inmitten blü 
hender Fluren, zwischen den Bäumen prä«-htig«*r Wälder 
und in den braus«*nden W«»gen der h«x*hgehenden Ne«* 
Der kinemat«igraphische Apparat lässt si«*li nichts vor 
täuschen. Natürlich weiden die nötigen Vorsichtsmass 
regeln l>ei den Aufnahmen getroffen. Das „brennende" 
Haus brennt ungefährlich, das auf einem Balken in d«*r 
wogenden Nee kämpfende Weib ist durch ein Tau mit dem 
Lande verbunden. Aber immerhin sind die darstellenden 
Künstler bei schwierigen Aufnahmen «1er Lebensgefahr 
ausgesetzt. Interessant ist es auch, zu wissen, wie es möglich 
ist z. B. den ,.leitendig gewordenen Käse" aufzunehmen 
Der grosse Käse läuft und springt ülter alle .Schwierigkeit« !! 
mit grösster Eleganz hinweg, hinter ihm her Herren, Dam«*n 
Kutscher, Marktweiber, Polizisten u. a. mehr Es ist ehn¬ 
der immer wieder’ so gerne gesehenen „wilden Jagden 
Der lachende Zuschauer sieht wohl die laufenden, stürzenden 
und sich gegenseitig verhauenden Wrfolger. sieht alx*r 
nicht, dass jemand an einem langen Seile den betreffend«-!! 
fortlaufenden Gegenstand in Bewegung setzt. 

Auch wir Trierer lieben den „Kintop" (B«*rliner Aus¬ 
druck für Kinematographen) über all«*s. Wir zeigen alx*r 
«*in selten grosses Interesse an all den grossen, kleinen 
und kleinsten Ereignissen. die sich in unserem Stadt I«* 
zugetragen haben und die uns durch das elektrische Theater 
wieder vorgeführt werden. „Echt trierisch“ aller wird der 
Kino erst durch den die Bilder erklärenden Besitz«*r. Die 
Ntimme schluchzt, weint, heult, jammert, lacht, flucht, 
flüstert, poltert oft innerhalb fünf Minuten je nach Bc«iarf 
Reinst«*s Hochdeutsch wechselt mit schönst«*m trieriseh«*n 
„Platt“. Dazwischen donnern die Kanonen, zucken die 
Blitz«*, schreien die Dampf pfeifen, knattert eine Gewehrsalvc 

Wir haben schon an allen möglichen Plätzen Kintops 
der verschiedensten Art besucht, aber n«jch niemals eines 
mit solchen „sprechenden" Vorführungen. So sehr wir uns 
freuten, am hiesigen Platze „unser“ Platt auf solche Weise 
verwendet zu sehen, so mussten wir uns manches Mal 
recht wundem, wenn an den blauen Gestaden des Mittel 
ländischen Meeios im lachenden Nizza, in einer Arena d«*s 
stolzen Npaniens oder auf den Boulevards von Paris sich 






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No. 137. 


Der Kinematograpb — Düsseldorf. 


der eine oder andere Darsteller uns in unverfälschter Trierer 
Mundart vorstellte. Ebenso halten wir uns sehr „entrüstet“, 
als bei einer Verbrecherhande der „Verbrecherlehrling“ 
durch steten Misserfolg mürbe gemacht, plötzlich heulend auf 
trierisch rief: eich spillen.net mieh :r.et, eich giehn widder 
bei mei Meister — Oder wenn plötzlich in einem eleganten 
Pariser Boudoir der betrogene Ehegatte ir. einem Wutaus¬ 
bruche donnert: O waort ihr Biwackcn, eich well euch 
schons helfen. — 

Am interessantesten ist es aber im Kintop. wenn 
trierische Aufnahmen dem jubelnden Publikum gezeigt wer¬ 
den. Wir sehen dann bei dem Domai sgang. bei der Feuer¬ 
wehrübung. bei dem Einzuge der Sänger, auf dem Vieh¬ 
markte allbekannte Trierer Gesichter. Die Kinder juliein 
laut: ciao dän es den Hänns, et Kätt —. die „grösseren" 
nennen leiser die Namen ihrer Bekannten. Ein jeder freut 
sich, irgend ein bekanntes Gesicht auf der Leinwand zu 
erblicken und freut sich besonders, wer ti sein eigenes Konter¬ 
fei ihm entgegenlacht, wie er sich wiederum ärgert, wenn 
sein eigenes Gesicht ihm mürrisch, unfreundlich, unvorteil¬ 
haft entgegenschaut. Der Kino verliert alsdann den Cha¬ 
rakter eines eigentlichen Theaters. Die Zuschauer fühlen 
sich „mehr wie zu Hause“ und können ungeniert ihre 
Kritik an den Bekannten, Freunden und Feinden, abgeben. 
Der Kino ist der Spiegel von Trier geworden, nicht nur 
der „Allgemeine Anzeiger“ für behördliche trierische Er¬ 
eignisse, sondern vielmehr noch das billige, offene Modeblatt 
für unsere Damenwelt. 

Der kinematographische Apparat lügt nicht. Er 
zeigt alle und alles wie es ist, zu sein sch« int und sein müsste. 
Er sagt uns, wer des Sonntags im Dom gewesen ist, wer 
während der Promenadenkonzert«. gebummelt und „kontrol¬ 
liert“ endlich auch, wer an den Prozessionen teilgenommen 
hat. 

Ueber den Ereignissen Triers „schwebt“ der kinema¬ 
tographische Apparat gleichsam wie eine Geisterhand, 
unsichtbar meistens den „Leidtragenden", zur grössten 
Freude jedoch der Schar „Trierer Biwacken", die als Stamm¬ 
gäste den jedesmaligen Abschluss eines Bildes bilden. 

„Mamm, geff mer zwei Groschen, eich sein och droff.j 


Die neuen Bestimmungen in Anhalt. Die anhaitische 
Regierung verbot durch eine Landespolizeiverordnung 
allen Personen unter 16 Jahren ohne Begleitung Erwach¬ 
sener den Besuch von Kinematographentheat«*m. An den 
Eingängen zu den Theatern ist ein deutlich sichtbarer 
Aushang anzubringen, der den Zweck dieser Verordnung 
bekannt gibt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe 
bis zu 30 Mark bestraft. 

Danzig, den 5. August J. Rowehders Riesen- 
Biograph, der fast alljährlich unsem Danziger Dominik 
mit seinem eleganten Unternehmen besucht, diesmal aller 
bereits 14 Tage früher aufgebaut hat und sich täglich eines 
starken Besuchs erfreut, wird in diesem Jahre ganz besonders 
ausgezeichnet, indem für den 27. Juli der Kommandierende 
General des XVII. Armeekorps und Generaladjutant des 
Kaisers Herr von Mackensen seinen Besuch in Aussicht 
gestellt hatte, um sich die von Herrn Rohweder mit eigenen 
Apparaten aufgenommenen Zoppoter Rennen vom IS. Juli 
persönlich anzusehen. Gegen 6 Uhr fuhr Herr von Mackensen 
mit seiner Gemahlin und einigen Adjutanten vor und 
verweilte über eine Stunde in dem Etablissement. Ein 
auserlesenes Programm war aus dem Riesenrepertoire 
zusammengestellt, über dessen gediegene Vorführung sich 


der Korpskommandeur sehr anerkennend aussprach. Di« 
Folge davon war, dass einige veranstaltete Militärvor 
Stellungen ausserordentlich stark besucht waren. Eine 
weitere Folge aller wareine auf Wunsch gestern veranstaltet« 
Offiziers-Extra-Vorstellung, zu «1er ausser den schillernden 
Uniformen nur einige höhere Beamte und ein Vertretei 
der Presse Zutritt hatten. Auch diese Vorstellung war 
stark von Offizieren unserer Garnison, und deren Damen 
und Familienangehörigen stark besucht. Es waren all« 
Uniformen unserer hier garnisonierenden Regimenter, ebenso 
«*ine grössere Zahl Kriegsschüler vertreten. Herr Rohweder 
hatte für diese Sondervorstellung ein besonders reich 
haltiges und erlt^senes Programm zusammengestellt. und 
alle Bilder, die sich wieder durch besondere Schärfe aus 
zeichneten, fanden lebhaftes Interesse. Von den vielen nach 
der Natur aufgenommenen Films nennen wir als besonder* 
gelungen die „Kaiserliche Parforce-Jagd in Doeberitz" 
auf der Kaiser Wilhelm als Teilnehmer und bei d«*r Ver¬ 
teilung der Brüche sehr deutlich erkennbar war, „Eile 
Steeple-C ’hase in England", das grösste Rennen der Welt 
„Eine Hirschjagd im Park der Herzogin von Uzes“, „Kaisr-r 
tage auf Korfu im Mai 1909" mit den herrlichen Palmen 
Oliven- und Zypressenhainen und dem Kaiserlichen Marmor 
schloss Achilleion und als aktuellsten Film, der wähn nd dei 
Vorstellung per Eilboten eintraf und zum ersten Male d«-r 
Oeffentlichkeit vorgeführt wurde, ..Graf Zeppelins Fahr' 
und Landung mit „Z. II" auf der lia in Frankfurt a. M 
Auch dieser Film ist als recht gelungen zu bezeichnen 
<*r lässt den Grafen Zeppelin und sogar das Arbeiten «1< 
Propeller deutlich erkennen und fall«! ebenso dankbar' 
Aufnahme, wie „Das grosse Rennen in Zoppot am 18. Jul 
d. Js." und ..Kronprinz Wilhelm exorziert die Leibhatt«" 
des 1. Garde-Feld- Artilleri«*regimenis ‘. worauf anschliessend 
Zielübungen und das zwanglose Leben und TYcilien na< " 
dem Dienst veranschaulicht wurden. Zum Schluss tr.it 
wieder Mstr. Wtxtd. das elektrische Rätsel, mit seinen 
staunenerregenden Experimenten in Aktion. Der Aufenthalt 
in dem Biograph war recht angenehm, zumal vier gro ■ 
elektrische Ventilatoren dem Raume ständig frische Luti 
zuführten. Die Herrschaft<*n verliessen nach ea. 1 1 <, Stund« n 
voll befriedigt die Vorstellung und einige versprachen 
für den Kinemat«>graphen Reklame zu machen. Gewi - 
eine hübsche Anerkennung und ein Beweis dafür, dass d"‘ 
kinematographischen Vorführungen volle Berechtigung 
haben und auch die höheren und exklusiven Kreise wirkli' I' 
interessieren. -sen. 

Die Dresdener Vogel« iese wurde am 2. August teilweise 
durch einen Brand, der in Ifangs Restaurant entstand« " 
war, zerstört. Unter den abgebrannten Bauten befind« " 
sich u. a.: Schoofs Terrassen-Panorama; Dietzes Panoram 
Ludwigs IUusionstheater. 

Polizeiverordnung für kinematographische Vorführungen. 

Für den Regierungsbezirk Schleswig ist “ine Poliz« i- 
Verortlnung erlassen, durch die die feuerpolizeilichen Grun«l- 
sätze über die Sicherheit in Kinematographen-Theati-rn 
festgelegt werd«>n. Den Ortspolizeihehörden wird ferner 
die Befugnis erteilt, den Zutritt zu den Bildern, von denen 
ein schädlicher Einfluss auf Kinder befürchtet wir«!, Kindern 
unter 15 Jahren zu verbieten. Mindestens 24 Stunt!«-» 
vor Beginn der Vorführung ist der Ortspolizei ein Verzeichnis 
der vorzuführenden Bilder oder die Films einzureichen 

Stuttgart. Eine grosse Ehre wurde dem Besitzer 
des Kinematograph International, Herrn 
Felix Bayer, zuteil, indem derselbe am 23. Juli eine Ein¬ 
ladung in die königliche Sommerresidenz nach Friedrichs¬ 
hafen erhielt, wo er eine grosse Vorstellung vor dem wärt- 
tembergischen Königspaar, den übrigen Mit¬ 
gliedern der königlichen Familie, sowie einer Reihe geladener 
Gäste zu gellen hatte. Unter den gebotenen Nummern 
fanden das Hauptinteresse der hohen Zuschauer die eigenen 
Aufnahmen der Firma, zunächst von einer militärischen 



Der Kinematogr aph 


Düsseldorf. 


No. 137. 


W iederhol! haben wir bekannt gemacht, dass 
wir ohne Vorausbezahlung nur Anzeigen von 
uns bekannten Firmen aulnehmen, nicht aber 
kleine Anzeigen und Stellengesuche. In der Ab¬ 
sicht unsern Auftraggebern von Nutzen zu sein, 
wurden viele Ausnahmen gemacht, namentlich um 
Stellensuchende nicht bis zur nächsten Nummer 
zurückzuweisen. Von vielen Seiten ist diese Hand¬ 
lungsweise anerkannt worden, sehr viele Anzeigen 
aber, namentlich Verkaufs- und Stellengesuchs- 
Anzeigen blieben unbezahlt, die Auftraggeber haben 
ihren Zweck erreicht, indem die angebotenen 
Gegenstände verkauft oder neue Stellen erreicht 
wurden, und wir haben das Nachsehen. In 

mehreren Fällen heisst es im Bestellbrief ,,D e r 
Betrag ist abgegangen- oder ähnlich. 
Wenn wir gegen derartige Schwindeleien Stellung 
nehmen, indem wir Betrugsanzeige machen und 
gerichtliche Bestrafung veranlassen, so sind wir 
der Zustimmung aller rechtschaffenen Branche¬ 
angehörigen sicher. Für die Folge aber bitten 
wir um Beifügung des Anzeigenbetrages, auch in 
Briefmarken des Auslandes. 

Der „Kinematograph“. 



Teilhaber-Gesuch 

L,r int.-mal tonal.-, Kimi.ml.«r»,.l,.i,. H | T S Cll f G U 8t LO 

Int.-m.-Iiim-tt, >v. I. ti--- mit -.11, o .t- » ■ « • V* ■ ■ V» IM V* WW. 


I Mitteln betrieben « inl. Sohr I 

I < ;ewinnchan«'«*ti. Die Teilhatx»r?*«*hnft I • 


Verkaufs-Anzeigen.; 


Mülhausen im Eisass. 






























































































No. 137. 


Der Kinematograph — Düsseldorf. 


Uebung der hiesigen Königsdragoner, einem Brückenbau 
iilier den Neckar bei Hofen, hierauf der Unfall des Z U 
Ikm (Jöppingen. dann aber der militärische Festakt beim 
Jubiläum des InfanterieregimentsKaiser Friedrieh im Schloss- 
hof in Stuttgart in Anwesenheit des Kgl. Hofes und der 
ganzen Generalität, und die Reiterspiele l»eim llanen- 
jubiläum im Schlosshof in Ludwigsburg, ebenfalls in An¬ 
wesenheit des Königspaares. Der letzte Film namentlich 
hat so vorzüglich gefallen, dass auf ausdrücklichen Wunsch 
des Königs eine Wiederholung dieses Bildes 
stattfinden musste. Das Interesse, das die fürstlichen Gäste 
an allen Darbietungen nahmen, war ein sehr warmes und 
aufmerksames: der König gab es unter anderem mit den 
Worten zu erkennen : ..Solchen Vorführungen könnte ich 
stundenlang Zusehen!” Beglückt von der leutseligen 
Anerkennung seines fürstlichen Gastgebers verliess Herr 
Bayer das königliche Schloss. Dieser einfache \ organg 
an den schönen Ufern des schwäbischen Meeres hat wieder 
eklatant bewiesen, dass die kinematograpliische Kunst 
Menschen aller Stände zu entzücken vermag, „vom Palast 
bis zu der Hütte", von keinem einzigen andern Kunstzweig 
wird man diese Tatsache festzustellen vermögen. 

-s- England. The Manufacturers’ Film 
Agency hat 50, Burleigh Mansions, St. 
Martiii’s L a n e . ein Bureau eröffnet. Die Gesell¬ 
schaft bealisichtigt wöchentlich einen neuen Film an den 
Markt zu bringen. — Das Hippodrome in Birken- 
head . welches früher als Variete benutzt wurde, wird 
jetzt von Weisker Bros, als Kino‘heater betrielien. — In 
Liverpool ist die Picton Hall, die einige Monate 
geschlossen war, von der Imperial ßioscope (’o. wieder er- 
eröffnet worden. Die Howard Hall, Newcastle- 
on-Tyne. in der früher Gottesdienst abgehalten wurde, 
kt in ein Kinotheater umgewandelt worden. 

-s- Newyork. Der Modus der kinematographischen 
Vorstellungen im Freien zu geben, bricht sich in den Ver¬ 
einigten Staaten immer mehr Balm. Ein derartiges Unter¬ 
nehmen in Newyork ist während des letzten Jahres in 
jeder Vorstellung von 2500 Personen besucht worden und 
man ist jetzt dazu übergegangen, für die doppelte Zahl 
Besucher Sitzplätze anzulegen. 

-s- Newyork. Die Edison Company gibt jetzt eine 
eigene Zeitung. „The Kinetogram” heraus, die in der 
Hauptsache Beschreibungen der von dieser Gesellschaft 
an den Markt gebrachten neuen Films enthält. Die erste 
Nummer bringt einen Aufsatz von T. A. Edison über die 
kulturelle Deutung lebender Bilder. 

-s- Johannesburg. Die geschäftliche Lage der Kine- 
matographentheater bleibt nach wie vor eine unbefriedigende. 
Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Zahl der 
Theater eine za grosse ist. Man glaubte, dass sich die Ver¬ 
hältnisse Ix'ssem würden, da mehr als % Dutzend Theater 
infolge schlechten Geschäftsganges geschlossen wurden, 
doch hat sich diese Erwartung nicht erfüllt, denn es sind 
elienso viele neue Theater gegründet worden. Die meisten 
Unternehmer unterschätzen die ungewöhnliche Höhe der 
Betriebskosten. In den Hauptstrasscn Johannesburgs 
stellt sich die Miete für ein geeignetes Lokal auf 12 000 bis 
18 OOO Mark und für die Benutzung des einzigen in Johannes¬ 
burg vorhandenen geräumigen Saales sind pro Abend 
250 Mk. zu entrichten. Die meisten Theater versuchen 
es daher mit anderen Städten, doch sind die Entfernungen 
so gross, und die Transporte so kostspielig, dass sie auch 
dabei nicht auf ihre Rechnung kommen. Auf eine Besserung 
kann man sich, trotzdem die Handels- und Industrielage 
Afrikas Fortschritte macht, keine Hoffnungen machen. 


Zick-Zack 


* Aus der japanischen Zelliiloidindustrie. Zu den 

belangreichen Unternehmen. die letzthin in Japan be¬ 
gründet worden sind, gehören auch die zwei Zelluloidfabriken 
in Sakai bei Osaka und in Aboshi bei Himeji. Das erster»“ 
Werk gehört dem mächtigen Mitsui-Konzern, das in der 
ganzen Welt Filialen hat ind u. a. auch in Hamburg eine 
Niederlassung unterhält. Die zweite Fabrik wurde von der 
Mitsu Bishi-Company, sowie von der Nippon Yusen Kaisha 
unter dem Namen „Japan Celluloid and Artificial Silk 
Company errichtet. Die Leitung des letzteren Betriebes 
ist einem schweizerischen Ingenieur übertragen; die Ma¬ 
schinen wurden aus Frankreich bezogen, und zwar sind es 
Kopien von Maschinen, wie sie in einer gewissen deutschen 
Fabrik ausgenutzt werden und walirscheinlieh eigens 
von der betreffenden Firma konstruiert wurden. Hingegen 
soll die Fabrik in Sakai durch einen amerikanischen Ingenieur 
geleitet werden, der bis zu seinem Engagement in der New 
Jersey Celluloid Company angestellt war. Im übrigen be¬ 
stehen Zweifel, ob diese Betriebe den an sie geknüpften 
Erwartungen entsprechen werden, denn die Nachfrage 
nach Zelluloid in Japan wird nur auf rund 200 000 Kin (ä 
ca. OOO Gramm) geschätzt, jedenfalls wird aber dRs deutsche 
(Jeschäft schwer getroffen durch diese neuen Werke, denn 
Deutschland lieferte 1907 nach Japan 166 054 Kin Zelluloid 
im Werte von über eine halbe Million Mark. Das Mitsu 
Bishi-Werk. das mit 1200 000 Yen ins Indien gerufen wurde, 
soll täglich 1680 Kin Zelluloid liefern, während die Mitsui- 
Fabrik. deren Kapital eine Million Yen beträgt, jeden Tag 
1000 Kin herausarbeiten soll. Beide Werke werden im 
Jahre also zusammen gegen eine Million Kin Zeihiloid 
produzieren, und da, wie gesagt, der Bedarf Japans nur 
etwa 20(1 000 beträgt, so muss für die restlichen soo OOO Km 
Absatz im Auslande gesucht werden. Wie verlaute' 
hal>en beide Unternehmen ihr Augenmerk namentlich 
auf den Export nach C'hina, Korea und Indien gerichtet, 
aller es kann kaum einem Zweifel unterliegen, das.-» auch der 
europäische und amerikanische Markt auf gesucht wird, 
und in diesem Falle ist eine seharfe Konkurrenz mit den 
europäischen und amerikanischen Werken sicher zu erwarten. 
Dass nämlich Indien, China und Korea sofort in der Lage 
wären, die 800 000 Kin aufzunehmen, davon kann wohl 
gar nicht die Rede sein, denn wenn schliesslich auch Bedarf 
genug da wäre, so muss sich das Publikum doch erst auf die 
Benutzung von Zelluloidartikeln einrichten. Es folgt hier 
aus, dass die beiden neuen Werke in erster Linie auch in 
Amerika und Europa Fuss zu fassen versuchen werden, 
und angesichts dessen dürfte es zweckmässig erscheinen, 
wenn sich die europäischen Werke darüber klar werden 
wollten, welche gemeinsamen Schritte zur Abwehr unter¬ 
nommen werden können. 



•. Eine ländliche Trag öjd i e. Das Brausen und Ziaohen 
der Klammen mid das Krachen fallender Balken vermischt sich 
mit den Schreckens rufen der aufgeregten Menge und dem Schreien 
einer Krau, welche sich noch in dem Haus«' befindet, als das Feuer 
bereits ihre Röcke zu ergreifen scheint. Es ist nichts (Jekünstelt«- 
in diesem Film; es ist ein richtiges Haus, wirkliches Feuer, und na« li 
Errettung der Frau verbleibt nichts von dem ganzen Hatise als de- 
geschwärzten und rauchenden Trümm«-r. Die einzelnen Szenen 
sind unter grösster Lebensgefahr der Darsteller wi«>dergegcb«-n. 
denn die Szene der Errettung d«>r Frau und ihr«— Bruders vom 
Feuertode entspricht in allen l'unkten der Wirklichkeit. Die 
(Jeschichte dieses Films erzählt von zwei Brüdern, welche dasselbe 
Mädchen lieben. Mit dem einen kokettiert sie nur, für den andern 





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Ko. 137 



Aus dem Reiche der Töne 



Die Musik im Kinotheater. 

Von Max Olitzki. 

Nicht die Unterhaltungsmusik ist gemeint, sondern 
die musikalische Illustration der Szenenbilder, die uns ein 
Lustspiel oder Drama zeigen und gewöhnlich von einem 
zweifelhaften Pianisten garniert werden. Der Pianist, 
der kinematograpliische Stimmungsmaler, nimmt zwar 
eine unsichtbare Stellung ein, alter desto vernehmbarer sind 
oft seine Dissonanzen. seine „quatschigen“ Musikfloskeln, 
die er als Phantasie, Polyphonie, Melodie gern oder ernst 
liaft bezeichnet haben will, die jedoch grösstenteils nichts 
weiter darstellen als stammelnde enharmonische Verwechse¬ 
lungen, verschrobene Akkorde, öde Gehimauswüchse, 
musikalische Beleidigungen. 

Hierin muss unbedingt Wandel ge¬ 
schafft werden! 

Die Theaterleiter müssen nicht nur auf gute, spannende 
Szenen ihr Gewicht legen, sie sollen danach streben, zu diesen 
« ine passende Musik spielen zu lassen und sieh nicht damit 
zufrieden geben, wenn ihr Pianist durch Tonquacksalberei 
«len Zuschauer aus der Stimmung reisst. Durch eine gut 
unpassende Tonmalerei wird das Bild in seiner Wirkung 

• rhöht. ist der Effekt ein gesicherter und der Gesamt- 
«'indruck ein künstlerischer. Es geht doch wirklich nicht 
•'ii, wie ich es schon oft erlebt habt*, dass der Pianist während 
einer Bauernhochzeit den Chopinschen Trauermarsch oder 
Asps-Tod aus der Peer Gynt Suite von Grieg spielt. Nimmt 

• da nicht Wunder, wenn das Bild an Wirkung einbüsst! ? 
Ist der Kinobesitzer nicht genügend musikalisch, so soll 
er l>eim Engagement eines Pianisten einen Berufenen um 
Hat fragen und sich nicht sagen: die Hauptsache ist. dass 
j"ner Mensch Klaviertöne hervorbringen kann. Grade 
*o wie zu einem Couplettext eint Musik gehört, so sollte 
man zu den Szenen gleichfalls die passende Musik setzen 
lassen und sich nicht darauf verlassen, dass die Hauskapellc 
«•«ler der Kinoklavierspieler zu den Sujets phantasiert. 
Hat man bereits unsere bedeutenden Dramatiker und 
I.ustspieldichter zu bewegen verstanden, für die Kinobiihne 
zu schreiben und halten sich diese dazu bereit erklärt, 

dürfte es ausser Zweifel sein, wenn man unsere Kom¬ 
ponisten auffordern würde, die dazu notwendige Musik zu 
s «hreiben, dass sie ebenfalls freudig zugreifen würden. 
I«h bin überzeugt, dass es sie reizen würde, manche sich 
dramatisch steigernde Handlung zu komponieren. Erst 
kiirzlich hatte ich Gelegenheit Musiker von Namen in 
ein Kinotheater zu führen, das an jenem Altend äusserst 
packende Momente vorführte, zu denen der musikalische 
Hauspauker au einem verstimmten Klimperkasten geradezu 
empörend herumhackte, sodass er uns den Aufenthalt 
•mleidlich machte; sie waren alter einstimmig der Meinung: 
hierzu müsste man eine Musik schreilien und die Sache würde 
«■rst dann richtig verstanden, würde weit ergreifender wirken. 
• v 'el bst verständlich wird derartige Komposition nur von 

• iiiem perfekten Vomblattspieler beherrscht werden können; 
nur solche sind zu engagieren. Und in diesem Falle gibts 
v |ele, viele arme Musikstudierende, die glücklich wären, 
könnten sie täglich einige Mark verdienen. Sie sind auf 
öen Hochschulen und Konservatorien genügend zu finden. 
Man frage nur dort an. Verpflichtet man solche jungen 
freute, so kann man sicher sein, ein virtuos ausgeführtes 
> s 'piel zu haben, das den höchsten Ansprüchen genügen wird. 

Die Aufforderung an die Komponisten müsste von den 
Herren Filmfabrikanten ausgehen, die durch wirkliche 


Musik ihre Films viel leichter verkaufen könnten, mithin 
Films mit dazugehörender Musik anzubieten in der Lage 
wären, genau wie die ('oupletdichter gleichzeitig die Musik 
liefern. 

Bleibt meine Anregung nicht ungehört, so dürften 
w ir wiederum einen Schritt vorwärts gelangt sein in unserem 
Bestreben, die Kinobiihne zu einem vornehm künstlerischen 
Unternehmen zu gestalten. 

Auf! Ihr Filrafabrikanten zum Kom¬ 
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Vermöge ciieser Geriiuschimitate i»n kann man nach Berück¬ 
sichtigung der Gebrauchsanweisung <i«-n Effekt der Bilder bedeutend 
erhöhen, soda-s jedes Bild ein Schlager ist, jeder Kinotheater- 
lesitzo: solle daher nicht verfehlen, sich diese Neuheit zuzulegen. 
Dies« Instrumente sind von einem langjährigen Kino-Fachmann 
zusammengestellt und ausprobiert u-ul wirken dieselben verblüffend 
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No. 138 


Düsseldorf, 18. August 1909. 


Erscheint jeden Mittwoch. 


Nachdruck des Inhalts, auch auszugsweise. verboten. 

Die Stellung des Kinematographen in der 
Rechtsprechung. 

Das Landgericht zu Colmar i. E. hat jüngst einen 
Wirt in G e b \v e i 1 e r freigesproehen. der im verf ossenen 
Winter, ohne ortspolizeiliche Genehmigung in seinem 
Saale Kino-Vorstellungen veranstaltet hatte und vom Schöf¬ 
fengericht. wie die „Strassburger Post“ berichtet, für jede 
Verfehlung“, soll wohl heissen Vorstellung, mit 4 Mk. 
G Idstrafe und selbstverständlich auch Tragung der Kosten, 
belegt worden war. Die sehöffengeriehtliche Verurteilung 
basierte auf einem gegen den Wirt erlassenen Strafbefehl, 
gegen den Einspruch erhoben worden war. In der Ver¬ 
handlung führte der Beschwerdeführer aus. dass nach 
§ 33b der Gewerbeordnung die Schaustellung der Erlaubnis 
der Ortspolizeibehörde nicht bedürfe, da dieselbe nur 
für den Fall erforderlich sei. wenn die Schaustellung 
von Haus zu Haus, oder auf öffentlichen 
Strassen, Plätzen usw. dargeboten würde. 

Eine Bestrafung auf Grund der Gewerbeordnung 
hielt das Schöffengericht auch nicht für zulässig, dagegen 
seien dio erwähnten landesrechtlichen 
Bestimmungen in Kraft geblieben, nach 
»eichen öffentliche Schauspiele aus- 
n a hm slos der Genehmigung der Orts- 
polizeibehörde bedürfen. 

Nach Artikel 6 des Dekrets vom 6. 
Januar 1804 fallen unter den Begriff 
v »n Schaustellungen die Aufführungen 
’ 0| > Marionettentheatern, Puppenspie- 
1 ** n und anderen derartigen Vorstellun¬ 
gen. Zu diesen Schaustellungen seien 
brüte im Sinne der Gesetzgebung die 
Kinematographen - Vorführungen zu 
r ® c h n e n. 

Hier ist der Punkt, an dem die sachverständige 
Kritik einzusetzen hat. Zunächst sei gesagt, dass der 
Artikel 6 des Dekrets vom 6. Januar 1864 überhaupt nicht 
“»Frage kommen konnte, da erstens bei Erlass des 
b^krets der Kinematograph nicht existierte und zwei¬ 


tens, weil er mit Marionettentheatern. Puppenspielen 
etc. in gar keinen Zusammenhang zu bringen ist, selbst 
dann nicht, wenn durch deklamatorische Erklärung die 
Bilder für das Publikum verständlicher gemacht werden. 
Ob die Erklärung durch eine dazu geeignete Person oder 
mechanisch durch ein Grammophon geschieht, ist 
gegenstandslos, denn eine Sprechmaschine existierte 1864 
ja auch noch nicht. Die Freisprechung sei auch nur erfolgt, 
weil man einfach mit dem Kinematographenwesen nichts 
nnzufangen weiss, ist eine Annahme, die sich jedem auf¬ 
drängt. der das Schaustellungswesen gründlich kennt, 
und für das Kinematographenwesen, wie auch für die 
Rechtsprechung selbst, ist es dringend notwendig, 
hier einmal klares Feld zu schaffen, welches nur 
durch eine Sonder-Gesetzgebung für das 
Kinematographenwesen geschaffen werden 
könnte. 

Der Kinematograph gehört nirgends anders hin, als 
in das Gebiet des Schaustelliingswesens, dies kann als 
feststehend gelten. Aber er nimmt darin eine Sonderstel¬ 
lung ein, so dass in 99 von 100 Fällen die für das Schau¬ 
stellungswesen geltenden Bestimmungen auf den Geschäfts¬ 
betrieb des Kinos gar nicht passen. Vor allem aber ist 
es nicht möglich, auf eine Sache ein (Jesetz anzuwenden, 
welches existierte, als an die fr. Sache noch keinMensch 
dachte. 

Auch hier stossen wir wieder auf die sehr bedauerliche 
Tatsache, dass man sich in behördlichen Kreisen n u r 
rnn das Kinematographenwesen kümmert, wenn es gilt 
Beschränkungen zu schaffen, dass man die eigentliche 
Stellung und den kulturellen, sowie wissenschaftlichen 
Wert vollständig ausser Acht lässt, und dass man sich 
endlich nicht zu der Ansicht bequemen kann, dass der 
Kinematograph und die durch ihn bew irkten Vorführungen 
unbedingt zu den Vorführungen gehören, bei denen ein 
höheres künstlerisches und wissenschaftliches Interesse 
obwaltet. 

Wenn dos Landgericht zu Colmar die kinematographi- 
schen Vorführungen Marionettentheatern, Puppenspielen 
etc. gleichachtet, so zeugt dies davon, dass keiner der in 
der Sache tätigen Beamten das Wesen und die Technik 
des Kinematographen auch nur ol>erflächlioh kannte. 
Anderwärts ist’s der nämliche Fall ur.d eben aus dieser 
Unkenntnis resultieren wieder Beschränkungen, oft auch 






No 138 


Der K Inematograph — Düsseldorf. 


Verurteilungen, welche riesigen Schaden anrichten und 
ohnehin bei den Verurteilten das Gefühl wachrufen, dass 
ihnen Unrecht geschehen sei. Und dieses Gefühl wird man 
auch nicht los, wenn man bedenkt, dass hier nicht der Sache 
nach, sondern lediglich nach deir starren Buchstaben 
des Gesetzes geurteilt wird. 

Ein Kino - Gesetz brauchen wii also, denn, das 
steht fest, der Kinematograph ist eine Macht geworden, 
die eines ausreichenden Schutzes be larf. Man wird sich 
in absehbarer Zeit cntschliessen müssen ein solches Gesetz 
zu schaffen und von Seiten der beteiligten Kreise, die übri¬ 
gens stark genug sind um ihrer Stimme Nachdruck und 
Gehör zu verschaffen, wird man ernstlich daran denken 
müssen darauf zu dringen, dass den jetzt bestehenden 
Zuständen, welche der Weitorentwickelung des Kino¬ 
wesens schädigend entgegenstehen, ein Ende bereitet wird. 
Die eigentliche Stellung des Kinos im öffentlichen Leben 
und in der Rechtsprechung muss vor allem klar gemacht 
und festgelegt werden, dies kann aner unmöglich allein 
den Regierungs- und Verwaltungskroisen überlassen bleiben, 
sondern auch die direkt an» Kinematograph Is-tciligten 
Kreise müssen dabei gehört werden. 

Der Fabrikant der Apparate ist insofern stark 
beteiligt, als der Absatz aufhört, wenn der Weiterentwicke¬ 
lung Einhalt getan wird. Der Filmfabrikant 
erleidet mächtigen Schaden, wenn eine nicht einwand¬ 
freie Zensur wie sie jetzt liesteht. ihn in der Ausführung 
seiner Ideen beschränkt. Der Besitzer eines Kino- 
Theater, der wie die Verhältnisse heute liegen, dem 
Nahen des Briefträgers stets mit Misstrauen und Unbehagen 
entgegensieht, verliert oft den Mut das Geschäft weiter 
zu führen, wenn ihm das Leben allzuschwer gemacht wird. 
Und das Hilfspersonal im gesamten Kinematographen- 
gewerbe und oft nur auf dasselbe angelernt und eingerichtet, 
zählt nach Tausenden, sein Wohl und Wehe hängt vom 
Bestehen und Gedeihen des Gewerbes ab. Und die Zeiten 
sind wahrhaftig nicht darnach, dass Tausende durch Be¬ 
schränkungen und Bedrückungen aller Art zur Auf¬ 
suchung eines neuen Erwerbes gezwungen werden. 

Es ist also dringend notwendig, dass die am Bestehen 
des Kinematographen beteiligten Kreise sich zusammen- 
schliessen, um zunächst einmal die klare Präzi¬ 
sierung der Stellung des Kinemato¬ 
graphen im öffentlichen Leben und na¬ 
mentlich in der Rechtsprechung herbei¬ 
zuführen. Dies ist gar nicht so schwer als man denkt. 
denn es gilt nur, mit Entschlossenheit und Energie aufzu¬ 
treten. C. R. Häntzschel. 


Ein Erlass des Kgl. Sädis. Ministeriums 
des Innern über Kinematographen. 

Die in allen Teilen unseres Vaterlandes zu beobachtende 
Zunahme der Gefahren, welche der Sittlichkeit unserer 
Jugend drohen, veranlasste den Katholischen Lehrer- 
verband des Deutschen Reiches, an die zuständigen Mini¬ 
sterien der deutschen Bundesstaaten eine Eingabe zu richten, 
in der gebeten wurde: 

„1. Die Schule erneut anzuweisen, mit der grössten 
Wachsamkeit auf die Gefahren zu achten, die der Jugend 
durch den Schmutz in Wort und Bild immer mehr drohen; 
2. die Schule zu ermächtigen, den Schülern das Betreten 
solcher Geschäfte zu verbieten, in denen die sittlichen Ge¬ 
fahren in besonderer Weise ausgesetzt sind; 3. das Ver¬ 


teilen von Reklamezetteln und Flugschriften durch di* 
Schulkinder von der ausdrücklichen Genehmigung dci 
Schule abhängig zu machen; 4. zu veranlassen, dass Schul 
kindem und jugendlichen Personen der Besuch der Kinc 
matographen nur in Begleitung erwachsener Angehörigei 
gestattet werde “ 

Auf diese Kiiigals* hin sind von verschiedenen Ministeriei 
Antworten eingegangen, von denen die des Königlic! 
Sächsischen Ministeriums des Innern, besonders wa 
die Kinematographen angeht, die meiste Beachtung ver 
dient. Es wird darin l orvorgehohen, dass das Ministeriun 
schon früher darüber in Erwägung eingetreten ist, wie den 
Gefahren zu begegnen sei, die mit der Vorführung anstössige! 
oder sonst ungeeigneter Bilder in Kinematographen für dir 
Allgemeinheit und in verstärktem Masse für Schulkind«-' 
verbunden sind. Das Ministerium verkennt nicht. das 
die in den letzten Jahren beobachtete Zunahme der kirn* 
matographisehen Vorführungen ein«- verschärfte Aufmerk 
samkeit der Polizeibehörden «misslingt erfordert. Da 
Ministerium hält es nicht für ausgeschlossen, dass di* 
mehrfachen Anregungen, durch Reichsgesetz gewerbliche! 
Kinematographen Vorführungen den in § 33a der Gew erb« 
ordnung aufgeführten Singspielen usw. gleiohzustellen 
bald Berücksichtigung finden und auf diese Weise die An¬ 
wüchse des Kinematographenwesens schon vielfach z i 
Inseitigen sein worden. Ueber die verschiedenen Weg* 
die der Polizeib«*hörde in Sachsen auch schon jetzt off* i 
stehen, lässt sich «las Ministerium in einer besonder« u 
Verordnung folgendermassen aus: 

1. Am sichersten werden anstössige Bilder femgehalt* 
wenn die Polizei Inhörde sämtliche Films vor ihrer Vorfiil 
rung prüft und die Darbietung ungeprüfter oder bei «I r 
Prüfung beanstandeter Bilder verbietet. Soweit di - 
nach den örtlichen Verhältnissen durchführbar ersehen 
besonders in Städten, werden deshalb entsprechenfle Poliz* . 
Verordnungen am Platze sein. Nach Befinden möcli e 
wenigstens vorgeschrieben werden, dass alle Bilder «lie 
vorgeführt werden sollen, unter Angal>e ihres Titels, etwaiger 
Untertitel oder, wo solche nicht vorhanden, einer kurz* n 
Inhaltsangabe und «1er Fabriknummer der Films sofort 
nach ihrem Eintreffen beim Schausteller v«»n ihm bei <l« r 
Polizeibehörde anzutneldcn sind, damit di«»se verdacht •' 
Bilder prüfen und tieanstanden kann. Die Vorführung 
unangemeldeter Bilder würde dann zu untersagen sc n. 
Ausnahmen könnten für gewisse Gattungen von Bildt-m 
(z. B. geographische, landschaftliche, ethnographische, 
technische usw.) zugelassen werden. Eine ausreichend« 1 
Ueherwachung der Vorführungen bleibt dabei erforderli* li 

2. Wo die Massnahmen unter I nicht durchführbar 
sind — oder neben ihnen —, kann durch Polizei verordn «mg 
jede Art öffentlicher Ankündigung, die schlüpfrige Dar¬ 
stellung in Aussicht stellt (z. B. Nur für Herren! Kabarett 
oder Spezia]Vorstellung nur für Erwachsene) untersagt 
werden. Handelt es sieh um einen Gewerbebetrieb im Um- 
herziehen — und dies wird auf dem Lande meist der Fall 
s«>in —, so bietet auch § «Oa der Gewerbeordnung eine 
Handhalie. anstrissigen Darbietungen vorzubeugen. I>« 1 ' in 
wenn die Erlaubnis zu den Vorführungen nur unter der 
ausdrücklichen Bedingung erteilt wird, dass derartige Bilder 
nicht gezeigt werden, so werden sich die Unternelun«‘ r 
schon im eigenen Interesse hüten, es zu tun. Eine streng« 1 
Handhabung der Vorschrift in § 57 Ziffer 5 der Gewerbe¬ 
ordnung bei Prüfung «ler Gesuche «im Erteilung oder 
Ausdehnung von WandergeWerts*scheinen kann nebenlnT 
gehen. Im übrigen werden möglichst sorgfältige Ueb** r * 
wachung der Kinematographentheater, unvermutete Bildet* 
Prüfungen in Verdachtsfällen und strenges Einschrcit«' 0 
gegen etwaige anstössige Darbietungen —- gegebenenfa" 1 * 
unnachsiehtliche gerichtliche Bestrafung dazu beitragen, 
eine Besserung «ler beklagten Verhältnisse zu erreichen 




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No. 138. 


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3. War unter 1 und 2 von den allgemeinen MassnaInnen 
die Rede, so erscheint es dringend geboten, die Kinder 
unter 14 Jahren noch in l>esondcrer Weise gegen die Schädi¬ 
gungen zu schützen, die ihnen durch de t Besuch ungeeigneter 
kinematographischer Vorstellungen drohen. Denn es ist 
kein Zweifel, dass Kinder irr weit höherem Masse als Erwach¬ 
sene der (Jefahr ausgesetzt sind, unsittlichen, verrohenden 
oder die Phantasie in ungünstigem Sinne erregenden Ein¬ 
flüssen zu unterliegen, ganz, abgesehen von der Verlockung 
zu Geldausgaben und in Verbindung damit zu Unredlich¬ 
keiten und zum Betteln. Vom allgt meinen polizeilichen 
Standpunkte aus in dieser Beziehung vorbeugende Mass- 
regeln zu treffen, haben sich die Polizeibehörden im Inter¬ 
esse der allgemeinen Ordnung und Sittlichkeit angelegen 
sein zu lassen; etwaige von den Schulbehörden im Interesse 
der Schulzucht utul Erziehung erlassene Anordnungen 
stehen nicht im Wege. Nach den gemachten Erfahrungen 
kann das Ministerium des Innern den Polizeiliehörden 
anheimgeben, den Veranstaltern öffentlicher kinemato- 
graphischer Schaustellungen durch Polizeiverordnung die 
Zulassung von Kindern unter 14 Jahren in anderen als in 
..Kindervorstellungen" — (die als solche ausdrücklich an 
den Eingängen des Schaustelliingsrauius, sowie an der 
Kasse durch deutlich lesbare Aufschriften anzukündigeti 
sind und zu bestimmter Stunde, etwa 7 Uhr altends beendet 
sein müssen) — zu untersagen und die Vorführung solcher 
Bilder in „Kindervorstellungen“ zu verbieten, die von der 
Polizeibehörde dem einzelnen Schausteller als ungeeignet 
bezeichnet worden sind. Für Kindervorstellungen ist eine 
vorsorgliche Bilderprüfung liesonders geboten, ihre Durch¬ 
führbarkeit wird vielfach erleichtert werden, wenn die 
Polizeibehörde sieh die Unterstützung der Lehrerschaft 
oder anderer geeigneter Personen sichert.“ 

Zweckverband und die Theaterbesitzer-Vereinigungen 
sollten sich zusammenschliessen, um durch geeignete Mass¬ 
nahmen zu verhüten, dass die Ausübung des Betrieb durch 
zu scharfe behördliche Verfügungen noch weiter beschränkt 
wird. 


Photochemische Reaktionen. 

Von Hans Bourquin. 

Wenn man einen Film für kincmatographische Projek¬ 
tionen herstellt, so ist dies bekanntlich ein photographischer 
Akt Das Bild wird mit Hilfe der Strahlenbrechung durch 
ein Objektiv in einer Camera obscura — Lionardo da Vinci 
soll ihr Erfinder sein — gleichsam eingefangen, auf deren 
Rückwand es erscheint, solange eben die Bestrahlung 
andauert. Um das Bild festzuhalten ist es notwendig, 
auf der Projektionsfläche materielle Veränderungen in einem 
stofflichen Medium »vor sich gehen zu lassen, welche bleibend 
den Eindruck eines Bildes machen Man öedarf also licht¬ 
empfindlicher Substanzen. Da sich die Vorgänge in den¬ 
selben als Reaktionen darstellen, da sie vom Licht hervor¬ 
gerufen werden, da sie chemischer Natur sind, handelt 
es sich um „photochemische Reaktionen“, welche der Ab¬ 
sicht des Photographen dienstbar zu machen sind. Es gibt 
sehr zahlreiche Prozesse dieser Art; ihr Studium hat seine 
Bedeutung besonders im Zusammenhänge mit der neu¬ 
zeitlichen Entwickelung der photographischen Technik 
gewonnen, und auch hier sollen nur Vorgänge interessieren, 
welche sich in den Dienst der Lichtbildnerei stellen 
las en. 


Exposition würde sogar ein mit geringwertiger, leicht 
ausbleichender Farbe bedecktes Stück Papier seine Dienste 
tun. Wählt man Xill>ersalze mit organischen Stoffen, 
so besteht die Reaktion in einer Zersetzung an den belich¬ 
teten Stellen; hier zeigt sich eine matte Silbersehicht. 
welche aus den ausgeschiedenen Körnchen des Metalle* 
besteht. Allerdings wird diese Bildung durch den photo¬ 
graphischen Vorgang nur kcimhaft vorbereitet. Die be¬ 
lichteten Stellen werden zunächst nur l>edeutend leichter 
reduzier bar. Die Kntwickelungsfliissigkeit stellt dann ein 
starkes Reduktionsmittel dar, welches an den betreffenden 
Stellen wirksam werden kann. Als Entwickler dienen 
Eisenvitriol, Pvrogallu.-. Hydrochinin; neuerdings sind 
Derivate des Benzols beliebt. lei welchen mehrere Atome 
Wasserstoff durch HO oder NH. ersetzt werden. 

Die photochemische Wirkung des Lichtes tritt al»er 
nur ein. sofern eine Absorption der Strahlen stattfindet 
J. Hersehel wies dies zuerst l>ei ausbleichenden Blumen 
blättern nach. Grüne Blätter beispielsweise absorbieren da- 
ihrem Grün komplementäre Rot der Strahlung und werden 
daher durch rotes Licht ausgebleicht. Die gewöhnlichen 
photographischen Platten sind nun liekanntlich vorwiegend 
für die Strahlen empfindlich, welche nach dem violetten 
Ende des Spektrums zu liegen. Will man die Platten für 
eine gleichmässige Absorption herrichten. so muss man 
sie „sensibilisieren“. Man kennt prinzipiell zwei Arten 
von Sensibilisatoren. Silbersalze werden empfindlich auch 
für Grün, Gelb und Rot. wenn man ihnen Farbstoff« 
beimischt, welche die betreffenden Kurilen absorbieren 
Dahin gehören : Eosin. Xaphtolhlau Anilingrün und ander« 
mehr. Das ist „optische“ Sensibilisierung, der die „che¬ 
mische“ gegenübersteht. Durch die chemischen Sen 
sibilisatoren wird der gewünschte Zersetzungsprozess be¬ 
schleunigt, indem sie sich mit den Produkten der photo¬ 
chemischen Wirkung vereinigen und so eine Rückbildung 
verhindern. 

Eigenartige Entwicklungsfähigkeiten zeigen Eiweis- 
Gelatine und Gummi mit C'hromsäure, welche durch di« 
Belichtung im Wasser unlöslich werden, aber Fettfarlten 
stark festhalten. Werden solche Schichten erst unter einen 
Negativ belichtet und dann mit Fettfarben eingewalzt 
so haftet die Farbe an den Stellen, welche in der Wirklich 
keit dunkel waren Belichtet man dagegen eine solche Platt« 
unter einem Positiv, wo die hellen Stellen des Originale- 
auch hell sind, so werden diese das Licht durchlasscn 
und die darunter liegenden Stellen, weil sie ja unlöslich 
werden, weniger klebrig machen. Aufgestäubtes Farbpulver 
welches man einbrennen kann, wenn es sich um Porzellan 
färben handelt, haftet daher nur an den Stellen, welche 
dunkel werden müssen. Uehrigens kann man auch Relief* 
aus den unter einem Bilde belichteten f hromschichten 
herstellen: man braucht sie nur in Wasser zu baden 
Die nicht durch Belichtung unlöslich gewordenen Stellen 
quellen dann nämlich auf und man kann Nachbildung«-!' 
in Tonntasse herstellen, welche den Zwecken keramischer 
Dekoration dienen. « 

Die immer höher gesteigerte Kunst der Kincmatograplii« 
bedient sich der Momentaufnahmen. Dabei kommt es da¬ 
rauf an, in verschwindend kurzen Momenten die Licht- 
wirkungen richtig auszuwerten, und darum muss auch hi«-r 
für empfindliche Platten gesorgt werden, welche die ge¬ 
wünschte photochemische Reaktion nicht mit einseitig«‘ r 
Bevorzugung einzelner Farben zustande kommen lassen. 


Für die Photographie könnte man als lichtempfindliche 
Substanz sehr verschiedene Medien wählen. Bei langer 



Der KInematograph — Düsseldorf. 


No. 133. 


Projektionsfläche 

i£f „Allen Uoraus“ 

d. r. o. m. 373174 - Keine Leinwand!- 

Einzige unter den in letzter Zeit angepriesenen Projektionsflächen, 
die den patentamtlichen Schutz geniesst und wirklich das erfüllt, 
was von einer solchen Fläche verlangt und versprochen wird. 

Vorzug".: Höchste Stromersparnis, unerreichte Helligkeit, 
grünst« Klarheit der Bilder in Kontur und Plastik, ohne jede 

Klecken, Reinigung von .Schmutz u. Staub ohne jedo Beschädig. 

1er Flüche. Es handelt sich hierbei nicht um ein in markt - 
•hreierisciier Weise angeprieaemw Fabrikat, dessen Minderwertigk. 
sich nach kurzer Zeit herausstellt, sondern uru ein« auf fachmänn. 
und wissenschaftlicher Basis gründlicli durciigearbeitete Erfini*ung. 

Von Fachleuten als die zweifellos beste Projoktionsfliiche anerkannt. 

Meine Fläche hat sich nach über einjährigem Gebrauch in öffentl. 
Kino-Theater ohne jede Veränderung betr. der Haltbarkeit und 
Wush-rgabe der Bilder bewährt. Durch die Stromersparnis allein 
macht sich mtine Fläch« in kurzer Zeit bezahlt, für Kinos, welche 
mit Kalklicht arbeiten, ist dieselbe geradezu unentbehrlich! 

Ernsten Reflektanten diene gern mit Offerte und praktischer 
Vorführung, uis Julius Irmisch, Plauen 1. V., Bahnhofstr. 15, 

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■ ■■iederholt haben wir bekannt gemacht, dass 
lAf wir ohne Vorausbezahlung nur Anzeigen von 
w uns bekannten Firmen aufnehmen, nicht aber 
kleine Anzeigen und Stellengesuche. In der Ab¬ 
sicht unsern Auftraggebern von Nutzen zu sein, 
wurden viele Ausnahmen gemacht, namentlich um 
Stellensuchende nicht bis zur nächsten Nummer 
zurückzuweisen. Von vielen Seiten ist diese Hand¬ 
lungsweise anerkannt worden, sehr viele An^igen 
aber, namentlich Verkauft- und Stellengesuchs- 
Anzeigen blieben unbezahlt, die Auftraggeber haben 
ihren Zweck erreicht, indem die angebotenen 
Gegenstände verkauft oder neue Stellen erreicht 
wurden, und wir haben das Nachsehen. In 

mehreren Fällen heisst es im Bestellbrief ,,D e r 


Wenn wir gegen derartige Schwindeleien Stellung 


Rheinisch - Westfftl. Verlangen Sie 

FilmsUerleih n 
Tmisdi-Institiit ä. 

Düsseldorf, Rlosterstr. 59. Te,#ph0B 4840 

gerichtliche Bestrafung veranlassen, so sind wir 
der Zustimmung aller rechtschaffenen Branche¬ 
angehörigen sicher. Für die Folge aber bitten 
wir um Beifügung des Anzeigenbetrages, auch in 
Briefmarken des Auslandes. 

Der „KInematograph“. 


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No. 138. 


Der Kinematogmota — Dflsseldorl. 


|tS3B^)| 


Aus der Praxis 


"|| 


Neue Kino»lieater. Liegnit c, Mittelstr. 14 wurde 
das Welt-Reform-Kino eröffnet. — Geestemünde. 
Das Kino Welthaus Passaget heater wurde Bogar Smidtstr. 
eröffnet. 

Beleueht 11 ngs- Steuer. 

Das < Jeset/, betreffend die Besteuerung von Beleueh- 
tungsmitteilt wird am 1. Oktober v. J. in Kraft treten. 
Von diesem Tage ab werden alle xum Verkauf bestimmten 
Glühlampen jeder Art einer beträchtlichen Steuer unter¬ 
liegen; ausgenommen sind nur diejenigen Lampen, die 
sich am genannten Tage bereits im Besit z des Selbst Ver¬ 
brauchers befinden. Es ist daher empfehlenswert, dass 
sich alle Verbraucher von Glühlampen möglichst schnell 
einen für längere Zeit ausreichenden Vorrat verschaffen, 
denn die nachfolgend angegebenen Steuersätze hat nach 
den Bestimmungen des Gesetzes der Besteller zu tragen. 
Die Steuer beträgt: 

A. Für elektrische Glühlampen und Brenner zu solchen 
a) Kohlefadenlampen b) Metallfaden- u. andere 

* Glühlampen, Nernstlampenbrenn. 

U bis zu 15 Watt 5 Pf. 10 Pf. pro Stück 

v..n 15— 25 „ 10 ,. 20.. 

NH „ 25— 60 „ 20 „ 40 „ „ 

60—100 „ 30 „ 60 „ „ 

„ 100—200 „ 50 „ 1QO „ 

für solche von höherem Verbrauche zu a) je 25 Pf., zu b) je 
40 Pf. mehr für jedes weitere angefangene Hundert Watt. 

B. Für Glühkörper zu Gasglühlicht und ähnliche 
Lampen 10 IT. für das Stück. 

(’. Für Brennstifte zu elektrischen Bogenlampen 1. aus 
Reinkohle 60 Pf. für das Kilogramm. 2. aus Kohle mit 
Leuchtzusätzen und für alle übrigen Brennstifte 100 Pf. 
für das Kilogramm 

D. Für Brenner zu Quanail berdam pf- und ähnlichen 
Lampen bis 100 Watt 100 Pf. für das Stück, für solche 
von höherem Verbrauche je lOO Pf. mehr für jedes weitere 
angefangene Watt. 

obr. Frl. M. Lugner. Stipendiatin der schwedischen 
Regierung, bereist Deutschland jetzt zu dem Zwecke, 
über die hiesigen kinematographisi hen Verhältnisse, be¬ 
sondere die Hebungsbestrebungen, zu berichten. Sie wohnte 
am 16. August einer Sitzung der Dresdener Gesellschaft 
„Bild und Wort“ bei. 

ln einem „trierisehen“ kinematographen. Verschiedenen 
Anfragen zufolge teilen wir hierdurch gerne mit, dass es 
sich in dem unter obiger Stichmarke beschriebenen Kine- 
matographen um das Marzen’sche Central- 
Theater in Trier handelt; der lobend erwähnte Er¬ 
klärer ist Peter Märzen. 

-s- kinutheater in den Vereinigten Staaten. Während 
es bis vor kurzem möglich war, mit ganz geringen Mitteln 
in Nordamerika ein Kinotheater einzurichten, macht der 
Zug unserer Zeit ins Grosse derartige Etablierungen immer 
schwieriger. In den Grosstädten ist schon ein Kapital 
von 100 000 Mk., von denen 50—60 (MN) Mk. von der Miete 
verschlungen werden, erforderlich; aber trotzdem meistens 
nur 5 Cents Eintrittsgeld erhoben werden, machen die 
Inhaber dabei glänzende Geschäfte. Das zeigt zugleich, 
wie ausserordentlich beliebt diese Theater sind. 


| (sSflSäS 1 


Firmennadirichten (sSßßS 


-s- London. Die Gesellschaft „Electric Theatres" 
(1908), Limited, eröffnet in Birmingham und in Southend 
neue Kinotheater. 


-s- London. l>ie Essanay Co., Chicago 
beabsichtigt, in London eine Zentrale für den Filmverkair 
in Europa zu errichten. Die Gesellschaft liesteht erst sei' 
zwei Jahren, doch stehen der Geschäftsleitung um 
fassende Erfahrungen in der Branche zur Seite. 

Neue Films || !| 

Edison. Während der Flitterwochen getrennt 
Am Muon — tr ande fanden nie sich und ihre Liebe wuchs, tu- - 
endlich ihren Wunsch erlullt sahen, und vor dein standen, dmsc. 
Worten sic andächtig lauschten. I >«.- Schicksal trennte -in jeduc 
bald wieder, ab« nicht für lange Zeit, denn mit der List der Liets i 
den gelang es ihnen, sich bald wieder au vereinigen, und in die Wildn 
zu entkommen. Man verlor ihre Spur. Ein treuer Freund, der - 
begleitet hatte. - tald sich heimlich fort von ihnen, während sie > 
d >r Nacht im Grase unter Bäumen schliefen. Gerade, als sie su 
träumten, brachte dieser Freund die Verfolger herbei, und d 
Hochzeitsreise endete mit - - kräftiger Prügel! Richtige l*rug. 

Denn die Ausreisser waren j «der erst 8 Jahn- alt, und ihn* Mutt, 
schlugen sie mit Recht für ihre kindliclicn Streiche. Es ist eit 
niedliche Geschichte, und ein Film, den zu betraoh’en es ein wir! 
liches Vergnügen ist. Die Hochzeit war eine witzige Idee der Mutt, 
bei einer Geburtstagsfeier des kleinen Mädchen, der Pnvliger • 
Knirps tun 6 Jahren, als Pf am r angezogen. Es war ein Vergnüg, 
durch und durch, bis iio Kinder cs f ür ernst nahmen. Die gan 
Geschichte ist von Anfang bis zu Ende sehr unterhaltend. Die Flu. t 
in einem Wagen mit einer Ziege bespannt tmd einem Hunde « - 
treuen Begleiter sind besonders horvorzuhebeutle Merkmale. 

Er wollte nicht unter einer Leiter h i . 
durchgehen. Sun Land, der s.. tüchtige Kaufmann, wui 
nur der abergläubige Sam genannt, und dieses mit gutem Red 
denn trotz seiner kaufmännischen Tüchtigkeit war er furcht I. r 
abergläubig, und wäre nie in seinem Leben unter einer Leiter lc 
diV cligegangem Dieser Atierglmb • kostete ihm auch seine 
Stellung in l’loaaant ville. Mit ihm arbeitete tuc-li ein ebenso tücliln r 
Kaufuuuui. bekannt unter dem Namen Jim Picken«. Sobald - b 
ein Kumte stthen liess und Sam ihn mit Beschlag belegt hatte, v. r 
Jim wie der Blitz hinter dem l’aar« her. Es wäre ihm jedoch nie 
hmgen, sich ins Geschäft einzumisclieu. wenn nicht Sam seine 
eigenartigen Ideen wegen der Leiter geliabt hätte. Als dieser • r 
ersten Leiter aus wich — und Sam kam heute mit vielen in Berühr., .g 
— nahm Jim die (ielegenlu-it wahr, um mit dem Kunden su sprech >• 
Sam holte ihn wieder zurück. atsT eine andere Güter trat wi. • -r 
hindernd in den Weg, und Jim macht« sich wieder an den Kun. ii 
heran. Bei der nun folgendim Auseinandersetzung warf Sam " 
Leiter um, und während er sich mit dem Besitzer derselben bei.. » 
stritt, ging Jim mit dem Kunden ilavou. Immer wieder hra« ic 
Sam's Aberglaube dem Jim Glück, und zuletzt gewann er > » 
Kunden ganz für sich. Sam wurde entlassen und wütend ri.e ■ 
er auf die Strasse, fand eine Güter an der Wand stellen, ging wie. i r 
holt unter derselben hindurch, und tötete so den in ihm loben, n 
Aberglauben. 

L> a s Loben eines Matrosen in der »in.' 1 1 
kanischen Marine. Als Tom Bowline in die Marine eint. it. 
war er entschlossen, die höchste Stufe, die er errreichen konnte 
zu erlangen. Er arbeitete hart, lernte viel und stieg durch die ■ r " 
schiedenen Grade bis zu dem Posten, den er. um seinen Ehr. “ 
zu befriedigen, erlialte.ii keimte. Der Vorschlag, dies« Geschieh' 
über Tom Bowline*s B »f örderungcu in einem Film wiederzug"' 
fand den Beifall der Vereinigten Staaten-Kugierung und mit i ,,r 
Hilfe war .« tuö glich, nicht nur die Werften und Schiffe der I 
gierung, sondern auch Offiziere und Matrosen, soviel nur zur lj>* r ' 
Stellung des Films nötig waren, im Bilde f.-t* t zuhalten. Der F ” ,M 
beginnt mit dem Eintritt Tom Bowline’« in die Marine, und j.sk* 
Grad von «einem Eintritt bis zu dem höclist zu erlangenden Pe-u' n 
ist genau dargestellt. Man sieht ihn mit seinen Kameraden 
Signalisieren auf der Brück«, dann lieim Geschützexerzicrcn. 1 l, J* 
Hängemattenexerzieren, beim Tauchen im Taucheranzug und i "‘' h 
verschiedenen anderen Exerzitien, welche bisher noch nie 
l’uhhkum gezeigt worden sind. Während seiner Tätigkeit 1 ' |[1 
er unter romautisclien Umständen mit einem niedlichen Mätl h.-n 
zusammen, rettet sie vor dem Ertrinken, tun! als er seine la>. 1 .' u ‘ 
Stelle durch ernsthafte Arbeit endlich erlangt liat, heiratet < >' o* 1 
Mädchen, und ist nun sein Glückvollkominen. 

| CsStDgSD | Uereinsnachriditen |[ (sSQgjp 

Verein der Kinamatographenbasitzer Im Königreich Sachsen 
Sitz Drezdan. 

Offener Brief an alle Filmfabrikant« n. 

Der unterzeichneU. Verein stellt an die FilmfabrikanU.n '•*’ 
Ersuchen, in der Wahl ihrer Filmsujets vorsichtiger zu stüua 1« hi-hcr. 







































































































Nh 13* . 


Der Klnematograph — Dflsseldorf. 


_ r lucht in Zukunft durch Lieferung »inwanttfreior Films von 

dom Fabrikanten unterstützt wird. Vorboten sind solche Films, 
welch» enthalten: Szenen, in denen I > clistahl. Einbruch, Moni, 
Mordversuch. Selbstmord, Tierquälerei l>ar»t-Illing unsittlicher 
oder annösaig« Bilder. Wenn die Fabrikanten es unterlassen, 
den berechtigten Wünschender Kiu»matographenbe»itzer Rechnung 
zu tragen, so w -rd-wi sie eines Tages di» wenig erfreuliche Wahr¬ 
nehmung maoiten müssen, dass ihr Umsatz anstatt siih vergrössert, 
fortgesetzt verringert. Die Kiiunnatographenbesitzer Saclisens 
wen len an ihr» Filmleihfirmen das Ers ichen stellen, nur solche 
Films zu liefern, welche den Anforderungei der Behörde ents|>rechen. 
Der Verein der Kinematogra|>henbeeitaer im Könign ich Sachsen. 
Sitz Dresden. 

• * * 

Dl« weiter« Propagandatätigkeit dm Zw*ckv«rband«>. 

Zwecks Durchf ührung der grosszügig geplanten Organisation 
des Zweckverbandee fanden weitere IV pagandaversaininlungen 
in Nürnberg, Uaimover und Bremen statt Die 

Versammlung in Nürnberg 
im Hotel goldener Adler zeitigte folgend» Resolution. „Die am 
29. Juli versammelten Interessenten von Nürnberg und Umgegerd 
sowie Stuttgart geben dem Zweckverband ihre Sympathien kund 
und erklären iliren Beitritt. Von der Bildung einer Sektion wird 
vorläufig Abstand genonuueu. Die Ffmnhinnimnn bitten den Zweck¬ 
verband. auch weiterlim für die Interessen der Allgemeinheit 
einzutreten und versprechen ihre tatkräftige Unterstützung für die 
Ziele des Zweckverbandee". 

Leider gibt ee auch versteckte Feinde, die sich mcht scheuten, 
den in Nürnberg anwesenden Vertretern d >s Zwockverbandes üble 
Nachreden zu widmen, die dazu dienen sollten, das Ansehen des 
Zweckverbandes nach Möglichk -it h>rabzudrücken. Wer das Licht 
der Sonne nicht zu scheuen hat. dürfte k*:uu in die L*ge kommen, 
unter dem Siegel der Verschwiegenheit vertrauliche Verdächtigungen 
zu kolportieren. Die ir. dieser Angelegenheit schwebenden Ermitt¬ 
lungen werden hoffentlich zu dem Resultat führen, um Verbreiter 
derartiger Unwahrheiten „belohnen“ zu können. Die 

P r o pag an da ver « am «n 1 un g in Hainover 
verzeichnet insofern einen nennen* w< rten Erfolg, als alle Anwesenden 
ihren Beitritt zum Zweckverbai.de erklärten und mit den Aus¬ 
führungen des Herrn von Frarkenstein übereil ist in mtm. Es wurde 
die Gründung einer Sektion Hsn ovir be»cliksn n Ul d der Voisilz 
dein Inhaber des Biotophon-Tls aters H« rrn Meller. Götheslr. 48, 
das Amt des Schriftführers Herrn Paul Meyer, Geschäft Mulircr 
des Alhambrä-Theators. Limburgstrasse 2 übertragt n. Auch die 
Versammlui g in Bremen 
erweiterte neben den bereits dort verbal denen Mitgliedern unseren 
Anhängerkreis und endete mit der Ht-grundung «-nur Sektion für 
Bremen, deren Geschäftsführung Herr Johannes Hagen, Kaiser- 
strasee 14, übernahm. 

Selbstverständlich werden diesen einzelnen Sektionen auch, die 
Mitglieder der landschaftlich zugehörigen Orte überwiesen. 

Die bisherigen Verkiandlui gen ergaben, dass er neben den bereits 
auf gestellten- noch mancherlei Ziele gibt, die im Interesse der 
Allgemeinheit verfolgt werden müssen. Auch den lokalen Fragen 
kann man als Angehöriger eines grossen Verbandes durch Hinweis 
auf denselben l>ei Eingaben an Behörden etc. mehr Nachdruck 
verleihen und dabei das von der Zentrale gesammelte Material ver¬ 
wenden. Die einzelnen Ixjkal-Versanunlungen halten ferner ergeben, 
dass der persönliche ZusanuncnscMuss der Theaterbesitzor zur Be¬ 
seitigung von Härten führt und den sogenannten Konkurrenzneid 
auch aus der Welt zu schaffen in der Lage ist. Schon jetzt wurden 
gelegentlich «1er einzelnen Verhandlungen bisher seharfe Konkur¬ 
renten gute Freunde und einig te man sich im Prinzip bereit» I ezüg- 
lieh der Reklame z. B. durchaus fair zuwege zu gellen und die| Ein¬ 
trittspreise nach Uebereinkunft festzusetzen. Wir werden noch 
später auf die gemeinsamen Ziele aller Interessenten unserer Branche 
zurückkoinm en und wollen hoffen, dass die einzelnen Sektionen 


,_m- Ar beit Stetigkeit entfalten, um gemeinsam 

a Verbünde iin Interesse Aller tätig zu sein. Wer dem Verbände 
noch lieute fern steht, der wird hoffentlich in kürzester Zeit erkeiuien, 
dass ein fester Zusammen- ehluss nolwt i dig war und auch er dazu 
berufen ist. am gemeinsamen Werke nützusettaffc-n. Nicht der 
Kampf gegen den Verband, sondern die hilf ende Mitarbeit 
am Verbände wird i .. . 


I Zick fuhren und zum> Wohle aller 


W. t 


Franken 


| (gSSQggTfl Verkehrswesen 1 GsS8ggT| 


Eine Weltauaatellung in Petersburg. Ein vom Handels¬ 
minister Timirjasew und Financminster Kokowzew gut- 
geheissene» Projekt einer Weltausstellung in Petersburg, 
die wohl die erste Weltausstellung in Russland sein wird, 


ist der Duma zugegangen. Der Schöpfer des Projekt - 
M. Low-atski beabsichtigt, die Kosten zur Veranstaltung 
der grandiosen Ausstellung durch die Aufnahme ein« r 
vierprozentigen Anleihe zu decken. Die Ausstellung 
die im Jahre 1912 eröffnet werden soll, wird in Nowaj» 
Derewnja, zwischen der finnländischen Bahn und d< - 
Strandbahn errichtet werden. Die Weltausstellung wir I 
alle Zweige der Industrie, Gewerbe, Kunst und Lanc 
Wirtschaft umfassen. 

Brüssel. Hier wird im Herbst ds. Js. eine grosse intet - 
nationale Ausstellung in den Riesenhallen des Parc Cinqua 
tenaire stattfinden, in welchem Etablissement auch d< 
alljährliche Automobi -Salon tagt. 

Die Ausstellung, welche vom 18. September bi- 
2. November dauern wird, ist keine sogenannte „wilde 
Ausstellung sondern steht unter dem hohen Protektorat 
S. M. des Königs Leopold, der Komtess von Flandern un-l 
der Prinzessin Clementine von Belgien, der Tochter d- 
Königs. 

Die Ausstellung, welche den Titel „l'lndustrie Moderne 
trägt, umfasst alle Erzeugnisse der modernen Industri 
als Instrumente. Maschinen. Werkzeuge etc. und werden 
Kinematographen-, Film- und verwandte Zweige bei de 
gerade in Belgien sehr stark vertretenen Interessenten gewi>- 
ein überaus günstiges Absatzgebiet finden. Mit Schluss d< r 
Ausstellung ist -ine Preisverteilung und I*rämierung vei 
bunden. Nähere Mitteilungen resp. Auskünfte über Ai 
meldungstennin. Preis etc. erteilt gern und kosten!- 
unser belgischer Vertreter Herr Adolf Levv, Brüssel. Hot . 
Joseph. Boulevard Anspach und bitten sich direkt an dies« 
zu wenden. 

| CsSSgg) 1 Neue Patente | (^9BeS) 

Reform des amerikanischen Patentwesens. Gleichseitig n 
dein neuen Zolltarif soll, wie dt» B. T. erfährt. auch das Pate» t 
wesen reformiert werden. Das heisst, es soll nach dem jünj. ’ 
von England gegebenen Vorbild bestimmt werden, des» die -! 
Ausländern erteilten Patente nur bei Ausübung der Fabrikat: 
im Unionsgebiete in Kraft bleiben. Auf amerikanischer Sei 
beabsichtigt man damit in erster Reihe eüien Schaclizug gev- 
England, es wird vielleicht zwischen Amerika und Deutst-hlan- 
der l’atentfrage zu einem Sondervertrag kommen und die Erwart » 
geht dann dalpn, dass England nichts weiter übrig bk-ibt, als A 
Schluss an dieses Sonderabkommen zu suchen. 

Patentliste. 

Mitgeteiit vom Patentbureau J. Bett & Co. 

Berlin SW. 48. Friedrichstr. 224. 

Abonnenten unserer Zeitung erhalten dort kestenks Auski.n" 

über alle Patent-, Gebrauchsmuster- und Warenzeichen- 
Angelegenheiten etc. 

Patent-Erteilungen. 

57a. 212 883. Verfahren zum Herstellen der positiven Be¬ 

händer für Stereokinematographen. oei denen die Negative «-•: 

2 getrennten Bändern, die Positive aber derart auf einem Ban- 
liegen, dass rechte und linke Bilder miteinander abw echseln. l' r 
Boris Weinberg, 8t. Petersburg. 

57c. 212 891. Tagesliebt en t wickjungsapiutrat für Blattfil» 

in Einzel(>ackungen. deren Hüllen in entgegengesetzten Richtung- n 
vom Film o. dgl. abgezogen werden. Carl Drexler. Stuttgart 
Paulinenstrasse 4. 21. 7. 08. D. 20 298. 

Patent-Anmeldungen. 

Gegen die Erteilung kamt während der zweimonatlich-» 
Auslage Einspruch erhoben werden. 

57a. M. 35 257. Vorrichtung zum Zentrieren der Bikler l-ci 
Kinematographen, bei welcher die den schrittweisen Vorschub 
des Bildbandes bewirkende Schalttrommel in einem feststellbar- n 
Drehgestell gelagert ist. Messter's Projektion. G. m. b. H., Berlin 
13. 6. 08. 

57a. L. 25 170. Feuerschutz Vorrichtung für Kinematographen 
hildbänder mit einer elektromagnetisch betriebenen Verselilussklapi c 
im Strahlengang der Beleuchtungsquelle. Eugene Louis An»''*' 
Lertourne, Kouen, Frankr. 

57a. Sch. 31 372. Klachf ilmi>ackung mit einem Filinträg-” 
aus zic-kzackförmig gefaltetem Band, auf wek-liem die einzeln-» 
Films längs einer ihrer Kanten befestigt sind. Johann Georg 
Schneider, Würzburg, Ludwigskai 17. 13. 11. 08. 



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Die Wundertat der Jungfrau (pathetisch) . 122 r 


Die zerbrochene Fensterscheibe (urkomisch). 111 n 

Die alte Dienerin (dramatisch i.160 r 

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No. 139. 


Düsseldorf, 25. August 1909. Erscheint jeden Mittwoch. 


Nachdruck des Inhalts, auch auszugsweise, verboten. 


Kinematographie und Hygiene. 

Darüber schreibt l)r. P. Schenk (Berlin) in der 
deutschen Medizinalzeitung" folgendes: 

,.Es ist verschiedentlich versucht worden, den Kine- 
matographen zu Unterrichts*wecken zu verwenden. Ich 
halte dieses Unternehmen vom hygienischen Standpunkt 
aus für bedenklich. Wir modernen Grosstadtmenschen 
verderben eigentlich systematisch unsere Augen. Wir leiden 
unter einer Ue herfülle von Licht reizen. 
Wie viele von uns haben nicht schon bei aller Anerkennung 
d-r staunenswerten Fortschritte der Beleuchtungstechnik 
aus der Tiefe ihres hygienischen Gewissens heraus schmerz¬ 
lich aufgeseufzt, wenn sie in unseren von blendender Licht¬ 
fülle durchstrahlten Sälen sassen oder gar irgend einen» 
heinwerfer ins Auge blicken mussten: ..Leider! schon 
l!i'blendet, kehr' ich mich weg, vom Augenschmer? durch¬ 
drungen.“ Nicht meine eigene Erfahrung allein, die mich 
f.ist jeden Besuch einer kinematographischen Vorführung 
mit einem nachfolgenden F!nvm»*>rskotom hilssen lasst. 
11 wegt mich, gegen die Einführung des Kinematographen 
in den Unterricht in Volksschulen und Hochschulen Einspruch 
zu erheben. Ich hals» allmählich doch auch von verschie¬ 
denen anderen Seiten gehört, dass Kopfschmerzen. Migräne. 
Augenschwindel sieh als gewöhnliche Folgen kinemato- 
ßra >hisolier Vorführungen einstellten Wie sollte das Auge 
keinen Schaden von den kinematographischen Darstellungen, 
zumal wenn sie in gewissen Zwischenräumen regelmässig 
wiederholt werden, davontragen? 

Beim Kinematographen ist noch mehr als die im ver¬ 
dunkelten Raum auf die weisse Bildfläche fallende und von 
dieser in die Augen der Beschauer zurüekgeworfene blen¬ 
dende Lichtfülle Uulenklieh das unaufhörlich in kürzesten 
Intervallen erfolgende Schwanken und Zittern des Lichts, 
"elohes gleichsam in ewigen Ktössen von der Leinwand 
Kegen unsere Augen geworfen wird. Das vielheklagte 
••J 1 limmer n“ der kinematographischen Bilder ist ein 
l elielstand. der zurzeit den Kinematographen des An- 
*j>ruehs beraubt, ein hygienisches Bildungsmittel zu sein, 
be'-eitigeii Hirt -ich das Flimmern dank die aagi 


wandten Mittel (Rotation einer Scheibe, die aus drei vollen 
und drt*i leeren Sektoren besteht, Drehung des Zothschen 
Rades. Hin- und Herbewegen der Hand oder eines Fächers 
vor dem Auge) nicht. Immer verbleibt bei der Beobach¬ 
tung einer kinematographischer Bilderreihe meines Erach¬ 
tens cir. lästiges Gefühl, dass der Vorgang sich nicht un- 
unterbrochen. sondern mit störenden Absätzen vollzieht. 
Selbst die beste Technik vermag keineswegs darültcr hin- 
wegzutäusohen. dass der Kinematograph verschiedene Einzel¬ 
bilder in raschester Folge vor unserem Auge aufblitzen 
lässt. 

Und weiter: Wer je einer kinematographischen Vor¬ 
führung beiwohnte, sagt sich: Hier wird das hastende 
Lehe n zu einem echt amerikanischen Eilzugstcmpo 
fort ge wirbelt. Da Ihm kann ici» von der Sensations Wirkung 
nicht ganz schweigen. Zusammengepresst in den Raum 
weniger Minuten rasen vor dem gequälten Auge die ent¬ 
setzlichsten Tragödien des Menschen vorüber. Die geistige 
Kost, welche die Kinematographen bieten, ist in der Mehr¬ 
zahl der Fälle schlimm genug. Daran wird durch den 
Umstand, dass ein Professor Doyen oder gar Exzellenz von 
Bergmann sich beim Operieren kinematographisch auf¬ 
nehmen liessen, wenig geändert. Das Abrollen de» k:ne¬ 
in« tographischen Filnibnndes seiet die wirklich zu dem 
betreffenden Vorgang erforderliche Zeit auf einen Bruchteil 
ich darf wohl ruhig sagen: auf ein Minimum herab Nur 
ein Laie kann sagen, dass er nach der kinematographischen 
Vorführung bis in alle Einzelheiten liegriffen hätte, wie 
man nach von Bergmann eine Amputation des Fusses 
vollzieht. Ich werde immer sag«'»: der Kinematograph 
bietet in der Hauptsache ein durch amerikanische Technik 
zu phantastischer, unhygienischer Schnelligkeit gesteigertes 
im wesentlichen ergötzliches, zu Unterricht.szwecken recht 
bedenkliches Abbild der wirklichen Vorgänge. 

Noch verstärkt wird dieser Eindruck durch den un¬ 
natürlich schnellen Wechsel der Szenerie 
Ganz ln-sonders bei Marineaufnahmen ist dieser Wechsel 
recht quälend für den Beschauer. Hier sei nur erwähnt 
dass ich bei einem Bilde (Holzindustrie) in 12 Minuten 
einen 15 maligen Wechsel der Szenerie, bei einem anderen 
(Hetzjagd) in 14 Minuten einen 52 maligen Wechsel der 
Szenerie feststellte. 

Es kommt hinzu, dass sich die einzelnen photographi¬ 
schen Momentaufnahmen auf den Filmstreifen natürlich 







No. 139. 


Der Klnematograph — Düsseldorf. 


nicht in allen Einzelheiten gleichen. Durch die Vergröße¬ 
rungen werden die Abweichungen der einzelnen Photo¬ 
graphien voneinander noch gesteigert und, wenn man 
will, das Auge des Beschauers noch mehr verwirrt. 

Schon nach wenigen Abrollungen werden die Films 
schadhaft. Ich war erschreckt, zu sehen, wie schon nach 
einem Dutzend Wiederholungen dis Bild, abgesehen von 
dem lästigen Flimmern, von einer Unmenge heller Streifen 
von oben nach unten wie von rieselnden Schneeflocken 
zerteilt war. Hier steigert sich die offenbare Diskontinuität 
der Bilder ins Unerhörte. Bis auf ungefähr 6 m von der 
Projektionsleinwand ist ferner die Struktur des Films 
deutlich zu erkennen. 

Ermüdung oder Ueberanstrengung der Augen ist die 
notwendige Folge beständiger Schwankungen in der Stärke 
der Lichtreize. Das Flimmern des Kinematographen stellt 
meines Erachtens ein aufs höchste gesteigertes Flackern 
einer Lichtquelle dar und ist für die Augen und im weitern 
für das Nervensystem ülierhaupt ungemein schädlich. 
Gegen die Einführung des Kinematographen in den Unter¬ 
richt ist daher vom hygienischen Standpunkt aus Ein¬ 
spruch zu erheben.“ 

Diese Ausführungen dürfen nicht ohne eine ernstliche 
Widerlegung bleiben, denn sie übertreiben einige zuge¬ 
standene Fehler mancher kinematographischer Schau¬ 
stellungen, vermengen sie mit anderen, nicht wirklich 
bestehenden und sind geeignet, bei Uninformierten ein un¬ 
begründetes Vorurteil gegen das lebende Bild hervor- 
zurufen. 

Wir bemerken daher zu den einzelnen Absätzen der 
Schenkschen Ausführungen folgendes: 

Die ,,L i c h t f ü 11 e“, die der Betrachter vom Pro- 
jektionsschirm empfängt, ist weit geringer, als die, welche 
ihn von jeder unverdeckten modernen Lichtquelle trifft 
oder bei Betrachtung einer sonnenbeschienenen Landschaft 
oder auch nur beim Gehen auf der sonnen beschienenen 
Strasse. Unleugbar werden manche Personen auch durch 
solche optische Eindrücke affiziert. empfinden im Sonnen¬ 
schein Augenschmerzen, erleiden Tränenausbrüche und 
müssen, um sich zu schützen. Rauchgläser tragen. Eine 
solche Ueberempfindlichkeit kann aber nicht als normal 
gelten und darf nicht Anspruch erheben, für die Gestaltung 
der Welt massgebend zu sein: man müsste sonst ausser 
den blendenden künstlichen Lichtquellen auch den Sonnen¬ 
schein abschaffen. Uebrigens darf nicht übersehen werden, 
dass die Lichtmenge, die vom Auge von der Projektionswand 
her empfangen wird, innerhalb einer Bildvorführung 
keine schroffen Aenderungen zeigt, sondern annähernd 
konstant bleibt; lästige und vielleicht auch schädliche 
Intensitätswechsel treten nur bei Vorfülirungen 
ruhender Bilder, also gewöhnlichen Projektionsvorführungen 
ein, wenn nicht dafür gesorgt wird, dass auch während des 
Bilderweohsels die Projektionsfläche beleuchtet bleibt (indem 
nicht ein undurchsichtiger Schieber vorgeschoben wird, 
sondern eine Mattscheibe). Man kann einwenden, dass 
auch bei kinematographischen Vorführungen ein greller 
Intensitätswechsel jedesmal eintritt, wenn eine Bilderserie 
beginnt oder endet; dieser Fehler lässt sich aber leicht da¬ 
durch vermeiden, dass der Vorführungssaal erst nach 
Beginn verfinstert und noch vor Schluss des Bildes wieder 
erleuchtet wird. Uebrigens hat man in jüngster Zeit 
mit Hilfe der von de Mare u. a. angegebenen Einrichtungen 
mit Erfolg in hell beleuchteten Sälen projiziert, so dass 
jeder schroffe Lichtwechsel ausbleibt. Dem Bilde selbst 
aber zu hohe Helligkeit vorzuwerfen, wäre nur bei Igno¬ 
rierung der physiologischen Tatsache möglich, dass das 
Auge in der Iris eine sehr prompt arbeitende Vorrichtung 
hat, durch „Abblendung“ die Helligkeit des Lichtbildes 


auf der Netzhaut innerhalb weiter Grenzen zu regulieren 
Wem das nicht genügt, der kann sich ja bei Projektion.- 
Vorführungen noch eine Schneebrille aufsetzen. 

Das „F limmer n“ des Bildes ist ein Fehler, der 
nur bei Verwendung mangelhafter Apparate oder Film- 
so stark auftritt. dass er überhaupt zu Bewusstsein komm 
oder gar störend empfunden wird. Ungenaue Transport 
Vorrichtungen am Aufnahme- oder Vorführungsapparai 
fehlerhafte Verschlusskonstruktionen, in den Perforation«- , 
und an der Fläche abgenutzte Films oder mangelhaft 
Bedienung bewirken ein störendes Flimmern; sind aber all 
diese Faktoren so in Ordnung, wie sie sein sollen und sein 
können, so hat man nicht über diesen Fehler zu klagen 
Dies geht auch aus einer einfachen physiologischen Betrac! 
tung hervor, die Verfasser dieser Zeilen schon in seinem 
Buche über Kinematographie*) gegeben hat. Als Mittelwert 
zahlreicher Beobachtungen gilt, dass die Liehtompfinduii,' 
die wirkliche Lichteinwirkung um */io bis a /io Sekunde 
überdauert: zwei Lichteindrücke, zwischen denen ein 
Zeitintervall von durchschnittlich */» Sekunde liegt, ver¬ 
schmelzen daher zu einem Lichteindruck. Nun beträgt 
der Zeitraum der Verfinsterung,. der. bei d>‘X. .V<aEfiihru>_' 
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Teilbildern eines kin 
matographischen Films liegt, selten mehr als V*o Kekund". 
sodass es durchaus unangebracht ist, von „Stössen des 
Lichtes“, das von der Leinwand io unser Auge gelangt, zu 
reden : weder die Regenerierung des Sehpurpurs (oder » ■ - 
sonst liei der Umsetzung der Lichtenergie in Nervenreizei ü 
wirksam sein mag), noch die Reizleitung und Apperzepti n 
geht mit solcher Schnelligkeit vor sich, dass dieserZwischi i- 
raum als Dunkelphase empfunden werden könnte. T i- 
sache ist, dass man bei vielen Vorführungen aus den an. 
führten Gründen ein störendes Flimmern wahmimi : 
dass dies aber nur auf die oft recht elenden Hilfsmit <1 
zurückzuführen und heute keineswegs mehr ein inhären <-r 
Fehler der Kinematographie ist, beweisen u. a. die V r- 
fiihrungen in dem kinematographischen Muster-Theater 
der „Internat. Phot. Ausstellung. Dresden 1909", wo mail 
zwar auch gelegentlich einen abgeleierten „Leihfilm" 
zu sehen bekommt, meist aller völlige Ruhe und Flimm-r- 
freiheit feststellen kann. 

Der nächste Ein wand ist „das hastende Eil- 
zugstemp o“. Ja, ist das nicht leider das Tempo 
unserer Zeit überhaupt ? Kann eine Darstellung aus di<-er 
Zeit anders sein? Findet das Publikum an anderem In¬ 
teresse? Uebrigens gibt es zahllose Films, die durchaus 
Ruhe und Sammlung, ohne jede Hast bringen, und dazu 
gehören gerade die Films, auf die sich die Ausführungen 
Schenke beziehen: die naturwissenschaftlichen, überhaupt 
belehrenden Films. Gegen Mord und Totschlag, wüste 
Zauberszenen und chirurgische Effekthaschereien einiger 
Reklame- Opera teure wenden sich seit Jaliren alle besonnenen 
Freunde der Kinematographie: ihrer Bekämpfung widmet 
sich auch das zitierte Buch in seinen Schlusskapiteln. 
Kein lebendes Bild erfüllt wirklich einen belehrenden Zweck¬ 
wenn es das Tempo des geschilderten Vorganges Iie- 
schleunigt. Es handelt sich im Gegenteil oft um eine 
Verlangsamung des Zeitablaufes, wie z. B. bei «I«* n 
ballistischen Aufnahmen von fVanz, die Schussvorgänge mit 
etwa 1 / MO der wirklichen Geschwindigkeit vor'iihren 

Den „schnellen Wechsel der Szenerie“ bei solchen 
Darstellungen, die verschiedene Phasen eines Vorgänge'“ 
darstellen, als Vorwurf anzuführen, heisst dasselbe. wte 
den Wechsel der BUder auf verschiedenen Seiten eines 
Buches tadeln: will ich ohne sinnlose Filmverschwendung 
wesentliche Teile von zeitlich oder örtlich sehr ausgedehnten 
Geschehnissen darstellen, so muss ich eben öfteren Szenen¬ 
wechsel eintreten lassen. Von der Geschicklichkeit «es 

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Aufnehmenden hängt es ab. ob dieser Wechsel ohne Be¬ 
schwernis vor sich geht oder nicht. 

Der folgende Passus über die störende Verschie¬ 
denheit der einzelnen Aufnahmen ist unverständlich; 
eben auf dieser Verschiedenheit beruf.t ja die Wiedergabe 
der Bewegung, sie bewirkt nicht eine „Verwirrung", sondern 
den Eindruck der Bewegung, ebenso, wie wenn das Auge 
die einzelnen Bewegungsphasen des aufgcnom menen Ob¬ 
jektes selbst erfassen würde. 

Was .Schenk weiter über das S c lad haft werden 
der Films sagt, beweist, dass er nur n it sehr mangelhaften 
Apparaten Bekanntschaft gemacht hat; bei richtig konstru¬ 
ierten Apparaten wird der Film nur an den verdeckt lau¬ 
fenden Rändern geführt, kommt in der Bildfläche nirgends 
mit schleifenden Teilen in Berührung, kann daher keines¬ 
wegs „nach einem Dutzend Wiederholungen“ die bekannten 
Streifen („Regen“) zeigen, die Folgen übermässiger Aus¬ 
nützung des Films sind. Die Struktur des Films wechselt 
von Bild zu Bild zwanzigmal in der Sekunde und bleibt 
daher unwahrnehmbar: übrigens ist Zelluloid bekanntlich 
nahezu glasklar, kann daher höchstens von fehlerhafter 
Fabrikation herrührende, äusserst schwache Längsstreifen 
auf weisen. 

Der letzte Absatz ist eine Zusammenfassung der vorher¬ 
gegangenen Behauptungen, deren Unrichtigkeit im Vor¬ 
stehenden dargelegt wurde. 

Es ist sehr zu bedauern, dass in solcher Weise gegen 
ein Hilfsmittel menschlichen Forsehens und Lehrens Stim¬ 
mung gemacht wird, dem sich seit zwei Jahrzehnten Wissen¬ 
schaft und Technik mit unermüdlicher Sorgfalt widmeten. 
Wenn man hygienische Betrachtungen über die Kinemato¬ 
graphie anstellen wollte, müsste man auf andere Schäden 
verweisen: auf die geringe Grösse und mangelhafte Luft¬ 
erneuerung der meisten „Kientöppe“, auf die unbequemen 
Sitzgelegenheiten, auf die nerven überreizende ..Musik“- 
Regleitung durch Klavierpauker. Automaten oder heisere 
Grammophons und auf die übermässige Dauer der Vor¬ 
führungen. Das alles sind aller nicht Fehler, die im Wesen 
der Kinematographie begründet sind, sondern organi¬ 
satorische Fehler, für deren Beseitigung die Gesundheits¬ 
behörden zu sorgen haben. Sie zu bekämpfen ist von Wert, 
eine Pausehal-Aburteilung des lebenden Bildes aber bedeutet 
eine Schädigung wirklicher Kulturwerte. 

Wolf-Czapek. 


Das Recht der Arbeitgeber und der 
Arbeitnehmer an Erfindungen*). 


Mitgeteilt vom Patentbureau J. Bett & Co., Berlin SW. 48, 
Friedrichstr. 224. 

Streitigkeiten und Prozesse zwischen Arbeitgebern 
und Arbeitnehmern um das Recht an Erfindungen gehören 
nicht zu den Seltenheiten. Während die Angestellten 
zurzeit energisch versuchen, die Gesetzgebung für ihre 
Lage zu interessieren und ihr Los durch etwaige Zugeständ 
nisse zu verbessern, rührt sich auch die Industrie, wie eine 
jüngst erschienene Broschüre eines bekannten Berliner 
Grossindustriellen beweist, um darzutun, dass in einem 
geordneten Betriebe mit guter Organisation es erforderlich 
sei. dass die Lösung der Aufgaben und die dabei gemachten 
Erfindungen dem Dienstherrn gehören müssen. 



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-» des Keiehmr«richtest el--- 

*-* wie das höchste Gericht Dcutachla n**s 


Nach § 3 des Deutschen Patentgesetzes hat derjenige 
Anspruch auf die Erieilung eines Patentes, welcher eine 
Erfindung nach Massgabe des Gesetzes zuerst ange¬ 
meldet hat. I>er Anmelder braucht demnach keineswegs 
der Erfinder zu sein, es können vielmehr rechtliche Verein¬ 
barungen vorliegen, laut welchen ein Erfinder seine Rechte 
einem Dritten abgetreten hat, so dass dieser nun das Recht 
der ersten Anmeldung erhält. Die Erfindung an sich selbst 
enthält noch kein Recht, sie wird erst gesetzmässig durch 
die Anmeldung beim Patentamt zu einem Recht, wild 
aber durch die Erteilung eines Patentes zu einem Besitztum, 
also einem Wertobjekt, dessen Höhe sich nach dem f Jegen¬ 
stande, nach der Nachfrage, dem Absatzgebiete und nach 
vielen anderen bestimmten, meist wirtschaftlichen Um¬ 
ständen richtet. 

Die Anmeldung braucht aber nicht ausschliesslich 
auf eine einzelne Person zu lauten. Anmelder können 
vielmehr mehrere, z. B. eine Gesellschaft (A.-G.) sein 
Die unangemeldete Erfindung wird aber auch in dem Falle 
zu einem Recht, wenn sie von einem Unbe'ugten bein 
Patentamt angemeldet ist. 

Aus diesen Ausführungen ergeben sich widersprechend« 
Ansichten, ferner verschiedene Konsequenzen in dem Ver 
hältnis des Anmelders zum Erfinder bezw. zur Erfindung 
von denen in diesem Zeilen Klarheit B. über das Recht 
des Auftraggebers-, ferner seiner Beauftragtem. Angestellte! 
tder Beamten unter Bezugnahme auf die bisherige Recht 
sprechung an einer Erfindung näher beleuchtet werden soll 
a) Das Recht der Arbeitgeber an Krfindtingeii. 

Ein Angestelltem kann unter bestimmten Verhält 
nissen Erfindern und Anmelder der Erfindung sein, dex-ii 
ist er nicht unter allen L T mständen der ln ha Ist der Er 
findung. besonders elann nicht immer, wenn bessernder. 
Vereinbarungen nicht vorliegen. 

Zweifellos liegt ein Anrecht des Dienstherrn auf Grun«i 
eines entsprechenden Dienstvertrages vor, wonach all«' 
Erfindungen des Angestellten aus dem Bereiche seiner Tiit is_ 
keit bei dem Dienstherm dem letzteren gehören sollen 
Aber auch ohne einen solchen Dienstvertrag kann der 
Dienstherr Rechte an Erfindungen seiner Angestellter 
geltend machen, wenn letzterer verpflichtet war, auf 
Erfindungen für den Dienstherm Itedacht zu sein (Reichs 
Ger-Entschdg. I. Strafsen. v. 8. Juni 99) und die zu diesem 
Zwecke angestellten Versuche zu einer Erfindung führten 

Liegt eine solche Verpflichtung des Angestellten als r 
nicht vor, so hat der Dienstherr kein Anrecht an Erfindungen 
des ersteren (Reichs-Ger.-Entschdg. v. 22. April 9S). 
Ist. die Erfindung dos Angestellten während des Dien.-r 
Verhältnisses beim Dienstherm gemach* und fällt sic in 
den eigentlichen Tätigkeitsbereich des Angestellten, so 
gehört sie dem Dienstherrn (Reichs-Ger.-Entschdg I 
ijivilsen. v. 4. März 03 und I. Zivilsen. v. 25. April 04). 
Hat aber z. B. ein Kaufmann, selbst wenn er im Betrieb«- 
die Aufsicht hat. ohne Aufforderung mit den Mitteln und 
Werkzeugen seines Dienstherrn eine Erfindung gemacht 
und ausprobiert, so gehört diese nicht dem Dienstherrn, 
der höchstens einen Entschädigungsanspruch für Benutzung 
seiner Werkzeuge hat (Reichs-Ger.-Entschdg. I. Zivilsen. 
v. 22. April 98). 

Erachtet der Dienstherr seine Erfindungen als Be¬ 
triebsgeheimnis. so hat auch der Angestellte sie als solche 
anzusehen und zu hüten (Reichs-Ger.-Entschdg. III. Straf¬ 
senat v. 27. April 99). 

Eine Etablissements-Erfindung ist eine solch«', die 
von den Angestellten innerhalb des Rahmens ihrer dienst¬ 
lichen Tätigkeit oder in Ausübung ihrer vertraglich«'' 1 
Verpflichtung gemacht ist und gehört nach der bisherig«'* 1 
Rechtsprechung in allen Fällen dem Dienstherrn. Wenn 





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No. 139 


Der Klnematograph — Düsseldorf. 


der Angestellte eine Erfindung bei Gelegenheit seiner 
Arbeiten in der Fabrik des Dienstherrn gemacht hat, 
so ist dies noch kein Grund für Vorliegen einer Etablisse¬ 
ments-Erfindung (Reichs-Ger.-Entsehdg. I. Zivilsen. v. 
25. April 04) und hat der Dienstherr kein Anrecht an der 
Erfindung seines Angestellten, wenn die vorgenannten 
Voraussetzungen nicht vorliegen. 

So wird der Dienstherr l>ezw. Arbeitgeber auf Grund 
der Entscheidungen von Fall zu Fall erörtern können, 
ob eine Erfindung seines Angestell en oder Arbeitnehmer 
dem letzteren oder ihm zugesprochen ist. Es sind dat>ei 
zweckmässig die Fragen zu stellen : 

a) War der Angestellte zu Erfindungen vertraglich 
angehalten ? 

b) Ist die Erfindung als Erfüllung eines Auftrages 
und der dazu erforderlichen dienstlichen Verrich¬ 
tungen anzusehen? 

c) Liegt die Erfindung im direkten Bereiche der Tätig¬ 
keit des Angestellten ? 

d) Ist die Erfindung während der dienstlichen Tätigkeit 
des Angestellten und mit den Mitteln des Dienstherrn 
gemacht ? 

Die Beantwortung der vorstehenden Fragen wird die 
Stellung des Angestellten zum Dienstherrn klären und die 
Entscheidung über das Eigentumsrecht an der Erfindung 
erleichtern. 

b) Das Recht der Arbeitnehmer. 

Ist der Angestellte oder Arbeitnehmer auf Grund 
seines Dienst vertrage« verpflichtet, auf Erfindungen in 
bestimmtem Gebiete für seinen Dienstherrn bedacht zu 
sein, und macht er Erfindungen auf anderem, dem erst¬ 
genannten fernstehenden Gebiete, so hat der Angestellte 
oder Arbeitnehmer ein Recht an seiner Erfindung (Reichs- 
Ger Entschdg. I. Zivilsen. v. 22. April 98, I. Zivilsen. 
v. 25. April 04). Hat der Angestellte die Werkzeuge und 
Mittel des Dienstherrn zu seinen Versuchen mit der Erfin¬ 
dung benutzt, so macht er sich schadenersatzpflichtig, 
doch kann der Dienstherr dafür ein Anrecht an der Erfin¬ 
dung nicht geltend machen. (Reichs-Ger.-Entsehdg. I. 
Zivilsen. v. 22. April 98.) Die Entscheidung darüber, 
unter welchen Voraussetzungen die Erfindungen der An¬ 
gestellten, Bediensteten oder Arbeitnehmer dem Dienst¬ 
herr« gehören, ist ajs dem Wesen des Dienstverhältnisses, 
des Auftrages, der Geschäftsführung abzuleiten (Reichs- 
Ger.-Entsehdg. I. Zivilsen. v 25. April 04). 

Macht z. B. ein angestellter Chemiker eine Erfindung 
auf ein Präparat, das sich nicht auf die von seiner Fabrik 
hergestellten Präparate, deren Fabrikation und deren 
Verwendung bezieht, so gehört die Erfindung auf das 
Verfahr^ zur Herstellung des Präparates ihm und nicht 
seinem Dienstherm (Reichs-Ger.-Entschdg. I. Zivilsen. 
v. 25. April 04). Hat ferner z. B. ein Meister in einer Bogen¬ 
larapenfabrik, der die technisch richtige Fabrikation von 
Dauerbrandbogenlam^ten zu überwachen hatte, eine Er¬ 
findung auf eine neue Dauerbrandbogenlampe gemacht, 
so steht, da er nicht mit Lösung von gestellten Aufgaben 
und Erfindungen betraut war und im Anstellung«vertrage 
nichts von Erfindungen und deren Rechten erwähnt ist, 
seinem IKenstherm kein Anrecht an seiner Erfindung zu 
(Reichs-Ger.-Entschdg. I. Zivilsen. v. 17. April 07). 

Wenn z. B. ein technischer Leiter und Direktor einer 
Fabrik ein Patent auf eine Teig-Formpresse erhält, deren 
Zeichnung in ihren Grundzügen einer in der Fabrik herge¬ 
stellten Presse entnommen ist, so gehört das Patent dem 
Dienstherrn auf Grund des Dienstverhältnisses als leitender 
Direktor (Reichs-Ger.-Entschdg. I. Zivilsen. v. 25. April 04). 
Einem technischen Leiter in einer neuen Sprengstoffabrik 
hat das Reichsgericht in seiner Entscheidung vom 5. Okt. 03 


bestätigt, dass ein Jahresgehalt von 5500 Mk. viel zu 
niedrig erscheine, um Anspruch auf die Ergebnisse de’ 
erfinderischen Tätigkeit machen zu können, und eine Er 
findung des Angestellten diesem als sein Eigentum zu 
erkannt. 

Dagegen hat die Besch werde-Abteilung II des Kaiser 
liehen Patentamtes in ihrer Entscheidung vom 17. Februai 
1904 einem ersten Ingenieur mit «OOO Mark Jahresgehalt 
der das technische Bureau und den Betrieb unter siel 
hatte und mit Kapital am Geschäfte lieteiligt war. eile 
Erfindung an einem Gliedersessel aberkannt und als widei 
rechtliche Entnahme seiner Firma hingestellt, weil der in 
leitender Stellung stehende Ingenieur in Ausübung seine 
Dienstes Gelegenheit und Veranlassung hatte, allen Erzeug 
nissen seiner Firma nahe zu treten. 

Ist im Dienst vertrage vereinbart, dass die Erfindungen 
des Angestellten dem Dienstherm gehören, so ist ein besoi. 
derer Aneignungsakt nicht erforderlich Gibt der Dienst 
herr aber seinem Angestellten die Erfindung frei, so kann 
er später ein Vorbenutzungsrecht auf Drund des § 5 für 
sich nicht in Anspruch nehmen (Reichs-Ger.-Entschd; 

I. Zivilsen. v. 14. Dez. 03). 

Je nachdem nun die Stellung des Angestellten zum 
Dienstherrn eine solche ist, dass aus der ganzen Art (1> - 
Dienstverhältnisses geschlossen werden muss, es solle das 
Ergebnis etwaiger erfinderischer Tätigkeit des Angestellt« u 
dem Unternehmen, in dem er steht, zitfliessen. aber weil r 
eine erfinderische Tätigkeit verlangt oder zugemutet wird 
und daher im Dienst vertrage nichts darüber enthalten 1 
auch die Tätigkeit des Angestellten eine solche ist, da-s 
er zu Erfindungen Anregungen nicht erhalten hat, o 
wird ohne Schwierigkeit gefolgert werden können, w« in 
das Eigentumsrecht an der Erfindung zusteht. 

Eine Ausnahmestellung der Angestellten und Arb»-«t- 
nehmer nehmen die angestellten Ingenieure ein und -t 
deren Tätigkeit besonders sorgsam zu prüfen, ob sie eine 
solche ist, die in den Bereich der Erfindertätigkeit füllt 
oder nicht. Meist wird man hier sagen können, dass stets 
dann nach der bisherigen Rechtsprechung eine Erfindung 
dem Dienstherm gehört, wenn sie in das Gebiet der \ >n 
dem Ingenieur zu lösenden Aufgaben fällt, vorausgesetzt, 
dass er mit Lösung dieser Aufgabe beauftragt war. 

Um Sicherheit zu erlangen, lege man sich folgende 
Fragen vor: 

1. War man durch Vertrag zur Abgabe von Erfin¬ 
dungen verpflichtet ? 

2. Ist die Erfindung in Verfolg eines Auftrages ««ier 
einer Anregung des Dienstherm oder aus freiem 
Antriebe gemacht? 

3. Fällt die Erfindung in den Bereich der dienstlichen 
Tätigkeit des Angestellten ? 

4. Wurde die Erfindung während der dienstlichen 
Beschäftigung oder in der freien Zeit vom Ange¬ 
stellten gemacht ? 

Nach Beantwortung der aufgeführten Fragen wird 
man meistens imstande sein, ein Urteil über das Anrecht 
an der Erfindung zu fällen und wird die dienstliche Tätig¬ 
keit des Angestellten auf («rund des Anstellungsvertr.ig«* 
oder sonstigen gegenseitigen Abkommens in allen Fallen 
wohl den Ausschlag gehen. Aller auch die Art und Weise 
wie die Erfindung zustande gekommen ist, wird eine 
grosse Rolle spielen. 




















































































No. 139 


Der Klnematograph — Düsseldorf. 


| CsSSBgg) | Aus der Praxis |f@SS0gge) | || || Zitk - Zack |[1 


Neue Kinothealer.. Wittenberge. Aug. Greune 
eröffnete Bahnstrasse 72 einen Kiiu-rnutograph unter dem 
Namen C'entral-Theater. — Flölia i. .Sa H. Kunze & 
Lorenz eröffneten ein ständiges Kinematographentheater. 

Berlin. Hin neues weltstädtisches Unternehmen hat 
in der Friedrichstrame Ecke Taulenstrasse in den letzten 
Wochen seine Pforten geöffnet. Eine Gesellschaft, welche 
beabsichtigt, auch in anderen bedeutenden Städten des 
In- und Auslandes kinematographische Unternehmungen 
mit grossem Kapital in die Wege zu leiten, hat hier an 
einer Stelle, wo man den Mietspreis der Räume sehr gut 
nach Quadratzentimeter berechnen kann, unter der Firma 
„Biophon - Variete“ ein eigenartiges kinemato- 
graphisches Theater erstehen lassen. Wie wir uns durch 
Augenschein sellwt überzeugten, ist tlas Arrangement 
trotz des verhältnismässig ungünstigen Raumes ein glück¬ 
liches zu nennen und war die Auswahl der Bilder eine gute 
Der Besuch ist durchaus tiefriedigeiid und unterhielt sich 
das Publikum, wie der Augenschein lehrte, sehr gut. Be¬ 
sonder» eins wird unsere I>-ser interessieren und das ist die 
vorzügliche Leistung des Vorführungsapparates. Wie wir 

hören, handelt es sieh hier um eine vollständig neu«* Kon¬ 
struktion eines Is-kannten Kinematographen-Konstrukteure 
und soll dieser Apparat, welcher hier zum ersten Male in 
einem Kinematographentheater praktische Verwendung 
findet, gegenülier allen bekannten Konstruktionen wesent¬ 
liche Vorteile bieten. Die Transportvorriehtung soll auf 
ganz neuen Prinzipien beruhen, sotlass ein kurzer Bildzug 
und damit die grösste Lichtausnutznng, sowie ein alisolutes 
Stehen der Bilder gewährleist« t Ist. Wir hoffen, iilier dies«* 
eigenartige Kinematographenkonstruktion. welche auch 
zum Patent angemeldet s«>in soll, demnächst unseren Lesern 
Näheres mitteilen zu können. 

obr. Imperial-Kino, Dresden, hat jetzt eine Roll¬ 
treppt“. die den Besucher mühelos ins erste Stockwerk 
emporführt. Am 19. August gab es ein neues Programm: 
Der bezwungene Schwiegervater; Die Ganter-Reklame; 
Ein altes Täuliehen; Tonbild aus ..Samson und Delila" — 
lauter amüsante Films. Im nächsten Sommer will der 
Besitzer einen Kino im Garten, als erster in Dresden, 
eröffnen. 

obr. Der Dresdner Vogelw iesenbrapd hat den L e i p- 

zigern einen heilsamen Schrecken eingejagt: schnell 
haben die Stadtverordneten eine Ratsvorlage angenommen, 
die 5000 Mk. fordert für Anlage von Wasserposten zur 
Erhöhung der Fetersicherheit des Messplatzes, wo die 
Michaelismesse vom 29. August bis 19. Septemlier statt¬ 
findet. 

-s- Die englischen Filmfabriken führen seit längerer 
Zeit bitt«“re Klagen über den Missbrauch von Films, die sie 
ihrer Kundschaft zur Ansicht senden. In vielen Fällen 
sind die Films in völlig altgenutztem Zustande retourniert 
worden, und man hat selbst die Erfahrung gemacht, dass 
ein Schausteller monatelang sein Programm mit Hilfe von 
Film» zusammenstellt«“, die ihm zur Ansicht g«“sandt worden 
waren. Um dem Missbrauch abzuhelfen, hat die Nor- 
disk Film Co. eine Neuerung eingeführt, die sich 
zweifellos als praktisch erweisen dürft«-. Nach dem Titel 
des Bild«>s f«>lgt ein zweiter Titel mit der Aufschrift: 
,,P r o b e f i 1 m. Nicht für öffentliche Schau¬ 
stellungen." Diese Aufschrift wiederholt sich auf 
jedem Film noch ein- oder zweimal und damit sie nicht 
von unbefugter Seite b«*»eitigt werden kann, ist auf den die 
Inschrift mit «lern Film liefestigenden Verbindungsstücken 
ein Siegel mit dem Fabrikzeichen angebracht. Die Firma 
lehnt es auf jeden Fall ab, Films zurückzunehmen, bei denen 
die Siegel beschädigt sind. 


Ein Opfer seines Berufs wäre beinahe der beaond« rs 
in unseren Kreisen lickannte Optiker und Kinemutograph« n- 
teehniker Oskar Messt er geworden und geht uns 
v«in d«‘mselben über seine Fahrt nach Russland, iilier welche 
in «len Tageszeitungen die widersprechendsten Mitteilungen 
veröffentlicht wurden, nachsteheiuier Bericht zu: 

„Als Mitgli«“d des Berliner Luft»chiff(*rvereina trat i«*h 
am Mittwoch, den II. August, nachmittags 2 Uhr. mit dun 
Führer <!«•« Ballons „Tschudi“, Herrn Dr. Brinkmann, 
die Luftreise an, um mit einem Kinematographen während 
der Fahrt über Berlin kinematographische Bilder herzu¬ 
stellen. Ein scharfer südöstlicher Wind führte uns rasch 
über Berlin und dcss«“n östliche Vororte. Wunderbare 
Panoramen iioten sich uns beim Uel»erfliegen d«*r mär¬ 
kischen Seen dar. In den Nachmittagsstunden erreichten 
wir eine Höhe von über 2000 m. Gegen Abend passierten 
wir die Stadt Forst und hi«?ss <•» nun. den von «1er Sonne 
nicht mehr bestrahlten Ballon, welcher durch die Abkühlung 
des Gases stark sank, durch Abgeb«“n von Ballast in eine 
Gleichgewichtslage zu bringen. Wir schwebten bald in 
einer Höhe von etwa 150 m, mit den Bewohnern der Ort¬ 
schaften Zurufe austauschend und das Wild im Wald und 
Feldern verscheuchend, dahin. Da wir noch genügend 
Ballast bei uns führten, entschlossen wir uns, trotzdem 
wir weder Proviant noch irgend welche Utensilien für «-in«* 
längere Abwesenheit von Berlin mitgenomnu-n hatten, die 
Nacht durchzufahren. Richtung hatten wir genau auf 
Breslau und überflogen dieses nachts 12 Uhr. Die Ih-11 
erleuchtete Stadt machte aus der Vogelperspektive dadurch 
einen überwältigenden Eindruck, dass die Laternen «Irr 
Plätze und Strassenziige in ihrt“r Gesamtwirkung einer 
grossartigen Illumination mit unzähligen Sternen und 
Schnörkeln glich. Nachdem B r i e g und O p p e 1 n 
passiert war, sichteten wir während der Dämmerung 
Tarnowiti. Wir drehten südsüdöstlich und hofften, 
an der russischen Grenze vorbei na«-h Oesterreich zu ge¬ 
langen, um möglichst noch d<*n ganzen näehst«“n Tag duri-h- 
zufahren. Die Laune d«“s Windes trieb uns nach Beut h «• n. 
östlich direkt der russischen Grenze entgegen. Wir waren 
uns klar, das» w ir noch auf deutschem Boden landen mussten, 
um wegen der mitgeführten Apparat«* in Russland k« ine 
Unannehmlichkeiten zu haben. An ein so sehnelies Landen 
war jedtich deshalb nicht zu denken, weil wir dauernd 
rauchende und hell flammende Schornsteine von Zechen und 
Hütten überflogen. Als Dr. Brinkmann schon ülier 
der letzten Hütte das Ventil zog, wodurch wir von 35«' m 
auf 250 m herabsanken, ertönten di«« ersten Schüsse von 
russischer Seite und zog der Führer, um die Grenze nicht 
zu überschreiten, sof«irt in einer Höhe von über 200 ni die 
Reissleine, wodurch der Ballon aus seiner beträchtlichen 
Höhe in rasender Geschwindigkeit nietlersauste. Der in 
tieferen Schichten bis zum Sturm zunehmende Boden" ind 
trieb uns während des Falles über den Grenzfluss hinüber, 
sodos» wir ca. 200 m jenseits der Grenze landeten. W' r 
Italien es lediglich der hohen Windgesch w indigkeit zu ver¬ 
danken, «lass wir bei dem Aufschlagen d«*s Korbes nid 
heilen Gliedern davon kamen. Während des Falles und 
auch noch nachdem der Ballon entleert auf dem Boden htg- 
galten die russischen Grenz»«il<lat«“n etwa 25 scharfe Schüsse 
auf uns ab. Dr. Brinkmann war d«*r erste, welcher 
aus dem Korb heraussprang, und mit der Mütze den i* 1 *’’ 
umzingelnden Soldaten winkte, nicht zu schiessen. * n ' 
selben Augenblick sali ich, wie ein etwa 50 m von uns entfern* 
knieemler Soldat auf uns anlegte und feuerte. Ich ne 
Herrn Dr. Brinkmann zu, sich zu ducken, was er auch t» 
und wodurch ihm vielleicht eine Verw undung erspart blieb 
Die Soldaten kamen nun näher und verboten uns, den Inh»* 
des Korbtss zu berühren. Kosaken kamen herangespreng* 














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No. 139. 


Der KInematograph — Düsseldorf. 


und galloppierten nach Feststellung des Tatl>estandes zur 
nächsten Grenzstation. Wir mussten nach der um 4 Uhr 
morgens erfolgten Landung 5 Stunden auf freiem Felde 
die Ankunft des Kommandanten der Grenzwache ahwarten 
und führte uns der Rittmeiste • Petropawlowsky 
zu einer :l Stunde entfernten Station und gal» uns in seiner 
Wohnung ein Festessen im wählen Sinne des Wortes. 
Bei einem Verhör der die Schüsse abgebenden Soldaten 
wurde festgestellt, dass dieselben nur scharfe Patronen bei 
sich führten und dass dieselben jedes Gefährt, welches an 
dieser Stelle die Grenze passiert, mit Gewalt, d. h. durch 
Schiessen anzuhalten halten. Hin Soldat erklärte auf 
Befragen, warum er geschossen hal»e, er hätte uen an- 
kommenden Ballon für ein über die Grenze fliegendes 
Haus gehalten, ein anderer behauptete, wir hätten, nach¬ 
dem er geschossen habe, eine andere Fahrtrichtung ein¬ 
genommen. Schnell verstricher bei unserem liebens¬ 
würdigen Gastgeber die angenehmen Stunden und wurden 
wir um 5 Uhr unter grosser Eskorte von Grenzsoldaten, 
Polizisten. Tscherkessen und Kosaken, welche das geladene 
Gewehr, den Finger am Hahn in der Hand hatten, nach 
Sosnowice geführt. Vor dem Polizeiamt wurde unser Tross 
von einer grossen Menschenmenge, welche durch Peitschen 
und Knutenhiebe auseinander getrielien wurde, empfangen. 
Der Landrat empfing uns persönlich mit äusserster Liebens¬ 
würdigkeit, traktierte uns mit den obligaten Zigaretten, 
Tee, Bier und Wutki. Während einer Beratung der wüsten 
Organe Sosnowices wurde nach Warschau eine diesen 
Grenzzwischenfall erklärende De{**sche aufgesetzt und 
uns eröffnet, dass der Ballon und die Instrumente auf der 
Polizei bleiben müssten, dass wir jns in ein sogenanntes 
Hotel zu begeben hätten und den Stadtlwzirk nicht verlassen 
dürften. Vom Donnerstag bis Sonntag früh hatten wir den 
Vorzug, die Genüsse dieses echt russisch-polnischen Oert- 
chpns geniessen zu dürfen, wol>ei wir uns durch die dauernde 
Nähe der Polizei-Organe nicht vereinsamt fühlten. Wir 
warteten von Stunde zu Stunde auf eine Nachricht aus 
Warschau, dass die dahin gesandten Karten nicht ver¬ 
dächtig seien, sodass man uns als Spione nicht weiter 
bewachen brauchte. Am Sonnabend nachmittag wurden 
wegen des Schabbes die Polizeibureaus erst um 5 Uhr 
wieder geöffnet und uns die erfreuliche Mitteilung gemacht, 
dass aus Warschau immer noch nicht Nachricht eingegangen 
sei. Man erklärte uns gleichzeitig, dass wir sofort ins Ge¬ 
fängnis wandern würden, wenn di»- Nachricht käme, wir 
seien auch nur verdächtig und erzählte uns ein Beispiel, 
dass sich vor einer Zeit ein Tourist, welcher im Touristen¬ 
anzug mit kurzen Hosen eine Fusstur machte, nach Ansicht 
eines Polizisten durch diesen Anzug verdächtig gemacht 
hat! Er wurde sistiert und man fand bei ihm 2 Karten, 
eine aus Krakau und eine aus Dresden, das war sehr ver¬ 
dächtig ' Aus diesem Grunde wurde er als Gefangener nach 
Petersburg gebracht und solange in die Schlüsselburg 
gesperrt, bis sich seine vollständige Ungefährlichkeit be¬ 
wiesen hatte. Wir waren uns klar. dass, wenn dieser Mann 
verdächtig war, dass wir uns alsdann durch Ueberfli»-gen 
der Grenze, durch Mitnahme eines kinematograpliischen 
Apparates, durch Mitführen von russischen Karten, durch 
Mangel eines visierten russischen Passes, schwer verdächtig 
gemacht hatten und sandten eine Depesche an die betr. 
deutsche Behörde mit der Bitte um Hilfe. Inzwischen 
hatte man aber auch von Beuthen und Berlin aus Schritte 
beim Auswärtigen Amt eingeleitet und dieses hatte sich 
mit dem deutschen Botschafter in Petersburg in Verbindung 
gesetzt Diese Massnahme hatte Erfolg, denn nach 11 Uhr 
abends wurden wir zum Herrn Landrat gerufen und wurde 
uns ohne Angabe von Gründen eröffnet, wir könnten 
sofort abreisen. An der Bereitwilligkeit und der Art der 
Unterhaltung merkten wir deutlich, dass von oben herab 
ein Befehl gekommen war, welcher den Sosnowicer Organen 
unangenehm war. In recht gedrückter Stimmung begleitete 


uns der Herr Landrat persönlich zu dem Ballonkorb, in 
welchem wir feststellen sollten, ob alle Instrumente vor¬ 
handen waren. Wir erkannten das Vorhandensein gern an, 
froh von dem russischen Joch befreit zu sein. Wir wusst» n 
genau, dass man den Korb und die Instrumente auf d .> 
gewissenhafteste bei Tage und hei Nacht beim Scheine 
von Laternen in unsuchgemüsser Weise untersucht hatv 
und war es mir klar, dass die gemachten Aufnahmen zum 
grössten Teil verdorben sein mussten. Am nächsten Morgen 
wurde v»»r der Abfahrt im Beisein der russischen Polizist, n 
und der saulx-ren Bevölkerung vor dem Bahnhof ein 
Gruppenbild gemacht und der Ballon nach verschiedenen 
Zwischenfällen in dom Passbureau verladen. Schon s. 1s 
wir im Zuge sassen, kam ein Zollbeamter mit der Anordnung, 
der Ballon müsste wieder ausgeladen werden, weil er in 
Russland nicht verzollt sei. Alles das was das Militir 
und die Polizei mit uns gemacht hätte gehe d»*r russischen 
Zollbehörde nichts an. Na»-h einem kräftigen Händedru- k 
gab er sich jedoch zufrieden und wir dampften vergnügt 
über unseren Grenzfluss. 

| (sSBeSg || Uereinsnadirichten [| CsSflgg) j 

Frei« Verein gung der Kinematographen-Operateure Deutsch¬ 
lands (Sitz Berlin.) VVraim. ilung am iS. August in Selicols Lot il. 
Berlin. Hehützenstraase 7H. l>er Vorsitzende. Kollege Lutze, <-r. ’t 
nete imeh Begrüxsung der erscliienenen Mitglieder und Gü te 
nachts 1,1 l T lir die Versammlung. Nach Verlesung des Prntok- II- 
d»-r letzten Versammlung, weleln-s Annahme fand, wurden dir 
Kollegen Dünhaupt, Ala-nnith, Mähst und Junkel als neue Mit¬ 
glieder uufgenommen. Laut Beschluss der letzten Mitgli.sl r 
Versammlung und anlässlich der im Heptetnber stattfinden. I 
Generalversammlung, in welcher auch N.-usatzung der Stattlich 
vorgesehen ist-, wurde die Wahl einer fünfgliedrigen Statut, ti- 
Knrnmiasion vorgenommen. Gewühlt wurden die Kollegen Lut/.«'. 
Wehnort, Abenroth, Lowatikofsky und Dünhaupt. Hieran schloss 
sicli die Wahl der Kasscnrevisoren. dieselben rekrutieren sieh ans 
den Kollegen Klsner, Dünssmann und Lewankofsky. Des weiteren 
wird beaehloesen, dem Kollegen Kranke einen eingeachriebei.cn 
Brief zu senden, in welchem er aufgefordert werden soll, unverzüglich 
seinen Verpflichtungen dem Verein gegenüber nachzukomn n. 
da durch wiederholt unentschuldigtes Fernbleiben von den \ .-r- 
sainmlutigcn eine grobe Pflichtverletzung erblickt wird. Koll.gr 
Dünke als A ri »ei tanaeh weis Vorsteher ermahnt die arbeitxlo >" 
Kollegen, das Arbcitsuaehweisreglement strikt« zu befolgen, 
andernfalls eine geregelte und gerechte Besetzung der Plätze um 
gc-sehlossen ist. Ferner wird Iswehlossen, eine Präsenzliste aiizu- 
fertigen, und Mitglieder, die länger als 13 Wochen mit ihren Bei¬ 
trägen im Rückstand sind, monatlich einmal in den Versammlun_. il 
bekannt zu geben. Mit einer kräftigen Ermahnung dos Vorsitzen. I. n. 
unaufhörlich für unsere Wroinigung zu agitieren, und »len Zu¬ 
sammenkünften regelmässig beizuwohnen, erfolgt' Schluss .l«f 
Versammlung. 

|BtS^)B]| Gesdiältlldies flBC^^w j 

JihIit Kinobesitzor, der Heine Kinnahn.cn erhöhen will, sollte mH 
dem bisherigen System des verdunkelten Raumes bre.li.-n 
und sich die Einrichtung, Vorst e’llungen in erleuch¬ 
tetem Saal vorzuführen, lieacltaffen. Durah den erleucht.1''" 
Saal wird ein grosser Teil der Bedenken Ix-seitigt, die bisher g> " 
die Küiotheater erhoben wurden. Die vorgefiihrtcti Bilder seilst 
büssen an Brillanz nicht »las geringste ein, im Gegenteil, sie gewinnen 
nur dadurch. Die Einrichtung ist mit D. R. G. M. 382 381 in* 
deutschen Reiche geschützt und in den meisten Kulturst.«it<‘ n 
patentiert. Eine weitere Neuheit die sich gewiss sehr rasch ISali# 
brechen wird, ist ein englisches Piano, automatisch -pie- 
lend und von bisher unerreichter Klangfülle. Klavierspieler 
Orchester werden hierdurch im Kinotheater überflüssig. l'k 
eingangs genannte Vorrichtung und das Piano ist durch Hello. 
N e u h e tt e n -V e r t r i e bO. m. b. H.. B o r 11 n C. 19, W s 11 
strasse 17—18 zu beziehen. 

| | Briefkasten | [ 

Q. D. Werden Sie bei dem Magistrat über die Höhe der l.u* 
barkeitssteuor vorstellig. Legen Sie dem Magistrat die Unmöghf"' 
kei dar. derartig hohe Steuern zu entrichten. Wenn das nicht* 
nützt, wenden Sie sich an den Regierungspräsidenten. Ach** 
Mittel'gibt es nicht. 





Der Klnematograph — Düsseldorf. 


No. 139. 



Aus dem Reiche der Töne 



Sprachenerlernung u. Sprechmaschine*). 




Du vorhandene Material — Intereme li- 

— Inlerewe der Fabriken für den Sprachunterricht — Manuel der sprech- 
maachino — Vorteile ihrer Verwendung beim Sprachunterricht: Anfan«»- 
uliterricht, Obemtufe; Oewdbnuns an den Tonfall der fremden Sprachen: 

~—*-*- ' a tJehdrit; Mitieaen de« Texte»: Muaterudltlue Auaaprarlir: Jeder- 

-• —iveränderlich; Rexltationaplatteu: Poutacher Hekla- 

*-*"-■— ‘ wherluo Krfahnmut'ii " ' ' 

iwnüber dem Verkeh 




■ I Vivat 


Wenn auch die Sprechmaschine noch einige Zeit 
brauchen wird, um den Weg in jede Schule zu finden, so 
wächst doch das InterBase für ihre Verwendbarkeit beim 
Unterricht in Schulkreisen von Tag zu Tag; der Zeitpunkt 
ihrer allgemeinen Einführung rückt immer näher. Bis vor 
kurzem mussten die Anhänger dieser wunderbaren Er¬ 
findung darüber klagen, dass es noch vollständig an Berichten 
über die in der Unterrichtspraxis gemachten Erfahrungen, 
an geeignetem Unterrichtsmaterial — Büchern wie Auf¬ 
nahmen — sowie an einer Zusammenstellung der wirklich 
brauchbaren Platten fehlte. Heute aller sind diese Klagen 
nicht mehr berechtigt; eine Reihe von Fachmännern hat 
ihre Erfahrungen über die von ihnen angewandten Unter¬ 
richtsmethoden mitgeteilt, wir haben jetzt schon ?ine Anzahl 
geeigneter Platten, sowohl vorzügliche Rezitationen als 
auch eigens für den Unterricht geschaffene Aufnahmen, 
und wir besitzen ein Verzeichnis der vorhandenen Sprech- 
maschinenplattcn. die sich als geeignet für «len Sprach¬ 
unterricht erwiesen Italien, und auch schon ein Uebungsbuch 
nach piner Unterrichtsmethode, die von einem Schulmann 
in der Praxis erprobt ist und jetzt von einer Anzahl Schulen 
angewandt wird.**) 

Es fehlt nun in Lehrerkreisen auch nicht an Interesse 
für diese Fragen; aber viele Lehrer können sich trotzdem 
nicht dazu entschliessen. zur Benutzung der Sprechmaschine 
beim Unterricht überzugehen. Oft genug hat diese Abneigung 
gegen die Einführung des Grammophons ihren Grund in der 
Unkenntnis, die vielfach auf diesem Gebiete herrscht. 
Wird er bekannt gemacht mit dem, was heute die Sprech¬ 
maschine leistet und was an Unterrichtsmaterial vorhanden 
ist, so dürfte mancher Lehrer nicht mehr zögern, sich dieser 
Errungenschaft des menschlichen Geistes beim Unterricht 
zu bedienen oder zunächst wenigstens für sich einen Ver¬ 
such anzustellen. Wer aber die heutigen Leistungen der 
.Sprechmaschine nicht kennt, darf sich kein Urteil über 
sie erlauben. 

Die Abneigung gegen Sprechapparate ist wohl zu er¬ 
klären nach den grossen Misserfolgen, die der Phonograph 
in früheren Jahren als Unterrichtsmittel gehabt hat. Doch^ 
das ist schon lange her; die heutige Technik erzeugt durch¬ 
aus brauchbare Platten und Maschinen zu billigen Preisen 
und ermöglicht die Wiedergabe mit grosser Vollkommen¬ 
heit. Auch die Schulen in Deutschland beginnen jetzt mit 
der Einführung; in England und Dänemark bedient man 
sich schon seit .fahren an vielen Schulen dieses Hilfsmittels, 
in Italien hat die .Sprechmaschine unter den Schulmännern 
viele begeisterte Anhänger. Die Versuche und Arbeiten 
von Professor V. A. Reko in Wien sind in Fachkreisen wohl- 


tnen dlezcn Autaatz der No. I dar bol Wilhelm Vlolrt In 
Ion Zeitaclirift ..Spraohenorlornnnir und Spnobmaarhln.-••• 
60 IT«. Der Verla« i*t auf Wunsch zu näherer Auskunft 
I und Lteferun« «rolsneter Spreohmasehlnen und Sprach- 

__Quntre Saisons. Ein Uebancs- und Hllfsbuoh zur Ein- 

• französische Sprache mit Hilfe der Sprcohmasohlne. Heft I: 
Mit einem Hilde (Wilhelm Vlolet In Statuten. Preis CO Pf« j 


bekannt; Professor Fr. V. Zläbek in Brünn hat eingehende 
Versuche über die Verwendung des Grammophons in der 
Schule vorgenommen; in Deutschland tritt Dr. G. Pan- 
concelli-Calzia in Marburg als Vorkämpfer auf. Es reg! 
sich ülierall; in den Fachzeitschriften — sowohl in päda¬ 
gogischen Blättern als auch in der Fachpresse des Sprech- 
maschinenhandels — melden sich Scnulmänner zum Wort, 
um über ihre Erfahrungen zu berichten. Es handelt sich 
daliei nicht mehr nur um private Untersuchungen einzelner 
Lehrer, sondern es mehren sich die Fälle, in denen Lehr- 
anstalten die Sprechmaschine für den deutschen und fremd¬ 
sprachlichen Unterricht offiziell einführen. Besonders 
Bayern geht, wie wir feststellen konnten, in dieser Beziehung 
frisch voran. 

Wenn sieh die Erfolge der Sprechmaschine auf diesem 
Gebiete mehren, wird sieh auch bei den Fabriken bald ein 
besonderer Wetteifer einsteiler, um mehr geeignetes Material 
zu sehaffen. Anfangs brachten diese der Sache wenig Ver¬ 
trauen entgegen; aber man lies.“ es auf einen Versuch an- 
kommen und - das muss offen gesagt werden — an Geld¬ 
opfern nicht fehlen. So ge ang es durch Vermittlung von 
Professor Reko. dem Leiter d«-s Instituts für e xp e rim entelle 
Phonetik und Phonautograahie in Wien, eine Anzahl von 
Platten zu schaffen, die eigens für den fremdsprachlichen 
Unterricht bestimmt sind und ihren Zwecken in jeder Weise 
vorzüglich entsprechen. 

Die Verwendbarkeit der Sprechmaschine hängt in der 
Hauptsache von der Deutlichkeit der Wiedergalie ab; es 
muss demnach vor allem untersucht werden, ob die Maschine 
in dieser Beziehung den Ansprüchen, die man billigerweise 
an sie stellen muss, genügt. Wenn wir es nun im folgenden 
unternehmen, auf die gross?!! Vorteile hinzuweisen, welche 
die Benutzung der .Sprechmaschine im Sprachunterricht 
jeder Art gewährt, so wollen wir von vornherein betonen, 
dass wir uns den Mängeln, die heute den Grammophonen 
und Platten noch anhaften, in keiner Weise versehtiessen. 
Während die Selbstlaute vollkommen natürlich wieder¬ 
gegeben werden, haften der Maschine — das ist nicht zu 
verkennen — bezüglich der Wiedergabe einiger Mitlaute 
gewisse kleine Sprachfehler an. die am deutlichsten liei den 
Reibelauten (s und f) zu bemerken sind. Auch das Näseln 
bei der Wiedergabe ist hier zu erwähnen; doch gibt es schon 
Platten, die davon vollkommen frei sind. Die sogenannten 
..Mitschwingungen“ (die Töne sind von andern Sehall¬ 
erscheinungen begleitet) können durch ein in den Trichter 
gestecktes dünnes Tuch gedämpft und fast unmerklich 
gemacht werden; für die Wiedergabe von Sprachauf¬ 
nahmen ist dieses Mittel sehr zu empfehlen. Die Nadel 
verursacht ein Neliengeräuseh, das im allgemeinen verhält¬ 
nismässig gering ist; je nach der Beschaffenheit der Platte 
verschieden stark, ist es bei manchen Platten schon fast 
gar nicht mehr bemerkbar. Uebrigens gewöhnt man sich 
schnell daran, wie überhaupt wohl allgemein mit vollem 
Recht behauptet werden kann, dass, man sieh sehr bald 
in die Sprechmaschine hineinhört. Die erwähnten Fehler 
sind auf jeden Fall bei Benutzung guter Erzeugnisse '.i 
gering, dass sie gegenüber den grossen Vorzügen, die die 
Sprechmaschine bietet, auch bei ihrer Verwendung als 
Hilfsmittel zur Sprachenerlernung keine Rolle spielen 

(Fortsetzung folgt.). 




So. 139. 


Der Kinematograph — Düsseldorf. 


Cie. des Cinematographes et Films 

„LE LION“ 

Paris :: 15 rue Grange Bateliere :: Paris 

Neue Films : 

Der Instinkt des Blinden (rührendes Drama) 170 in II Die zerbrochene Fensterscheibe (urkomisch). 111 in 

Die Mietequittung (komisch).04 m II Die alte Dienerin (dramatisch).160 m 

Die Wundertat der Jungfrau (pathetisch) . 122 in || Ein langweiliger Kamerad (komisch) .... 109 m 

In Vorbereitung: 


Die beiden Brüder (Drama).160 m 

Mathieu’s Erbschaft (komisch).147 m 


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R. Glömbeck & Co., Friedrichstrasse 31, Berlin SW. 48. 












































































































































































































































Der Klnematograph — Düsseldorf. 


No. 139. 


|l_n-rTJ"0_t lllllllll LU-LI-LUJ-LLI-LU-Lt-LU 


Unerreicht für Kinemcitogrciphen 

tn belstungslähigkeif MBF _gr // 

Dauerhaftigkeit W f W “ 

Wiedergabe der Bilder sM II \ I I 11 
ist und bleibt System ff ^ 


Ia. Film-beih-Programme 

Eingang 5000 m pro Wodie. o Verlangen Sie beihbedingungen. 


Johannes Uifzsdie, 


Leipzig 

Caudiaersfr. 28—30. 




Messters Projektion t»: 

S,.«~ Berlin S.W. 48, Friedridistr. 16. ÄfSSi, 



Wir haben die umfas sen dste n Vo rbereitungen 'getroffen, gelegentlich des Besuches des Grafen mit 
seinem Luftschiff in Berlin ein möglichst' interoasantea Bild heraus teilen. Bei dem grossen Interesse, 
(iss man den Luftreisen des Grafen überall entgogenbringt, ist anxunehmen, dass unser Film ein 
Kassenraagnet ersten Ranges sein wird. 

Ungefähre Läng» 100 bis 130 Meter. Preis pro Meter Mk. 1.— Telegrammwort: „ZEPPELINER“. 

Lieferbar ab 30. August! 

Dlt Bestellungen werden der Reihe nach erledigt, weshalb rechtisltlgs A uftragserteilungnetwsndlg ist 


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No 139. 


Der Kinematograpb — Düsseldorf. 


DEUTSCHE VITASCOPE g:S: 


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Geschäftsführer: Jules Greenbaum 


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in dem Prachtbau des 
Kaufhauses Preussen 

Friedrichstr. 20 


Telegramm-Adresse: „Phonofllm Berlin“ 


11 / 


Beachtet die Spezialannonce 
In der nächsten Nummer! 










Scanned from the collection of the 
Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse 
in coUaboration with 

Michael Cowan and the Department of Film 
Studies, University of St Andrews 


Coordinated and sponsored by 


NEDl A 

hiS TORY 



Co-sponsored by the Moving Image Research 
Laboratory (Montreal)